Stimmen aus dem Gemeinderat

der Stadt Heidelberg

In der Rubrik „Stimmen aus dem Gemeinderat“ kommen Mitglieder des Gemeinderates zu Wort. Die Autorinnen und Autoren sind für den Inhalt ihrer Beiträge in vollem Umfang selbst verantwortlich, insbesondere auch in Bezug auf alle notwendigen Nutzungsrechte.

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Christoph Rothfuß, Leander von Detten

Bündnis 90 / Die Grünen

25 Jahre Villa Nachttanz – ein Stück Heidelberg

Am Samstag feierte die Villa Nachttanz ihr 25-jähriges Bestehen, die Laudatio der Stadt hielt Bürgermeisterin Stefanie Jansen. Wer dabei war, konnte deutlich spüren, was diesen besonderen Ort der Heidelberger Subkultur ausmacht: Menschen aus nah und fern, die sich hier wiederfinden.

Feiernde Menschen nachts
Die Villa Nachttanz ist ein Ort, an dem jeder und jede willkommen ist – unabhängig von Herkunft, Lebensstil oder Alter. (Foto Grünen-Fraktion Heidelberg)

Die Villa Nachttanz liegt eher unscheinbar im Pfaffengrund, eingeklemmt zwischen Gewerbeflächen und der Heidelberger Brauerei. Kein Schaufenster, keine Werbung – und trotzdem ist die Villa seit einem Vierteljahrhundert ein Stück Heimat für viele aktuelle oder ehemalige Heidelberger*innen. Der Verein trägt das Haus seit 2001, und zwar ausschließlich ehrenamtlich. Rund 15 feste Mitglieder und ein Helferpool von 40 bis 50 Menschen gestalten Programm, Theke, Technik und Garten – ohne Zuschüsse von Land oder Stadt. Letztere hat beim Erwerb des heutigen Standorts Im Klingenbühl geholfen und der Gemeinderat ermöglichte 2008 durch die Mietvertragsverlängerung den Fortbestand der Villa. Alles Weitere hat der Verein selbst gestemmt, mit eigenen Händen.

Was dabei entstanden ist, lässt sich kaum in eine Kategorie fassen. Konzerte mit lateinamerikanischen Beats, akustische Musik, DJs von Trance über Techno bis Groove. Bands wie Irie Révoltés standen hier früh auf der Bühne. Der legendäre 1. Mai lief dieses Jahr so gut wie noch nie, die Festivilla als mehrtägiges Sommerfestival im Freien ist schon längst eine Heidelberger Institution. Seit zwei Jahren ist die Villa auch Teil von Enjoy Jazz.

Dabei vergisst die Villa nie ihre Stammkundschaft und bietet immer wieder eine Bühne – ob drinnen oder draußen – für lokale Bands bei ihrem allerersten Auftritt und Formate, die anderswo keinen Platz finden. Sie ist ein Ort, an dem jeder und jede willkommen ist – unabhängig von Herkunft, Lebensstil oder Alter. An dem man sich über Generationen hinweg begegnet und schätzt, um zusammen zu feiern, zu tanzen, zu lachen oder Chai zu trinken. Dabei hat die Villa etwas geschafft, was nur wenigen gelingt – sie ist offen für alle geblieben: Das kleine Bier kostet heute 1,50 Euro, vor 25 Jahren waren es 3 Mark. In Zeiten drastisch steigender Preise ist das alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Diese Offenheit, dieser Charme, dieses pulsierende Leben sind kein Zufall. Sie sind das Ergebnis von 25 Jahren ehrenamtlichem Engagement – und ein Modell, das zeigt, was Kultur und Ehrenamt auch ohne großes Geld leisten können, wenn man ihnen Freiheit, Raum und Vertrauen schenkt.

Wir gratulieren herzlich zum 25. Jubiläum und freuen uns darauf, dort gemeinsam noch viele weitere Nächte zum Tag zu machen.

