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OB-Referat - Digitale Stadt
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Person mit Rollstuhl an einem abgesenkten Bordstein (Foto: www.gesellschaftsbilder.de/ Weiland)

Routenplanung für Mobilitätseingeschränkte (Hürdenlos-Navi)

Einfache Wege für Menschen mit Behinderungen

Ein beispielhaftes Projekt im Bereich Open Data ist die "Routenplanung für Mobilitätseingeschränkte" (Hürdenlos-Navi) in Heidelberg. Als eines von neunzehn wegweisenden kommunalen Digitalisierungsprojekten wird es im Rahmen des Programms „Städte und Gemeinden 4.0 – Future Communities 2017“ vom Ministerium für Inneres, Digitalisierung und Migration Baden-Württemberg gefördert. Das Land unterstützt das Vorhaben mit knapp 42.000 Euro. Bei der Realisierung des Projekts arbeitet die Stadt Heidelberg eng mit dem Bereich Geoinformatik (GIScience) der Universität Heidelberg, der Kommunalen Behindertenbeaufttragten sowie den Gremien und Verbänden der Menschen mit Behinderungen zusammen.

  • Eine Frau im Rollstuhl mit zwei anderen Frauen in der Altstadt unterwegs. (Foto: Pellner)
    Foto: Nathalie Pellner
  • Gruppenfoto von der Kickoff-Veranstaltung zum MobilAtLaS. (Foto: Rothe)
    Foto: Philipp Rothe
  • Der Routenplaner im Einsatz beim Freiwilligentag 2018. (Foto: Dittmer)
    Foto: Tobias Dittmer
  • Testing des Routenplaners mit dem Netzwerk Demografischer Wandel der MRN. (Foto: Boris Schmitt)
    Foto: Boris Schmitt
  • Die Mobile Rampe im Einsatz in einem Laden in der Heidelberger Altstadt. (Foto: Dittmer)
    Foto: Tobias Dittmer

Wie funktioniert die App?

Das Projekt soll es Nutzerinnen und Nutzern künftig auf ihren mobilen Endgeräten (Smartphones) ermöglichen, ihre Wege im Stadtgebiet besser zu planen und ihnen damit auch die Möglichkeit bieten, trotz ihrer Einschränkung am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Ähnlich wie beim Anbieter „GoogleMaps“ wird eine Wegeplanung vom Start- zum Zielpunkt berechnet. Das Projekt konzentriert sich in einem ersten Schritt auf die Heidelberger Altstadt und den Innenstadtbereich bis zum Hauptbahnhof. Ein sukzessives Ausrollen des Angebots auf das gesamte Stadtgebiet ist ab 2020 vorgesehen.

Woher kommen die Daten für die App?

Der Bereich Geoinformatik des Geographischen Instituts der Universität Heidelberg hat mit dem Forschungsprojekt „Open Routeservice“ bereits eine grundlegende Lösung für eine intelligente Routenplanung für mobilitätseingeschränkte Personen entwickelt, auf der sich aufbauen lässt. Die bisherige Datengrundlage besteht aus noch unvollständigen, von Freiwilligen erfassten geographischen Daten zu abgesenkten Bordsteinen oder Straßenbelägen, die bereits als offen lizenzierte Daten, als Open Data, zur Verfügung stehen. Diese werden durch die Stadtverwaltung um systematische und vollständig erhobene Daten zu Bordsteinkantenhöhen, Gehwegbreiten und Steigungen ergänzt.

Bürgerinnen und Bürgern soll es zudem ermöglicht werden, über eine Eingabemaske zusätzliche Informationen zur Barrierefreiheit zu erfassen und somit die Datengrundlage für die Berechnung der Routenplanung nachhaltig zu verbessern. Das Projekt verknüpft die vorhandenen Synergien aus Wissenschaft, öffentlicher Verwaltung und Bürgerschaft und ist künftig auch auf andere Kommunen übertragbar.

Logo Hürdenlos-Navi (Stadt Heidelberg)

Für wen ist die App eine Hilfe?

Angesichts des demografischen Wandels wird das Thema „Barrierefreiheit“ immer wichtiger. Die Menschen werden älter und sind immer häufiger auf ein barrierefreies Umfeld angewiesen. Doch nicht nur Ältere oder Menschen mit einer Behinderung profitieren von einem barrierefreien Umfeld. Auch Personen mit Kinderwagen oder schwerem Gepäck gelten als mobilitätseingeschränkt und sollen das Angebot zukünftig nutzen können.

Damit künftig noch mehr Menschen von dem Angebot profitieren können, wird die App im Rahmen des Folgeprojekts "Mobil-AtLaS" bis Ende 2019 unter aktiver Beteiligung von Menschen mit Behinderungen um eine zusätzliche Version in einfacher Sprache mit ergänzendem Lernprogramm in Leichter Sprache erweitert werden. Das Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg unterstützt das Vorhaben im Rahmen des Förderprogramms "Impulse Inklusion 2018" mit rund 18.000 Euro.

Der Routenplaner in der Presse