Gedenkkonzept zu NS-Unrecht in Heidelberg

Die Erinnerung an das Unrecht der Nationalsozialisten wachhalten und ihrer Opfer würdig gedenken: Mit diesem Ziel erarbeitet ein Arbeitskreis derzeit ein Konzept für eine angemessene, stadtweite Gedenkkultur. 

Mit diesem Ziel erarbeiten Institutionen und Initiativen, Akteurinnen und Akteure der Heidelberger Erinnerungskultur sowie Mitglieder des Gemeinderats derzeit ein Konzept für eine angemessene, stadtweite Gedenkkultur. Die Gruppe tagt unter Federführung des Heidelberger Stadtarchivs. Grundlage für das Konzept soll die umfassende Dokumentation der NS-Gewaltherrschaft und ihrer Verbrechen in Heidelberg sein. In zunächst elf Themenbereiche gegliedert sollen einzelne Aspekte der Heidelberger NS-Geschichte herausgearbeitet und der aktuelle Forschungsstand dokumentiert werden.

Blick in Hauptstraße Höhe Providenzkirche. An mehreren Gebäuden sind Hakekreuzflaggen gehisst
Unter www.erinnerungskultur.heidelberg.de finden sich Quellen zur NS-Zeit in Heidelberg, wie dieses Foto von der Hauptstraße im Jahr 1935. (Archivfoto: Stadtarchiv/Alfred Rupp)

Um die Arbeitsergebnisse der Gruppe fortlaufend zugänglich zu machen und bereits während des Entstehungsprozesses Informationen für Gedenkformate zu liefern, wurde eine Webseite eingerichtet, die ab sofort unter www.erinnerungskultur.heidelberg.de zu finden ist.

„Gerade in einer Stadt wie Heidelberg, in der Weltoffenheit und Toleranz nicht nur gefordert, sondern auch aktiv gelebt werden, ist es wichtig, sich mit seiner eigenen Vergangenheit auseinanderzusetzen und die mahnende Erinnerung an die NS-Schreckensherrschaft wachzuhalten. Nur so können wir verhindern, dass sich die Fehler der Vergangenheit wiederholen“, sagt Bürgermeisterin Martina Pfister.

Eine Schlüsselstelle für eine physische und historisch authentische Erinnerung an NS-Unrecht ist das ehemalige Gefängnis „Fauler Pelz“. Dort waren zwischen 1933 und 1945 mehrere Tausend Männer und Frauen inhaftiert. Für fast alle NS-Verfolgungsopfergruppen finden sich unter den Inhaftierten Beispiele, und für etliche von ihnen bedeutete der dortige Aufenthalt den Beginn eines langen Verfolgungsweges, der in Konzentrationslagern endete.

Hauptsächliche Träger des Projekts sind das Stadtarchiv, der Heidelberger Geschichtsverein, das Historische Seminar der Universität, die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA), die Initiative Stolpersteine Heidelberg sowie weitere Partner.

Weitere Informationen unter www.erinnerungskultur.heidelberg.de