Stimmen aus dem Gemeinderat

der Stadt Heidelberg

In der Rubrik „Stimmen aus dem Gemeinderat“ kommen Mitglieder des Gemeinderates zu Wort. Die Autorinnen und Autoren sind für den Inhalt ihrer Beiträge in vollem Umfang selbst verantwortlich, insbesondere auch in Bezug auf alle notwendigen Nutzungsrechte.

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Frieda Fiedler

Bündnis 90 / Die Grünen

Ein Herbst für die ganze Stadt

vom Sommer verabschiedet – und wie schön das war! So gut besucht und vielfältig habe ich den Heidelberger Herbst noch nie erlebt. Fast überall auf den Straßen und entlang des Neckars gab es Flohmarktstände der Anwohner*innen oder Kunsthandwerker*innen – für mich gehören sie unbedingt dazu. Auf dem Uniplatz ging es beim Mittelaltermarkt in eine andere Zeit, auf dem Friedrich-Ebert-Platz präsentierten sich hiesige Sportvereine mit Vorführungen, Mitmachaktionen und Angeboten für Groß und Klein.

Menschen auf dem Theaterplatz, das Theater ist bunt angeleuchtet
Heidelberger Herbst: So spannend wird ein Stadtfest, wenn sich unterschiedliche kulturelle Perspektiven zeigen können, wie z. B. hier auf dem Theaterplatz. (Foto: Tatjana Boudjenah)

Auch musikalisch war der Herbst vielfältiger als eine klassische Stadtfestbühne. An der Alten Brücke waren bei der halle02 beispielsweise die Speed Boys auf der Nepomuk-Terrasse. Die Bühne im Triplex-Innenhof mit dem Motto „Campus Fiesta International“ war neu, weil der Marstallhof mittlerweile geschlossen ist. Besonders begeistert hat mich das Programm auf dem Theaterplatz. Karlstorbahnhof, Metropolink und das Berliner İÇ İÇE Festival haben dort Livemusik, DJs, Tanz und Lichtkunst zusammengebracht. Anatolische Sounds, elektronische Musik und die Lichtinstallationen auf der Theaterfassade zeigen, wie spannend ein Stadtfest wird, wenn unterschiedliche kulturelle Perspektiven ihren Platz bekommen. Am 21. November kommt das İÇ İÇE Festival übrigens in den Karlstorbahnhof.

Für mich zeigt dieser Heidelberger Herbst, was ein gutes Stadtfest ausmacht: nicht ein Angebot für alle, sondern viele Angebote für viele unterschiedliche Heidelberger*innen. Für Familien und Kinder, Sport- und Flohmarktfans, für Traditionelles ebenso wie für internationale Musik und Kultur. Genau diese Mischung macht Heidelberg so lebenswert.

Und vielleicht ist es ja jemandem aufgefallen: Auf dem Herkulesbrunnen am Marktplatz sind jetzt vier Schilder mit der Aufschrift „Trinkwasserbrunnen“ angebracht, man kann nun das Leitungswasser hier ganz offiziell trinken. Ein grüner Erfolg, über den wir uns sehr freuen!

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Dr. Peer Hübel

CDU

Der Heidelberger Herbst – ein Fest, das uns verbindet

Was für ein Wochenende! Der Heidelberger Herbst zeigte einmal mehr, warum dieses Fest zu Heidelberg gehört und für unsere Stadt von so großer Bedeutung ist. Wenn sich die Altstadt in eine große Festmeile verwandelte, wurde spürbar, was unsere Stadt ausmacht: Vielfalt, Weltoffenheit, Kultur und vor allem die Begegnung der Menschen.

Wir konnten gemeinsam erleben, wie vielfältig und lebendig Heidelberg ist: Tolle Livemusik auf zahlreichen Bühnen, Kunsthandwerk, kulinarische Angebote und natürlich der traditionelle Flohmarkt, der die Gassen zu einem großen Treffpunkt machte. Der Mittelaltermarkt entführte uns auf dem Universitätsplatz mit Musik, Gaukelei und Jonglage in vergangene Zeiten.

Besonders schön war auch der internationale Charakter des Heidelberger Herbstes. Die Stände unserer Partnerstädte brachten ein Stück Europa mitten in unsere Altstadt. Begegnungen, Gespräche und Aktionen machten die Städtepartnerschaften lebendig und zeigten, wie eng Heidelberg mit seinen Freunden in aller Welt verbunden ist.