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geschaeftsstelle@gruene-fraktion.heidelberg.de

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Hans Breitenstein

CDU

Zwischen großen Themen und kleinen Lösungen

Der Wochenmarkt im Pfaffengrund ist ein beliebter Treffpunkt – frisches Obst, regionale Produkte und gute Gespräche gehören einfach dazu. Doch hinter der freundlichen Atmosphäre gibt es manchmal auch ganz praktische Herausforderungen. Ein aktuelles Beispiel: die Toilettensituation vor Ort.

Die vorhandene Dixi-Toilette war zuletzt verstopft und in keinem guten Zustand. Gleichzeitig besteht aber keine andere Möglichkeit, öffentliche Toiletten zu erreichen. Für die Marktbetreiber, die oft bis zu acht Stunden am Stück vor Ort sind, ist das mehr als nur ein kleines Ärgernis – es ist eine Frage der Arbeitsbedingungen und der Wertschätzung.

Ein Telefonat mit dem Bürgerservice – sie werden sich darum kümmern. Manchmal ist es für uns ganz einfach, durch eine schnelle Rückmeldung Betroffenen Erleichterung – im wahrsten Sinne des Wortes – zu verschaffen ;-)
Ein Anruf, ein Hinweis, und eine Sache kommt ins Rollen. Gerade die scheinbar kleinen Dinge brauchen oft schnelle Aufmerksamkeit, weil sie den Alltag direkt betreffen.

Denn Kommunalpolitik spielt sich nicht nur in Sitzungen und großen Beschlüssen ab. Sie zeigt sich oft genau dort, wo es hakt – im Kleinen, im Alltäglichen. Ob funktionierende Infrastruktur oder pragmatische Lösungen vor Ort: Am Ende gilt das alte Sprichwort „Kleinvieh macht auch Mist“ –  genau die vielen kleinen Punkte entscheiden nämlich darüber, ob unsere Stadt gut funktioniert.

Der Pfaffengrund-Markt ist dafür ein gutes Beispiel. Er erinnert daran, wie wichtig es ist, zuzuhören und hinzuschauen – denn eine lebenswerte Stadt entsteht nicht nur durch große Projekte, sondern durch viele funktionierende Details im Alltag.

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Sören Michelsburg

SPD

Mut zu Veränderungen im ÖPNV zahlt sich aus

Die Diskussionen um Einsparmaßnahmen im Heidelberger ÖPNV wurden in den vergangenen Monaten emotional geführt. Besonders die Veränderungen bei der Linie 32 sorgten zunächst für Skepsis und Kritik. Viele befürchteten längere Wege, schlechtere Anschlüsse oder sinkende Attraktivität. Inzwischen zeigt sich: Der Weg kann funktionieren.

Durch die Anpassungen bei der Linie 32 und die neue Strecke der 21 sind die Fahrgastzahlen laut rnv insgesamt gestiegen. Das macht deutlich: Nicht jede Veränderung bedeutet automatisch Verschlechterung. Entscheidend ist, ob Linien klarer, schneller und verlässlicher werden.

Diese Chance bieten auch die geplanten Veränderungen für Boxberg und Emmertsgrund. Wenn die Linie 29 künftig schneller in die Innenstadt gelangt, wird der ÖPNV besonders für Pendlerinnen und Pendler attraktiver. Kurze Fahrzeiten entscheiden mit darüber, ob Menschen Bus und Bahn nutzen oder auf das Auto zurückgreifen.

Voraussetzung ist die vorgeschlagene Anpassung der Linie 27. Wenn diese künftig den gesamten Boxbergring abfährt, profitieren besonders ältere Menschen, Familien und Personen mit eingeschränkter Mobilität. Weniger Umstiege bedeuten mehr Komfort.

