Absichtserklärung zur Konversion des Patrick- Henry-Village zwischen Bund, BImA und Stadt Heidelberg am 27. Juli 2026 unterzeichnet
Ankaufsverhandlungen können fortgeführt werden
Das Bundesministerium der Verteidigung (BMVg), die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) und die Stadt Heidelberg haben sich auf die zukünftige Nutzung der ehemaligen US-Army-Fläche Patrick-Henry-Village (PHV) verständigt. Die BImA hatte auf Betreiben des BMVg angesichts des sicherheits- und verteidigungspolitisch notwendigen Aufwuchses der Bundeswehr im Oktober 2025 den Verkauf von Liegenschaften zunächst gestoppt (Moratorium) und den Dialog mit den betroffenen Kommunen gesucht. Nach mehreren Monaten vertrauensvoller Abstimmungen, die darauf abzielten, die städtebaulichen Planungen der Stadt mit den Flächenbedarfen der Bundeswehr in Einklang zu bringen, konnte eine Absichtserklärung in Form eines Letters of Intent (LoI) erarbeitet werden. Diesen unterzeichneten die Vertreter von BMVg, BImA und der Stadt Heidelberg am Montag, 27. Juli 2026, im Heidelberger Rathaus. Damit ist ein Meilenstein für die künftige Entwicklung der Fläche erreicht und die Basis dafür geschaffen, die Interessen des Bundes, des Landes und der Stadt zusammenzuführen und die weitere Umsetzung voranzutreiben.
„Die heute unterzeichnete Absichtserklärung zeigt eindrucksvoll, dass wir mit den vertrauensvollen Gesprächen im Rahmen der Standortgespräche den richtigen Weg nehmen. Wir haben uns gemeinsam mit der Stadt Heidelberg und der BImA an einen Tisch gesetzt und unsere Interessen auf Augenhöhe diskutiert. Das Ergebnis ist eine einvernehmliche Lösung für das Patrick-Henry-Village, mit dem wir allen Interessen gerecht werden. Ich danke allen Beteiligten – von der Kommune bis zum Land Baden-Württemberg – für das konstruktive und kooperative Miteinander und freue mich, dass wir die für die Stadt entscheidende Sicherheit für die weitere städtebauliche Weiterentwicklung geben können“, sagte Ministerialdirigent Jörg Hingott, Stellvertreter des Hauptabteilungsleiters Aufwuchs im Bundesministerium der Verteidigung.
„Diese Einigung ist eine großartige Nachricht für Heidelberg. Ich freue mich sehr, dass es uns in konstruktiven Gesprächen gelungen ist, eine Lösung zu finden, die den unterschiedlichen Interessen gerecht wird und für alle Beteiligten tragfähig ist. Damit können wir PHV endlich weiterentwickeln und eines der bedeutendsten Zukunftsprojekte unserer Stadt mit neuer Dynamik voranbringen. Zugleich eröffnet der künftige Bundeswehrstandort zusätzliche Chancen für Kooperationen – insbesondere in den Bereichen Wissenschaft, IT und Cybersicherheit. So stärken wir Heidelberg als Stadt der Innovation und gestalten gemeinsam die Zukunft“, erklärte Oberbürgermeister Eckart Würzner.
Zentrale Vereinbarungen des LoI
Das BMVg hat grundsätzlich ein Interesse an der Nutzung von Teilflächen des PHV, schließt jedoch eine klassische Kasernennutzung mit dem Ziel des Schutzes des städtebaulichen Konzepts des „Dynamischen Masterplans“ für PHV aus. Die Stadt unterstützt eine mögliche Nutzung von Teilflächen durch die Bundeswehr, unter anderem durch die Bereiche Verwaltung, Informationstechnologie und Cybersicherheit.
Das aktuelle Interesse der Bundeswehr richtet sich auf Stabs- und Verwaltungsfunktionen im Technologiebereich. Vor diesem Hintergrund wurden im „Dynamischen Masterplan“ im Bereich der Gewerbeflächen entlang der Autobahn zwei Verfügbarkeitsflächen mit unterschiedlichen zeitlichen Zugriffsoptionen vorgesehen: die rund drei Hektar große Fläche „Ost“ in den Quartieren C2/C3 nördlich des Grasweges, die für zehn Jahre reserviert wird, sowie die rund fünf Hektar große Fläche „Südost“ in den Quartieren C4/C5 südlich des Grasweges, die für fünf Jahre reserviert wird. Ein konkreter Flächenbedarf ist derzeit noch nicht definiert.
Ankaufsverhandlungen zwischen Stadt und BImA gehen weiter
Das BMVg erklärt mit der Vereinbarung gleichzeitig die Freigabe der restlichen Flächen des PHV aus dem Liegenschaftsmoratorium, sodass die ausgesetzten Ankaufsverhandlungen zwischen der BImA und der Stadt Heidelberg nun umgehend wieder aufgenommen und fortgeführt werden. Ziel ist es, diese zeitnah zu einem erfolgreichen Ende zu führen.
Auf der Fläche der früheren US-Wohnsiedlung Patrick-Henry-Village (PHV) entsteht Heidelbergs 16. Stadtteil. Mit rund 100 Hektar ist das Areal die größte der fünf militärischen Konversionsflächen in Heidelberg. Auf PHV sollen künftig rund 10.000 Menschen wohnen und bis zu 5.000 Arbeitsplätze entstehen. Eigentümerin der Flächen ist derzeit noch die BImA, die auf PHV selbst als Entwicklerin für preisgünstigen Wohnraum und wichtige Partnerin der Stadt Heidelberg tätig ist. Mit der Unterzeichnung können die Ankaufsverhandlungen zwischen Bund und Stadt weitergeführt werden.
Ergänzend: Weitere Informationen gibt es online unter www.heidelberg.de/konversion à PHV.

