In der Rubrik „Stimmen aus dem Gemeinderat“ kommen Mitglieder des Gemeinderates zu Wort. Die Autorinnen und Autoren sind für den Inhalt ihrer Beiträge in vollem Umfang selbst verantwortlich, insbesondere auch in Bezug auf alle notwendigen Nutzungsrechte.
Queer Festival Heidelberg 2026: Ein Monat für Sichtbarkeit und Haltung
Vom 8. bis 30. Mai findet das Queer Festival Heidelberg statt: ein Monat lang queere Kultur, Diskurs und Begegnung im Karlstorbahnhof. Den Auftakt bildete ein gemeinsamer Empfang der Stadt und des Festivals, zu dem auch die Bundesbeauftragte für die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt, Sophie Koch, nach Heidelberg gekommen war.
Das Queer Festival Heidelberg – ein Monat lang queere Kultur, Kunst, Diskurs und Begegnung im Karlstorbahnhof. (Foto Grüne-Fraktion Heidelberg)
Koch kämpft auf Bundesebene gegen erheblichen Gegenwind: Das Bundesfamilienministerium hat das Wort „Queerpolitik“ aus dem Titel des zuständigen Referats gestrichen, ein Schritt, den Kritikerinnen als Zeichen einer schleichenden Erosion der Unterstützung sehen. Die Bedeutung von Allyship wächst gerade in Zeiten, in denen steigende Anfragen bei Antidiskriminierungsstellen zeigen, wie sehr die offene und vielfältige Gesellschaft unter Druck gerät, auch in Heidelberg. Dabei reicht das Hissen von Flaggen nicht aus. Nötig sind vielmehr konsequente politische Strukturen, die Schutz vor Gewalt und Diskriminierung gewährleisten und diese Haltung auch sichtbar abbilden.
Besonders wichtig ist das für junge Menschen. Sie befinden sich in einer kritischen Phase der Identitätsfindung, in der das Fehlen von Akzeptanz und sicheren Räumen, Diskriminierung oder Mobbing schwerwiegende Folgen für die psychische Gesundheit und soziale Entwicklung haben kann. Konsequente Queerpolitik auf kommunaler Ebene sendet ein klares Signal der Sicherheit und Zugehörigkeit. Heidelberg ist seit 2020 Mitglied im internationalen Rainbow Cities Network und unterstreicht damit ein langfristiges Engagement für die vielfältige und diskriminierungssensible Stadtgesellschaft. Die Kundgebung gegen Queerfeindlichkeit am 17. Mai, organisiert vom Queeren Netzwerk Heidelberg und unterstützt vom Amt für Chancengleichheit, war ein kraftvolles Zeichen dieser Haltung im Stadtbild. Dass hier Vertreterinnen von BiBeZ e.V. und dem Migrationsbeirat gesprochen haben, zeigt: Dem Angriff auf die offene Gesellschaft kann nur intersektional entgegengetreten werden. Die Grüne-Fraktion hat in der Vergangenheit wichtige Schritte zur strukturellen Stärkung der Queerpolitik unternommen, darunter der Antrag auf Mitgliedschaft im Rainbow Cities Network und die erstmalige Finanzierung des Queerfestivals im Doppelhaushalt 2021/2022.
Auch in Zukunft wollen wir dafür Sorge tragen, dass die etablierten Strukturen für Gewaltschutz und Antidiskriminierung erhalten bleiben, d.h. die Bereitstellung von Beratungsangeboten, die Stärkung der Antidiskriminierungsarbeit und das Bereitstellen von sicheren Räumen.
Wir gratulieren herzlich zum 25. Jubiläum und freuen uns darauf, dort gemeinsam noch viele weitere Nächte zum Tag zu machen.
Große Weinwanderung in Rohrbach und Leimen als starkes Zeichen für Heidelberg: Die „Große Weinwanderung“ am 10. Mai 2026 in den Weinbergen von Rohrbach und Leimen hat eindrucksvoll gezeigt, welche verbindende Kraft der Wein für Heidelberg entfalten kann. Entlang des Erlebniswanderwegs „Wein und Kultur“ bot sich von 11 bis 19 Uhr ein vielfältiges Programm.
Eingeladen hatte der Obst-, Garten- und Weinbauverein (OGWV) Heidelberg-Rohrbach e.V. in Kooperation mit dem Umweltamt der Stadt Heidelberg und dem Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald. Diese Zusammenarbeit steht beispielhaft für das, was solche Veranstaltungen leisten können: die Verbindung von Natur, Kultur und bürgerschaftlichem Engagement.
Bei frühsommerlichem Wetter zog es zahlreiche Bürgerinnen und Bürger, Familien und Gäste hinaus in die Reben. Zwischen Weinbergen, Ständen und Gesprächen entstand eine Atmosphäre, die weit über ein klassisches Freizeitangebot hinausging: gelebte Stadtkultur. Die Heidelberger Winzerinnen und Winzer sind dabei weit mehr als Produzenten hochwertiger Weine. Sie sind Bewahrer einer jahrhundertealten Kulturlandschaft, die das Stadtbild prägt und Identität stiftet. Gerade in Rohrbach wird sichtbar, wie eng Weinbau, Geschichte und Gemeinschaft miteinander verwoben sind.