Unser besonderer Dank gilt allen, die dieses Fest möglich gemacht haben: den Verantwortlichen von Heidelberg Marketing, den Vereinen, Institutionen, Gewerbetreibenden, Künstlerinnen und Künstlern sowie den zahlreichen Ehrenamtlichen. Mit großem Engagement und beeindruckender Professionalität haben sie dafür gesorgt, dass Heidelberg wieder gemeinsam feiern konnte.

Der Heidelberger Herbst war damit weit mehr als ein Stadtfest. Er stärkte unsere Innenstadt, brachte Menschen zusammen und machte sichtbar, wie lebendig unsere Stadtgesellschaft ist. Wir können stolz sein auf unseren Heidelberger Herbst – ein Fest, das unsere Stadt verbindet und einfach zu Heidelberg gehört.

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Prof. Dr. Anke Schuster

SPD

80 Jahre vhs Heidelberg: Demokratische Wurzeln, gelebte Bildung

Gegründet 1946 als Initiative engagierter Bürgerinnen und Bürger – als Ort des demokratischen Neuanfangs. Dieser Gründungsauftrag prägt die Volkshochschule bis heute. Getragen von einem gemeinnützigen Verein, steht die vhs Heidelberg e. V. für echte Teilhabe aus der Stadtgesellschaft für die Stadtgesellschaft. Daher unterstützt die Stadt diese Einrichtung kontinuierlich.

In der vhs versteht man lebenslanges Lernen nicht als Luxus, sondern als Grundrecht – und sichert damit den freien und bezahlbaren Zugang zu Bildung für alle. Ob zweite Bildungswege, Sprach- und Integrationskurse, politische Bildung oder Gesundheitsförderung: Hier begegnen sich Menschen aller Generationen und Herkünfte auf Augenhöhe.

Dieser Auftrag wird erst durch die Menschen greifbar, die Tag für Tag ihr Wissen und ihre Begeisterung teilen: Ein riesiges Dankeschön an all die engagierten Dozentinnen und Dozenten! Ihre Expertise, ihr Herzblut und ihre pädagogische Leidenschaft verwandeln jeden Kursraum in einen inspirierenden Ort der Begegnung. Dafür: Danke, danke, danke!

Unsere Welt verändert sich rasant, ob digitale Mündigkeit oder Künstliche Intelligenz – die Lernfelder wachsen. Doch die Kernaufgabe der vhs bleibt unverrückbar: Menschen zu befähigen, ihr Leben eigenständig zu gestalten und unsere Demokratie aktiv mitzutragen.

Herzlichen Glückwunsch an den Trägerverein und die gesamte vhs Heidelberg zu 80 Jahren Bildung für alle!

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Jochen Ricker

Die Heidelberger

Fehlende Balance am Hans-Thoma-Platz

Wir Heidelberger sehen den Handlungsbedarf zur Klimaanpassung und tragen sinnvolle Maßnahmen voll mit. Diese dürfen jedoch nicht zulasten der Infrastruktur gehen. Autos von Anwohnern und Arbeitnehmern verschwinden durch den Abbau von Stellplätzen nicht, sondern weichen mühsam in Nebenstraßen aus. Die wichtige Kundschaft für Handel und Handwerk bleibt mangels Parkplätzen irgendwann ganz weg. Der erzeugte Parksuchverkehr belastet die Umwelt oft mehr, als zusätzliche Bäume ausgleichen können. 

Genau dieser Konflikt zeigt sich am Hans-Thoma-Platz Nord. Obwohl selbst das Amt für Mobilität für die ausgewogenere Variante 1A plädierte, drückte das Stadtplanungsamt in der Vorlage die maximale Variante 1B durch. Der Stadtentwicklungs- und Bauausschuss folgte dem gegen unsere Stimmen und überging damit auch das klare Votum des Bezirksbeirats Handschuhsheim. Durch diese Entscheidung fallen im ohnehin durch den DoLa-Umbau belasteten Ortskern nun weitere wichtige Parkplätze ersatzlos weg. Wie fehlerhaft die Verkehrsplanung agiert, zeigt das Beispiel der einzigen Ladezone: Kaum markiert, musste sie wegen des neuen Radwegs nach wenigen Tagen schon wieder weichen. Wir fordern hier dringend mehr planerische Sorgfalt.

info@dieheidelberger.de

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Klaudia Rzeźniczak

Fraktionsgemeinschaft HiB/Volt

JUBA gibt Jugendlichen neue Perspektiven

Wenn Jugendliche umstandsbedingt durch die Raster des Schulsystems fallen, fängt sie in Heidelberg ein Rettungsschirm namens JUBA (Jugendbildungsagentur) auf.

