„Heidelbergs Herz schlägt wieder“: Stadthalle nach umfassender Sanierung wiedereröffnet

Großer Dank an Wolfgang Marguerre, seine Familie und sein Unternehmen Octapharma: Einzigartiges Engagement hat Sanierung ermöglicht

Bühne frei für die Stadthalle: Mit einer großen Opening-Veranstaltung ist das Konzerthaus Stadthalle Heidelberg am heutigen Sonntag, 1. Februar 2026, nach mehrjähriger umfassender Sanierung wiedereröffnet worden. Rund 2.400 Bürgerinnen und Bürger erkundeten den Tag über die „gute Stube“ Heidelbergs, die sich nach der Sanierung in vielen Bereichen wieder stärker ihrem historischen Originalzustand annähert und zugleich die für ein modernes Konzert- und Veranstaltungshaus notwendige Technik, Infrastruktur und Barrierefreiheit erhalten hat.

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Die schönsten Momente der Stadthallen-Eröffnung in Bildern.

Herzstück ist der eindrucksvolle Wolfgang-Marguerre-Saal, der ehemalige Große Saal, der künftig dank beweglicher Böden neben einem ebenen Parkett auch ansteigende Sitzreihen für Konzerte ermöglicht – mit verbesserter Sicht und Akustik für das Publikum. Der Säulengang zum Neckar wurde wieder zugänglich gemacht und bildet nun dank Verglasung einen ganzjährigen hochattraktiven Aufenthaltsbereich mit Blick auf Fluss und Philosophenweg. Die Besucherinnen und Besucher erlebten den ganzen Eröffnungstag über interessante Bühnenprogramme mit hochklassiger Musik, informativen Talkformaten und Filmvorstellungen – und erhielten damit einen Eindruck, was das Konzerthaus Stadthalle nach ihrer umfassenden Sanierung auszeichnet.

OB Würzner: „Modernes Konzerthaus, das historischen Charme bewahrt hat“

Wolfgang Marguerre Saal bei der Wiedereröffnung
Bühne frei für die Stadthalle: Mit einer großen Opening-Veranstaltung ist das Konzerthaus am heutigen Sonntag, 1. Februar 2026, nach umfassender Sanierung wiedereröffnet worden. Herzstück ist der eindrucksvolle Wolfgang-Marguerre-Saal, der dank beweglicher Böden neben einem ebenen Parkett auch ansteigende Sitzreihen für Konzerte ermöglicht – mit verbesserter Sicht und Akustik für das Publikum. (Foto: Philipp Rothe)

„Die Wiedereröffnung der Stadthalle ist ein ganz besonderer Tag für unsere Stadt: Heidelbergs Herz schlägt wieder!“, sagte Oberbürgermeister Eckart Würzner, der am Vormittag die ersten Besucherinnen und Besucher begrüßte: „Unser Juwel Stadthalle hat durch die Sanierung seinen Feinschliff bekommen. Die Stadthalle präsentiert sich als ein modernes Konzerthaus, das seinen historischen Charme bewahrt hat. Sie verbindet Tradition und Moderne – und steht damit sinnbildlich dafür, was Heidelberg seit jeher auszeichnet.“  
 

Das Philharmonische Orchester Heidelberg unter Leitung seines Generalmusikdirektors Mino Marani begeisterte mit seinem musikalischen Auftakt zur Wiedereröffnung des Konzerthauses Stadthalle Heidelberg. (Foto: Philipp Rothe)
Das Philharmonische Orchester Heidelberg unter Leitung seines Generalmusikdirektors Mino Marani begeisterte mit seinem musikalischen Auftakt zur Wiedereröffnung des Konzerthauses Stadthalle Heidelberg. (Foto: Philipp Rothe)

„Großes Geschenk für Heidelberg und gesamte Stadtgesellschaft“

Oberbürgermeister Würzner betonte: „Zu verdanken haben wir dies alles unserem Heidelberger Ehrenbürger Wolfgang Marguerre. Mit der größten Einzelzuwendungen, die die Stadt jemals erhalten hat, hat er gemeinsam mit seiner Familie und seinem Unternehmen Octapharma es erst möglich gemacht, die Stadthalle umfassend zu sanieren und fit für die Zukunft zu machen – ein großes Geschenk für Heidelberg und die gesamte Stadtgesellschaft. Der Name Wolfgang Marguerre ist in der Kulturförderung für Heidelberg das, was der Name Guggenheim für New York ist. Im Namen der Stadt, des Gemeinderates und der Bürgerinnen und Bürger bedanke ich mich ganz herzlich für dieses einzigartige Engagement.“