Gerade in den Bergstadtteilen zeigt sich, wie wichtig alltagstauglicher Nahverkehr ist. Viele Menschen sind dort auf Busverbindungen angewiesen – für Arbeit, Einkaufen oder Arzttermine. Deshalb müssen Veränderungen daran gemessen werden, ob sie den ÖPNV attraktiver machen.

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Matthias Fehser

Die Heidelberger

Die Entwicklung der Montpellierbrücke

in Heidelberg ist mehr als eine bloße Kostensteigerung – sie zeigt grundlegende Probleme im Umgang mit großen Infrastrukturprojekten. Statt der ursprünglich veranschlagten 22,5 Millionen Euro werden nun rund 37 Millionen Euro fällig. Ursachen sind Planungsfehler aus den 1970er-Jahren, Schäden und Mängel, die erst im Zuge der Sanierung sichtbar wurden. Falsche Bestandsunterlagen, geschädigter Beton in den Hohlkästen und zusätzliche statische Maßnahmen führten zu erheblichen Mehrkosten. Auch externe Faktoren wie verschobene Sperrpausen der Bahn haben den Bauablauf erschwert und verteuert. Positiv hervorzuheben ist, dass das Tiefbauamt unter komplexen Bedingungen professionell und lösungsorientiert gearbeitet hat. Viele Pro-bleme konnten erst während der Bauausführung erkannt werden und mussten kurzfristig gelöst werden. Für die Zukunft ergibt sich aber daraus: Brückenprojekte müssen vorab deutlich gründlicher untersucht, realistischer kalkuliert und besser abgesichert werden. Nur so lassen sich vergleichbare Kostensteigerungen und unvorhergesehene Schwierigkeiten vermeiden. Entscheidend ist eine frühzeitige und vollständige Bestandsanalyse sowie eine konsequente Risikobewertung bereits in der Planungsphase. 

info@dieheidelberger.de

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Andreas Gottschalk, Katharina Born

Fraktionsgemeinschaft HiB/Volt

Unsere Kinder haben keine Knautschzone!

Wer kennt das nicht, im Auto zur Arbeit oder zu einem Termin zu müssen, aber wegen einer der 30 Baustellen in der Stadt im Stau festzusitzen und sich zu ärgern? Trotzdem: In Deutschland haben Autofahrende eine starke Lobby (siehe Tankrabatt). Anders als Rollstuhlfahrende, die wegen einer Baustelle nicht mehr über die abgesenkte Stelle eines Bürgersteigs kommen und sich deswegen auf die Fahrbahn zwischen den Pkws zwängen müssen. Oder als Kinder, denen die Baustelle den geraden Weg zum Zebrastreifen oder zur Ampel versperrt. Kinder werden im Straßenverkehr so gefährdet. Sie haben aber keine Knautschzone. Ihre Sicherheit muss deshalb vorgehen. Andere Städte zeigen wie Baustellenmanagement besser ginge:

  • Die Betroffenen (Anwohner*innen, Eltern, Schulen, Kitas, Kinderbeauftragte) werden im Vorfeld einbezogen 
  • Jede Baustelle hat eine Ansprechperson, die Probleme löst 
  • in tagesaktuellen Baustellenportalen gibt es Fotos, klare Informationen und eine Hotline für Anregungen 
  • spontane Kontrollbesuche mit Siegel erhöhen das Qualitätsbewusstsein. 

Fazit: Baustellenmanagement ist nicht nur Mobilitätspolitik, es ist auch Sicherheits-, Gesundheits- und Familienpolitik und Bürger*innenbeteiligung!

info@hib-volt.de

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Zara Kızıltaş (Die Linke)

Fraktionsgemeinschaft Die Linke/Bunte Linke

Stadtteilarbeit schützt Demokratie …

… und muss deshalb geschützt werden. Wir kritisieren die Entscheidung des Stadtentwicklungs- und Bauausschusses, die Stadtteilarbeit im Emmertsgrund zu kürzen.