Beispielsweise wenn durch Sitzenbleiben die neunjährige Schulpflicht erfüllt, aber kein Schulabschluss erlangt wird, unterstützt JUBA die Personen bei der weiteren Bildung, beruflichen Planung und Ausbildungsplatzsuche und berücksichtigt dabei die persönlichen und sozialen Faktoren mit.

Mit dem Anspruch „kein junger Mensch darf verloren gehen“ arbeiten Stadt Heidelberg, Job Center, Rhein-Neckar-Kreis, staatliches Schulamt Mannheim eng mit einem Netzwerk anderer Organisationen zusammen, damit die Hilfesuchenden schnell und unbürokratisch unterstützt werden. Mit JUBA als zentrale Ansprechstation wird niemand zwischen mehreren Behörden hin und her verschoben, was für Betroffene zermürbend und entmutigend wirken könnte. Wenn die Jugendlichen wieder in die Spur kommen und ihre Bildungslaufbahn frühzeitig fortsetzen, werden spätere, schwere Sozialfälle vermieden. Das ist sinnvoll, empathisch und auf Dauer günstiger als spätere Maßnahmen.

info@hib-volt.de

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Bernd Zieger (Die Linke)

Fraktionsgemeinschaft Die Linke/Bunte Linke

Die Schaffung von bezahlbarem und barrierefreiem Wohnraum ...

... ist das wichtigste kommunalpolitische Thema. 

Für die Mehrheit des Gemeinderates spielt es aber kaum eine Rolle. Es wird überwiegend über das Sparen im Sozialen diskutiert. Der Wahlsieg der Linken in Berlin hat gezeigt, wie wichtig ambitionierte und umsetzbare Ziele sind. Diese reichen von Neubauprojekten bis zur Vergesellschaftung großer profitorientierter Immobilienkonzerne. 

Wir fordern seit Jahren als Die Linke/Bunte Linke vehement, dass mit der Entwicklung des Patrick-Henry-Village mit mehr als 5.000 geplanten Wohnungen begonnen wird. Außerdem hatten wir ein Mieten-Monitoring durchgesetzt. Für die systematische Verfolgung des Mietwuchers müssen zusätzliche Stellen geschaffen werden.

gemeinderat@dielinke-hd.de

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Frank Beisel (FWV)

Fraktionsgemeinschaft FDP/FWV

Seniorenherbste auch in schwierigen Zeiten

Trotz der angespannten Haushaltslage werden auch in diesem Jahr die Seniorenherbste stattfinden. Gerade in finanziell herausfordernden Zeiten sind Angebote wichtig, die Begegnung, Gemeinschaft und Teilhabe ermöglichen. Die Seniorenherbste bieten jung gebliebenen Senioren die Möglichkeit, bei Musik, Unterhaltung und einem geselligen Beisammensein gemeinsam schöne Stunden zu verbringen. Dass diese Tradition fortgeführt wird, ist ein wichtiges Zeichen der Wertschätzung. Gleichzeitig gilt es bei diesen Veranstaltungen verantwortungsvoll mit den städtischen Mitteln umzugehen. Die Seniorenherbste zeigen: Gemeinschaft und Zusammenhalt haben auch in schwierigen Zeiten ihren Platz. 

info@fdpfwv.de

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Timethy Bartesch

AfD

„Asylshuttle“ hält jetzt am Hauptbahnhof

Aus der Zeitung durften wir erfahren, dass eine der Haltestellen des PHV-Busses ab Oktober an den Bussteig H direkt neben dem F+U Campus verlegt wird. So wie die Politik seit mindestens 2015 agiert, stellt sich mir dabei unweigerlich die Frage, ob Stadt und Land hier einen intensiven kulturellen Austausch zwischen den Schülerinnen und Studentinnen und den gewünschten Neubürgern anstreben. Als AfD-Fraktion hatten wir einen Tagesordnungspunkt zur PHV-Haltestelle beantragt. Wir wollten bei den Standort-Kriterien konstruktiv einsteuern. Dieser Antrag wurde aber vom OB per Schreiben abgekanzelt und nicht in den Gremienlauf gegeben. Und so dem Gemeinderat die Mitwirkung an der Entscheidung versagt.

geschaeftsstelle@afd-fraktion-heidelberg.de

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Dr. Gunter Frank

IDA

Gegen Gemeinderats-Klausuren ist nichts einzuwenden.

Viel wichtiger ist, dass der dort diskutierte Haushalt der Stadt auch nutzt und nicht nur politischen Vorfeldorganisationen. Z.B.: Wofür genau gibt das Amt für Chancengleichheit fast 5 Millionen aus?

info@ida-hd.de

Eine Übersicht aller Gemeinderatsmitglieder ist unter www.heidelberg.de/gemeinderatlive zu finden.