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Das Patrick-Henry Village ist nicht nur der neue 16. Heidelberger Stadtteil, sondern auch Schauplatz des Urban Mining-Projektes „Circular City“, bei dem die Transformation des Bausektors hin zur nachhaltigen Kreislaufwirtschaft erforscht und vorangetrieben wird. Hierzu ein Videobeitrag der Deutschen Welle zum Thema Urban Mining in Heidelberg (auf Englisch).

Aus der PHV-Planungswerkstatt
Zur Videoserie 

So könnte der Parkway künftig aussehen: Flaniermeile, Radweg, Straßenbahntrasse und Fahrbahn für PKW

Patrick-Henry-Village

„Wissensstadt der Zukunft“

Patrick-Henry-Village, kurz PHV, ist mit rund 100 Hektar die größte Konversionsfläche Heidelbergs. Auf der Fläche der ehemaligen Wohnstadt für Familien der US-Army soll Heidelbergs 16. Stadtteil entstehen – eine Wissensstadt der Zukunft, in der die Menschen wohnen, arbeiten und ihre Freizeit verbringen. Rund 10.000 Menschen sollen dort wohnen und rund 5.000 ihren Arbeitsplatz haben.

Eigentümerin der Flächen ist derzeit noch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), die auf PHV selbst als Entwicklerin für preisgedämpften Wohnraum und wichtige Partnerin der Stadt Heidelberg tätig ist. Die Stadt Heidelberg wird bald die ersten Flächen von der BImA kaufen und selbst mit der baulichen Stadtteil-Entwicklung starten. Die Gespräche sind auf der Zielgeraden.

Die Stadt Heidelberg plant auf PHV das Konzept des Urban Mining, dem sogenannten Bergbau in der Stadt, umzusetzen. Ein digitales Gebäude-Materialkatasters hilft dabei, Materialien gezielt wiederzuverwenden.

Im Herzen der Metropolregion

PHV liegt nahe der Autobahn A5 im Südwesten Heidelbergs und im Herzen der Metropolregion Rhein-Neckar. In die Heidelberger Altstadt sind es rund sechs Kilometer, zum Heidelberger Hauptbahnhof knapp fünf Kilometer (20 Minuten mit dem Rad). Ein Bus bindet PHV an die Innenstadt an. Direkt an der Autobahn gelegen ist Mannheim in 25 Minuten erreichbar, Frankfurt in rund einer Stunde, Stuttgart in eineinhalb Stunden.

Wie viele neuen Wohnungen werden gebaut?

Auf PHV soll neuer Wohnraum für alle Lebenslagen entstehen. Das wohnungspolitische Konzept der Stadt sieht rund 5.000 Wohnungen vor, teils zur Miete, teils im Eigentum. Die Hälfte der Wohnungen soll im unteren Preissegment liegen. Alle Wohnungsgrößen sollen vertreten sein. Auch die BImA selbst entwickelt rund 550 Wohnungen im preisgedämpften Segment. Die ersten Bewohnerinnen und Bewohner sollen dort im Herbst 2026 einziehen.

Das Ankunftszentrum für Geflüchtete des Landes Baden-Württemberg, das seit 2015 auf PHV untergebracht ist, wird im neuen Stadtteil ebenfalls eine Heimat finden. Mehr dazu auf der Website des Landes Baden-Württemberg.

Der Wohnraum in PHV wird modern und vielfältig sein. (Foto: KCAP)
Der Wohnraum in PHV wird modern und vielfältig sein. (Foto: KCAP)

Stadt der kurzen Wege – was ist hier geplant?

Das Areal soll als 16. Stadtteil Heidelbergs eine Stadt der kurzen Wege werden. Dafür ist eine gute Aufteilung zwischen Wohnen und Arbeiten unabdingbar. Auch in den Gebieten mit vorrangiger Wohnnutzung sollen anteilig Arbeitsplätze entstehen, Kindergärten, eine Schule, Sport- und Vereinsflächen sowie ein Quartierstreff werden integriert. Gleichzeitig gibt es auch Gewerbeflächen für großflächigere Entwicklungen. Schwerpunktmäßig sollen dabei Flächen für Wissenschaft und Gewerbe entstehen.


Wie wird der neue Stadtteil angebunden?