„Die Wiedereröffnung der Stadthalle ist ein ganz besonderer Tag für unsere Stadt“, betonte Oberbürgermeister Eckart Würzner: „Zu verdanken haben wir dies alles unserem Ehrenbürger Wolfgang Marguerre. Gemeinsam mit seiner Familie und seinem Unternehmen Octapharma hat er es erst möglich gemacht, die Stadthalle umfassend zu sanieren.“ (Foto: Philipp Rothe)
„Die Wiedereröffnung der Stadthalle ist ein ganz besonderer Tag für unsere Stadt“, betonte Oberbürgermeister Eckart Würzner: „Zu verdanken haben wir dies alles unserem Ehrenbürger Wolfgang Marguerre. Gemeinsam mit seiner Familie und seinem Unternehmen Octapharma hat er es erst möglich gemacht, die Stadthalle umfassend zu sanieren.“ (Foto: Philipp Rothe)

Wolfgang Marguerre: „Stadthalle ist Ort der Begegnung, der Musik und der Gemeinschaft“

„Die Stadthalle war für mich immer mehr als ein Gebäude – sie ist ein Ort der Begegnung, der Musik und der Gemeinschaft. Dass sie nun in neuem Glanz wieder für alle Heidelbergerinnen und Heidelberger offensteht, erfüllt mich mit großer Freude und Dankbarkeit. Wenn dieses Haus Menschen zusammenbringt, Kultur lebendig macht und auch kommende Generationen inspiriert, dann hat sich dieses Engagement mehr als gelohnt“, sagte Wolfgang Marguerre. Gemeinsam mit seiner Familie und seinem Unternehmen Octapharma deckt er in vollem Umfang die Kosten für die Sanierung der Stadthalle in Höhe von 57 Millionen Euro.

Musikalische Glanzpunkte, vielfältiges Bühnenprogramm, lebendige Erkundungstouren

Besucherinnen und Besucher erlebten ein vielfältiges Bühnenprogramm – der Einlass erfolgte aufgrund begrenzter Kapazität in vier Zeitslots. Musikalische Glanzpunkte setzten das Philharmonische Orchester Heidelberg, der Heidelberger Frühling, die Heidelberger Sinfoniker und das KlangForum. In vier Bühnentalks mit den Architekten Sibylle und Prof. Felix Waechter (Waechter + Waechter Architekten BDA, Darmstadt), Mathias Schiemer (Geschäftsführer Heidelberg Marketing und Heidelberger Kultur- und Kongressgesellschaft), Mino Marani (Generalmusikdirektor Philharmonisches Orchester Heidelberg), Johannes Klumpp (Heidelberger Sinfoniker), Thorsten Schmidt (Heidelberger Frühling) und Dominique Mayr (KlangForum) erhielt das Publikum umfassende Einblicke in die Sanierung und Nutzung. Moderiert und konzipiert wurde das Bühnenprogramm von Holger Schultze, Intendant des Theaters und Orchesters Heidelberg. Im Anschluss an das Bühnenprogramm erkundeten die Besucherinnen und Besucher die Stadthalle.

Die Projektleitung für die Sanierung hatte die Gesellschaft für Grund- und Hausbesitz mbH (GGH) inne, in enger Abstimmung mit der Betreiberin Heidelberger Kultur- und Kongressgesellschaft und dem Architektenbüro Waechter + Waechter. Zur Erinnerung und als Dank für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit bei der Sanierung überreichten GGH-Geschäftsführer Peter Bresinski und Gesamtprojektleiter Sebastian Streckel im Rahmen der Eröffnungsfeier eine Fotografie an Oberbürgermeister Würzner.

