Schlüsselübergabe für Haus des Jugendrechts

Die Räumlichkeiten für das neue Haus des Jugendrechts wurden am Freitag, 23. Januar, übergeben. 

Vertreterinnen und Vertreter der Staatsanwaltschaft Heidelberg, der Jugendhilfe der Stadt Heidelberg und des Rhein-Neckar-Kreises sowie des Polizeipräsidiums Mannheim arbeiten hier gemeinsam daran, junge Menschen vor einem Abgleiten in die Kriminalität zu bewahren und noch effektiver zu betreuen. 

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Heidelbergs Oberbürgermeister Eckart Würzner (rechts) bei der Schlüsselübergabe von Justizministerin Marion Gentges (3. von links) an Vetreterinnen und Vertreter von Stadt, Kreis, Staatsanwaltschaft und Polizei. (Foto: Dorothea Burkhardt)

Abgestimmt reagieren

Oberbürgermeister Eckart Würzner erklärt: „Die Stärke des Haus des Jugendrechts ist, dass Jugendhilfe, Justiz und Polizei nun unter einem Dach schnell, verlässlich und abgestimmt reagieren können. Denn unser gemeinsames Ziel ist es, negative Entwicklungen noch zu wenden, junge Menschen zu stabilisieren und ihnen Perspektiven zu eröffnen.“

Erziehungsgedanke

Kinder und Jugendliche durchlaufen auf ihrem Weg zum Erwachsenwerden viele Entwicklungsstufen, die mit grundlegenden Veränderungen verbunden sind. Hierbei ist das Austesten von Grenzen ein jugendtypisches Verhalten. Im Jugendgerichtsgesetz steht daher der Erziehungsgedanke im Vordergrund.

Verschiedene Aufgaben

Bereits im April 2024 unterzeichneten der Leitende Oberstaatsanwalt Andreas Herrgen, Landrat Stefan Dallinger, Oberbürgermeister Eckart Würzner und Polizeipräsidentin Ulrike Schäfer die Kooperationsvereinbarung für das Haus des Jugendrechts Heidelberg und Rhein-Neckar-Kreis in Heidelberg. 

Seit Mai 2025 arbeiten die Staatsanwaltschaft, die Jugendhilfe im Strafverfahren der Stadt Heidelberg und des Rhein-Neckar-Kreises und die Polizei im Haus des Jugendrechts eng zusammen. Die Staatsanwaltschaft, die Jugendhilfe und die Polizei beteiligen sich mit unterschiedlichen Aufgaben am Jugendstrafverfahren. Hauptaufgabe der Jugendhilfe und Jugendämter ist die kontinuierliche Beratung, Begleitung und Betreuung der jungen Menschen über das gesamte Strafverfahren hinweg. Die sozialpädagogischen Fachkräfte haben dabei die Aufgabe, Kontakt aufzunehmen und die jungen Menschen sowie deren Erziehungsberechtigte zu beraten. Sie sollen einschätzen, ob unterstützende pädagogische Leistungen notwendig und geeignet sein könnten. In die Hauptverhandlungen bringen die Mitarbeitenden ihre pädagogische Einschätzung zur Persönlichkeit, der Entwicklung und der Umwelt der Jugendlichen ein und empfehlen Maßnahmen zur Unterstützung ihrer Entwicklung. 

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Myriam Lasso, Leiterin des Kinder- und Jungendamts, Bürgermeisterin Stefanie Jansen und OB Würzner (von links) mit den städtischen Mitarbeitenden im Haus des Jugendrechts (Foto: Dorothea Burkhardt)

Justizministerin Marion Gentges betonte die Wichtigkeit der Einrichtung: „Mit der Eröffnung setzt sich eine Erfolgsgeschichte fort, die wir in Baden-Württemberg vor über 25 Jahren begonnen haben. Wir haben hier 14 Häuser des Jugendrechts geschaffen; bundesweit gibt es 49 Einrichtungen. Die Häuser des Jugendrechts sorgen erfolgreich für eine schnelle und konsequente Sanktionierung und bieten gleichzeitig Hilfs- und Unterstützungangebote, um den jungen Menschen den Weg zu einem straffreien Leben zu ebnen.“

Staatssekretär Thomas Blenke MdL: „Unser erklärtes Ziel ist es, die jungen Menschen zurück auf den richtigen Weg zu bringen und einen Neustart zu ermöglichen. Mit unseren Häusern des Jugendrechts schaffen wir kurze Wege zwischen den zuständigen Behörden und können schnell reagieren.“

Auch Landrat Dallinger betont die Wichtigkeit der Einrichtung: „Unser neues Haus des Jugendrechts ist insofern besonders, weil es nicht nur für das Stadtgebiet, sondern auch für große Teile des Flächenlandkreises direkt zuständig ist. Genau wie die Lebenswelten unserer jungen Menschen nicht an diesen Grenzen zwischen Landkreis und Stadt enden.“

Der Amtsleiter von Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Marco Grübbel, zeigt sich zufrieden „Nach intensiver Suche ist es uns gelungen, diesen hervorragenden Standort für das Haus des Jugendrechts zu finden.“