Von der ersten Entwicklungsmaßnahme an erfolgt die Sicherung einer umweltfreundlichen Mobilität. Der Schwerpunkt liegt auf der Förderung des Mobilitätsverhaltens zu Fuß, mit dem Fahrrad und dem öffentlichen Nahverkehr. Die VRN-Buslinie 717 fährt PHV im 30-Minuten-Takt an und schafft von Beginn an eine direkte Verbindung ins Zentrum von Heidelberg sowie nach Schwetzingen und Speyer.

Zentrale Erschließungsachse im Stadtteil selbst wird eine Ringstraße sein, die die verschiedenen Quartiere und Freiräume verbindet, der sogenannte Parkway. Das Straßensystem wird stellplatzfrei geplant. Alle Grundstücke sind mit dem Auto erreichbar. Geparkt wird in separat erschlossenen Quartiersgaragen an den Eingängen des Stadtteils und entlang der Logistikstraße. Wie in den Quartiersgaragen soll auch auf Quartiersebene in einzelnen Mobilitätsstationen ein nachhaltiges Mobilitätsangebot geben, zum Beispiel Leihfahrräder, Lastenfahrräder, Car-Sharing etc. 

Eine Ringstraße, der sogenannte Parkway, wird den Stadtteil erschließen. (Foto: Planergruppe GmbH)
Eine Ringstraße, der sogenannte Parkway, wird den Stadtteil erschließen. (Foto: Planergruppe GmbH)

Grünes Herz, grüne Finger – was ist das?

Wesentliche Komponente des Freiraumkonzeptes ist das Grüne Herz, das Zentrum von PHV mit einem See. 

Die Grünen Finger bilden ein Freiraumnetz aus Gärten, naturnahen Flächen, Spiel- und Gemeinschaftsflächen und sind gleichzeitig die in Ost-West-Richtung notwendigen Frischluftschneisen sowie Biotop- und Wegevernetzung in die Landschaft. Ein Rand im Westen stellt den Übergang zur angrenzenden Agrarlandschaft dar. Das Gebiet beinhaltet Naherholung, Naturschutz sowie verschiedene Arten der Nahrungsmittelproduktion. 

Das Prinzip der Schwammstadt, das Regenwasser vor Ort versickern lässt – also lokal aufnimmt und speichert – wird im neuen Stadtteil umgesetzt.

Das Grüne Herz im Zentrum von PHV. (Foto: KCAP)
Das geplante Grüne Herz im Zentrum von PHV. (Foto: KCAP)
Das Freiraumnetz der Grünen Finger. (Foto: KCAP)
Das Freiraumnetz der Grünen Finger. (Foto: KCAP)

Wie wird Energie vor Ort erzeugt?

Die benötigte Energie soll so weit wie möglich innerhalb des Stadtteils in dezentralen Strukturen produziert werden. Dazu gehören Photovoltaik-Anlagen auf Dächern und Fassaden ebenso wie die Nutzung von Erdwärme sowie ein hochinnovatives „wechselwarmes Netz“, das Gebäude sowohl kühlen als auch heizen kann. Gleichzeitig soll der Energieverbrauch auf allen Ebenen so gering wie möglich gehalten werden.


Welche Funktion übernimmt das zukünftige Multihaus?

Das Multihaus, ein vielseitiger Komplex, der Mobilitätshub, Einzelhandel und mögliche weitere Nutzungen miteinander vereint, bildet zusammen mit dem bereits kulturell genutzten ehemaligen Supermarkt die neue Eingangssituation des PHV. Diese soll sowohl gestalterisch als auch funktional einen einladenden und überzeugenden Auftakt darstellen. Mehr dazu


Hintergrund

Luftaufnahme des Patrick-Henry-Village (Foto: Venus)

Die Entwicklung von Patrick-Henry-Village ist ein Leuchtturmprojekt der Internationalen Bauausstellung (IBA) Heidelberg. Die Vision: Eine "Wissensstadt der Zukunft".


Zeitstrahl

Zugang zum Patrick-Henry-Village (Foto: Diemer)

Von der Idee über die Vision bis hin zu ersten Zwischennutzungen des Geländes - hier finden gibt es einen Überblick über den bisherigen Entwicklungsprozess.


Beteiligung

Eine Person arbeitet mit einem Tablet (Foto: Stadt Heidelberg)

Vom 9. Dezember 2019 bis zum 15. Januar 2020 gab es für Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit Ihre Ideen und Anmerkungen einzubringen.


Presse

Ein Stapel Zeitungen

Alle Pressemitteilungen zur Patrick-Henry-Village im Überblick