Zum Abschluss des Eröffnungstages wartete am Abend ein weiteres Highlight: das „Eröffnungskonzert Konzerthaus Stadthalle Heidelberg“ des Philharmonischen Orchesters Heidelberg unter Leitung seines Generalmusikdirektors Mino Marani. Auf dem Programm standen Johannes Brahms „Konzert D-Dur für Violine und Orchester op. 77“ sowie Ludwig van Beethovens „Sinfonie Nr. 5 c-Moll op. 67“. Um weiteren Heidelbergerinnen und Heidelbergern einen zeitnahen Konzertbesuch im Wolfgang-Marguerre-Saal zu ermöglichen, hat das Theater und Orchester Heidelberg zwei weitere, bereits ausverkaufte Konzerte am 3. und 5. Februar angesetzt. Ab sofort finden die Philharmonischen Konzerte des Theaters wieder in der Stadthalle statt. Karten sind erhältlich unter www.theaterheidelberg.de.

Das bietet die sanierte Stadthalle

Einblicke in die sanierten Säle – wie hier den Ballsaal – erhielten die Besucherinnen und Besucher bei der Wiedereröffnung des Konzerthauses Stadthalle. (Foto: Philipp Rothe)
Einblicke in die sanierten Säle – wie hier den Ballsaal – erhielten die Besucherinnen und Besucher bei der Wiedereröffnung des Konzerthauses Stadthalle. (Foto: Philipp Rothe)

Wolfgang-Marguerre-Saal: Der größte Saal bietet für Publikum und Künstlerinnen und Künstler enorme Verbesserungen: Hubböden ermöglichen große Flexibilität bei der Bühnengröße und ansteigende Sitzreihen für Konzerte. Besucherinnen und Besucher profitieren von einer uneingeschränkten Sicht auf die Bühne. Zusammen mit weiteren Maßnahmen verbessert dies auch die Akustik. Zugleich kann der Saal mit ebenem Parkett für Bälle und Tanzveranstaltungen genutzt werden. Im Bühnenbereich nähert sich die Stadthalle dem historischen Originalzustand an: Nachträgliche Einbauten von 1979/80, wie eine Zwischenwand hinter der Bühne und rote Vorhänge, wurden entfernt. Das historische Geländer vor der Orgel wurde wieder freigelegt, so dass diese noch besser zur Geltung kommt. Die Voit-Orgel von 1903, bestehend aus 3.766 Pfeifen, wird noch restauriert und soll 2027/28 wieder betriebsbereit sein. Die sichtbaren Pfeifen wurden gereinigt. Hochwertige Stühle bieten hohen Sitzkomfort.

Säulengang zum Neckar: Der Portikus ist eines der neuen Highlights. Die bei der Sanierung 1979/80 eingebauten Türverkleidungen wurden entfernt, so dass der Zugang wieder möglich ist. Durch eine Verglasung des Portikus in Abstimmung mit dem Denkmalschutz wurde der bislang ungenutzte Bereich zu einem attraktiven Aufenthaltsraum mit Blick auf Neckar und Heiligenberg umgestaltet. Der Wolfgang-Marguerre-Saal profitiert zudem von der zusätzlichen Helligkeit.

Neuer Verbindungsgang: Durch eine Glaswand im hinteren Bereich des Wolfgang-Marguerre-Saals besteht nun eine Durchgangsmöglichkeit vom Foyer in den Meriansaal, ohne Querung des Saals. Meriansaal und andere Räume können dadurch unabhängiger genutzt werden.

Empore: Die Bestuhlung nähert sich wieder dem Originalzustand an: Seitlich sitzt das Publikum auf vier Reihen statt bislang drei. Die zusätzlichen Stühle wurden aus dem mittleren Bereich entnommen. An der Stirnseite stehen weiterhin fünf Reihen zur Verfügung. Die Stühle wurden in Abstimmung mit dem Denkmalschutz ausgewählt. Die Empore steht in der Eröffnungswoche noch nicht zur Verfügung. Aufgrund von verspäteten Materiallieferungen konnten unter anderem Geländer und Sturzsicherungen nicht rechtzeitig eingebaut werden. Die Fertigstellung erfolgt in den kommenden Wochen.

Foyer: Die Bar wurde als Rundbar in die Mitte verlegt. Dadurch konnte die dritte, historische Tür in den Wolfgang-Marguerre-Saal wieder geöffnet werden. Zudem waren kleinere, sicherheitsrelevante Anpassungen erforderlich, unter anderem an den Geländern.

