Letzte Etappe bei Brückenbau
500 Tonnen schwere und 120 Meter lange Gneisenaubrücke wird an Pylon befestigt
Der Bau der Gneisenaubrücke geht in die letzte Etappe.
Die neue Fahrrad- und Fußgängerbrücke in der Nähe des Hauptbahnhofs, die künftig die Stadtteile Bergheim und Bahnstadt verbindet und über die Bahngleise führt, wird im Sommer fertiggestellt. Die Brücke, die derzeit noch auf provisorischen Stützen liegt, wird mit Stahlseilen an einem rund 40 Meter hohen Pylon befestigt. Auf diese Weise trägt der Pylon künftig die 500 Tonnen schwere und 120 Meter lange Stahlbrücke.
Die neue Gneisenaubrücke wird als Schrägseilbrücke in Stahlbauweise errichtet. Die Arbeiten dazu starteten Anfang April und laufen voraussichtlich bis Ostern. Dabei werden zunächst 12 Seilpaare, insgesamt 24 Stahlseile, am Pylon und an der Brücke befestigt. Diese sind bis zu 87 Metern lang und jeweils bis zu 1.750 Kilo schwer. Zusammen haben die Seile eine Länge von rund einem Kilometer und sind bis zu zehn Zentimeter dick. Später soll das Gewicht hauptsächlich von acht Seilpaaren gehalten werden. Damit der Pylon das tonnenschwere Gewicht tragen kann, wird dieser auf der Bergheim-Seite rückverspannt.
Die Brücke schwebt in der Luft
Zunächst hängen die Stahlseile noch schlaff an der Brücke. Sind alle Seile befestigt, werden diese in einer vorbestimmten Reihenfolge angespannt. Dafür sind Pressen im Einsatz. Begonnen wird mit den Seilpaaren vor und hinter dem Pylon. Dann arbeitet sich das Baustellen-Team auf die gegenüberliegende Seite. Das letzte Seilpaar, das angezogen wird, ist das längste Element, das den Pylonkopf mit dem Anschlagpunkt am Überbau auf der anderen Seite verbindet. Durch das Spannen der Seile hebt sich der Überbau bis zu zehn Zentimeter von den Traglaststützen ab auf denen er bis jetzt ruht. Sie werden im Anschluss aus dem Gleisbereich entfernt. Die Stahlbrücke wiegt insgesamt etwa 500 Tonnen. Alle Seile zusammen haben eine Länge von rund einem Kilometer. Die längsten Seile haben einen Durchmesser von vier Zentimetern, die vier Seile der Rückverspannung einen Durchmesser von knapp zehn Zentimetern.
Die neue Brücke bietet eine autofreie Gleisüberquerung mit getrennten Rad- und Fußwegen. An die Gneisenaubrücke soll sich die kommende neue Rad- und Fußwegverbindung über den Neckar anschließen.
Weitere Informationen unter www.heidelberg.de/gneisenaubruecke
