12 Stunden unter Dauerstrom
Großübung der Jugendfeuerwehr Heidelberg
Echtfeuer, demolierte Schrott-PKW, piepende Funkmeldeempfänger und ständig neue Einsatzlagen: Beim 12-Stunden-Übungstag der Jugendfeuerwehr Heidelberg warteten auf die rund 100 Jugendlichen zahlreiche realitätsnahe Herausforderungen. Gemeinsam mit der THW-Jugend Heidelberg absolvierten sie einen Tag, der Einsatzdienst möglichst authentisch erlebbar machte.
Lange hatte das Planungsteam um Michael Morano an den Übungen gefeilt, die so angelegt waren, dass die Jugendlichen ihre Kenntnisse aus dem Ausbildungsdienst unter möglichst realistischen Bedingungen anwenden konnten.
Anfang Juli 2026 war es dann soweit. Das ehemalige Airfield der US-Army in Heidelberg verwandelte sich ein Übungsgelände, auf dem die Szenarien bereits am frühen Morgen vorbereitet wurden.
Gemeinsam mit zahlreichen Betreuerinnen und Betreuern, Übungsdarstellern und der Verpflegungsgruppe sorgte das Planungsteam im Hintergrund für einen reibungslosen Ablauf.
1. Alarm - Explosion in Gebäude
Gegen 11 Uhr war es schließlich soweit: ein Brand mit Explosion und Teileinsturz eröffnete den Übungstag gebührend. Drei Jugendgruppen und die THW-Jugend wurden für das anspruchsvolle Szenario alarmiert.
Nach der ersten Lageerkundung mussten die Jugendlichen mehrere verletzte Personen aus einem teilweise eingestürzten Gebäudebereich retten, die Brandbekämpfung einleiten und Gebäudeteile gegen weiteren Einsturz sichern. Dabei galt es Einsatzabschnitte zu bilden und die verfügbaren Kräfte sinnvoll einzusetzen. Hier arbeiteten die Jugendgruppen Hand-in-Hand, um den Einsatz gemeinsam abschließen zu können.
Noch während des ersten Einsatzes, erfolgten weitere Alarmierungen.
So musste ein in Brand geratener PKW abgelöscht werden, was durch die Jugendgruppe Rohrbach zügig umsetzte.
Kniffliger war die Aufgabenstellung für die zweite Jugendgruppe. Ein PKW hatte einen Fahrradfahrer angefahren und diesen unter der Vorderachse eingeklemmt. „Was für Gerät könnt ihr jetzt einsetzen, um die Person zu retten?“, fragte der Jugendbetreuer Jens Richert seine Jugendlichen. Hier half schließlich der Einsatz von Hebekissen und dem Unterbauen des PKW, womit auch hier die Übung mit der Rettung des Fahrradfahrers erfolgreich abgeschlossen werden konnte.
Im Laufe des Tages wurden alle sieben teilnehmenden Gruppen mit diesen und weiteren Szenarien konfrontiert, die alle erfolgreich gelöst werden konnten.
Die Motivation der Jugendlichen war enorm. „Man wusste nie, was als Nächstes kommt. Genau das hat den Reiz ausgemacht“, berichtete ein Teilnehmer nach dem Übungstag.
Bei so viel Action durfte eine herzhafte Verpflegung nicht fehlen. Hier hatte die Verpflegungsgruppe der Feuerwehr Heidelberg vorgesorgt und pünktlich zur Mittagszeit ein leckeres Mittagessen serviert.
Fazit - super gelaufen - bitte mehr!
Am Ende des Übungstages konnten alle Mitwirkenden ein positives Fazit ziehen.
„Am Anfang waren wir schon angespannt, ob die Übungen klappen. Aber als die erste Alarmierung durch war und das Szenario wie erhofft funktionierte, fiel einiges an Anspannung weg“, resümierte Morano am Abend, „letztlich hatten alle Übungen den gewünschten Effekt und forderten die Jugendlichen wie erhofft“.
Während die Jugendliche von der Abwechslung und der Realitätsnähe der Übungen begeistert und motiviert nach Hause gingen, war dem Team im Hintergrund die Erschöpfung nach so viel Action anzusehen. Aber auch hier überwiegte die Freude über den mehr als gelungenen Übungstag, der mit Sicherheit (und in Erwartung der Jugendlichen) eine Wiederholung finden wird.