Barrierefreiheit: Dank eines neuen Aufzugs im Foyer können Gäste im Rollstuhl künftig auch nach unten zur Garderobe und nach oben in den Wolfgang-Marguerre-Saal und zur Empore fahren. Zudem wurde ein neuer Aufzug am Osteingang (Montpellierplatz) gebaut. Insgesamt sieben moderne Aufzüge stehen zur Verfügung. Davon profitieren auch Künstlerinnen und Künstler, die von der Garderobe mit ihren Instrumenten zum Wolfgang-Marguerre-Saal fahren können, sowie das Catering-Personal. Für Rollstuhlfahrer und Begleitpersonen stehen im Saal ausreichend Plätze zur Verfügung. Zudem wurden zwei barrierefreie Toiletten gebaut.

Umkleiden für Künstlerinnen und Künstler: Für sie gab es früher nur eine Umkleide, ohne Geschlechtertrennung. Nun wurden im Untergeschoss vier Soloumkleiden geschaffen.

Küche und Catering: Im Erdgeschoss ist eine neue Küche, im Untergeschoss sind neue Arbeitsräume, Kühlräume, Lagerflächen und Sozialräume entstanden.

Technik: Stromleitungen, Beleuchtung, Haustechnik und Brandschutz wurden in der gesamten Stadthalle grundlegend erneuert. Die leistungsstarke Lüftungsanlage wurde in der neuen Technikzentrale unterhalb des Montpellierplatzes installiert – dadurch wurde im Keller der Stadthalle Platz frei für Künstlergarderoben und Catering.

Fenster: Historische Fenster wurden restauriert und um eine davor- und eine dahinterliegende Fensterscheibe ergänzt. So sind die historischen Fenster weiterhin sichtbar – verbunden mit deutlichen energetischen Verbesserungen. Nicht denkmalgeschützte Fenster wurden erneuert.

Rückblick: Die wichtigsten Schritte der Sanierung

Die dringend sanierungsbedürftige Stadthalle war im August 2019 geschlossen worden, damit eine tiefgreifende Untersuchung des über 120 Jahre alten Gebäudes für die anstehende Sanierung beginnen konnte. Der Haupt- und Finanzausschuss beschloss im September 2019 das Sanierungskonzept des Architektenbüros Waechter + Waechter. Vorbereitende Arbeiten wie der Abbau und die Einlagerung der Orgel und der Sitzreihen von der Empore begannen. Nach Einreichung des Bauantrags im Mai 2020 und einem Wechsel der Zuständigkeit hin zum Landesamt für Denkmalpflege mit Neueinreichung der Unterlagen erteilte schließlich das Regierungspräsidium Karlsruhe im Dezember 2021 die Baugenehmigung.

Kurz darauf starteten im März 2022 die Rohbauarbeiten für die Technikzentrale unter dem Montpellierplatz und in der Stadthalle. Die Projektleitung für die Sanierung hatte die Gesellschaft für Grund- und Hausbesitz mbH Heidelberg (GGH) inne, in enger Abstimmung mit der Betreiberin Heidelberger Kultur- und Kongressgesellschaft und dem Architektenbüro Waechter + Waechter. Nach Abschluss der Rohbauarbeiten Ende 2023 begannen im Wolfgang-Marguerre-Saal die Arbeiten an den Hubböden.

Im Januar 2024 beschloss der Haupt- und Finanzausschuss eine Erhöhung der Maßnahmengenehmigung auf insgesamt 57 Millionen Euro aufgrund von Baupreissteigerungen sowie notwendigen Zusatzmaßnahmen. Wolfgang Marguerre weitete seine Unterstützung gemeinsam mit seiner Familie und seinem Unternehmen Octapharma ein weiteres Mal aus und deckt damit weiterhin im vollen Umfang die Kosten für die Sanierung. Im Juni 2025 startete die Neugestaltung des Montpellierplatzes, die bis zur Wiedereröffnung des Konzerthaues Stadthalle am 1. Februar 2026 abgeschlossen wurde.

Mehr Information rund um die Sanierung gibt es online unter www.stadthalle.heidelberg.de.

Fotos zum Download

(Erstellt am 01. Februar 2026)