Unser Antrag, die Kürzungen zunächst im Sozialausschuss zu behandeln, fand keine Mehrheit. Dabei sind Einrichtungen der Stadtteilarbeit keine freiwilligen Extras, sondern unverzichtbar für den sozialen Zusammenhalt im Emmertsgrund. Wer hier spart, spart an den Menschen und am gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Bereits im Vorfeld hatten wichtige Akteure aus dem Emmertsgrund in einem offenen Brief eindringlich auf die Folgen hingewiesen. Sie verdeutlichten, dass die geplanten Kürzungen die sozialen und kulturellen Strukturen des Stadtteils massiv gefährden.

gemeinderat@dielinke-hd.de

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Frank Beisel (FWV)

Fraktionsgemeinschaft FDP/FWV

Rauch über der Altstadt

Unsere Berufsfeuerwehr führte kürzlich unter realistischen Bedingungen eine Übung im Schlossbergtunnel durch. Dabei war zeitweise ein Teil der Altstadt in Nebel beziehungsweise Rauch gehüllt, was bei vielen Bürgern für Verwunderung sorgte.

Solche Übungen sind für uns von großer Bedeutung, da sie helfen, mögliche Schwachstellen zu erkennen und Abläufe zu verbessern. Bereits für den Herbst ist eine weitere Großübung im Tunnel geplant, damit wir im Ernstfall bestmöglich vorbereitet sind. Auch unsere freiwilligen Feuerwehren trainieren regelmäßig für den Einsatz. Ich hoffe, dass Sie auch künftig Verständnis für diese Übungen haben – denn sie können im Ernstfall Leben retten.

Danke an alle Hilfskräfte für ihren Einsatz!

info@fdpfwv.de

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Timethy Bartesch

AfD

Informierte Bürger ...

... sind die Grundlage einer funktionierenden Demokratie. Das gehört zum Kernbestand der klassischen Demokratietheorie. Die Mächtigen unserer Zeit schleifen dies beständig. In Heidelberg werden, da bin ich mir sicher, die offiziellen „Informationen“ zum Bürgerentscheid absichtlich einseitig sein. Bundesweit zeigt sich dabei an dem Interview von Björn Höcke bei Ben ungeskriptet, wie sehr die Bürger sich selbst ein Bild machen wollen. Bereits über 5 Millionen Aufrufe für das sehr hörenswerte, 4,5 Stunden lange Gespräch sind eindeutig. Auch der Demokratie in Heidelberg würde eine offenere Debatte statt zwanghafter, fast panischer Abgrenzung sehr gut tun – insbesondere auch im Gemeinderat und Berichten in den lokalen Zeitungen.

geschaeftsstelle@afd-fraktion-heidelberg.de

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Björn Leuzinger

Die PARTEI

Sparzwänge

Die Sanierung der Montpellierbrücke verursacht Mehrkosten in Höhe von 14,5 Millionen(!) Euro, die Beschaffung von Luxussanitärcontainern 300.000 Euro (Stadtblatt 25.3.). Jetzt kaufen wir für 200.000 € acht Toiletten der Firma Ströer, Folgekosten 560.000 €. Da ist es nur konsequent, dass wir bei Kultur und sozialem sparen! Die Zuschussempfänger haben zwar deutliche Mehrkosten durch Tarifsteigerung und Inflation, aber eine Steigerung um 2,5 % können wir uns eben einfach nicht mehr leisten.

info@die-partei-heidelberg.de

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Dr. Gunter Frank

IDA

Während andere Städte Gemeinderatssitzungen für Bürger ...

... dokumentieren, hinkt Heidelberg hinterher: instabile Livestreams, weder Aufzeichnungen noch ausreichende Dokumentation von Sitzungen, in denen über die Belange von 160.000 Bürgern entschieden wird.

info@ida-hd.de

Eine Übersicht aller Gemeinderatsmitglieder ist unter www.heidelberg.de/gemeinderatlive zu finden.