Für Heidelberg liegt hierin eine wichtige Chance: Der Weinbau stärkt nicht nur die regionale Wirtschaft, sondern auch den Tourismus und das kulturelle Profil der Stadt. Gleichzeitig schafft er Begegnungsräume, die im Alltag oft fehlen – generationenübergreifend und offen für alle. Die Weinwanderung 2026 war damit weit mehr als ein gelungenes Fest – sie war ein lebendiges Zeichen für Zusammenhalt und für die Bedeutung unserer Winzerinnen und Winzer.
Freude über neue Schulmensa im Pfaffengrund, aber Arbeitsauftrag für die Verwaltung
Die Verpflegungssituation in der Albert-Schweitzer- und der Stauffenbergschule ist derzeit nicht optimal. Da immer mehr Kinder für das Mittagessen und das Betreuungsangebot angemeldet werden, reichen die Kapazitäten nicht aus. Daher wird mehr Platz für die Mittagsverpflegung benötigt. Wir haben im Stadtentwicklungs- und Bauausschuss einen wichtigen Beschluss für den geplanten Umbau und die Erweiterung der nicht mehr genutzten Lehrküche sowie der ehemaligen Fahrzeughalle der Freiwilligen Feuerwehr zu einer Mensa gefasst. Von den 4,9 Mio. Euro Gesamtkosten werden ca. 3,1 Mio. Euro vom Land im Rahmen eines Förderprogramms übernommen. Wir freuen uns sehr, die Verpflegungssituation für die Kinder und Jugendlichen entscheidend verbessern zu können. Einen Wermutstropfen gibt es jedoch für das Ehrenamt im Pfaffengrund zu verzeichnen: Die ehemalige Fahrzeughalle der Freiwilligen Feuerwehr wird aktuell durch den Stadtteilverein Pfaffengrund als Lagerraum genutzt. Dort werden unter anderem Materialien für das Brunnenfest, die Sommertagsbutzen und das Verbrennungsgestell für den „Winter“ gelagert, das jährlich an mehrere Stadtteile für die Sommertagszüge ausgeliehen wird. Dieser Lagerraum fällt nun weg. Wir haben daher der Verwaltung in der letzten Sitzung des SEBA den Arbeitsauftrag erteilt, nach einem Ersatzlager für den STV zu suchen. Ein ersatzloses Entziehen des Lagers möchten wir so nicht akzeptieren.
Heidelberg erhält für die Jahre 2026 - 2029 aus dem EU-Projekt NEXTLOGIC jeweils rund 105.000 Euro um eine digitale Plattform für klimaneutrale Lieferverkehre zu entwickeln.
U.a. sollen in mobilen MicroHubs die Lieferungen von großen LKWs übernommen und auf der letzten Meile effizient und umweltfreundlich zugestellt werden. So sollen dauerhaft die innerstädtischen Lieferverkehre reduziert werden. Grundsätzlich eine gute Überlegung, aber wir beschäftigen uns lediglich mit den Symptomen, nicht mit der Ursache.
Was ist die eigentliche Ursache der Lieferverkehre und welche Verantwortung tragen wir als Konsumenten? Jede Bestellung, die wir aufgeben, erzeugt mehr Verkehr auf den Straßen und in unserer Stadt. Um dem entgegenzuwirken, müssen wir unser Konsumverhalten ändern! Weniger Einzelbestellungen aufgeben, längere Lieferzeiten akzeptieren, Abholstationen nutzen, Retouren vermeiden. Wenn wir weniger Lieferverkehr wollen, müssen wir ehrlich mit uns selbst sein und weniger online bestellen. Besser ist es allemal, lokal einzukaufen. Denn kurze Wege schonen die Umwelt, der Handel vor Ort wird gestärkt und Leerstand verhindert. Gleichzeitig sorgen wir für mehr Lebendigkeit und Begegnungen im Stadtteil!
Unsere Heidelberger Delegation mit OB Würzner reiste letzte Woche nach Montpellier, um 65 Jahre Städtepartnerschaft Heidelberg–Montpellier würdig zu begehen. Wir konnten Lehren aus der Geschichte und über den Umgang in unserer Gesellschaft ziehen. Besonders beeindruckt haben mich drei Programmpunkte: Anstatt in die gepflegte Innenstadt ging es in die Vorstadt (Banlieue) Mosson. In diesem historisch vernachlässigten „Brennpunkt“, der von kolonialer Vergangenheit, Zuwanderung und hoher Arbeitslosigkeit geprägt ist, läuft seit 2021 ein ehrgeiziges 500-Mio€-Projekt zur Stadterneuerung. Ein Kulturzentrum fördert lokale Unternehmerinnen und digitale Teilhabe. Kein Almosen, sondern Investition in Menschenwürde und Zukunft.
Danach nahmen wir an einer Agora teil: In einem offenen Format diskutierten Bürger*innen mit Verantwortlichen über Sanierung, sozialen Wohnungsbau und Teilhabe. Laut, lebendig, ernsthaft.
Wir tauschten uns mit I-Peicc aus, einem Jugendverein, der europäische Freiwilligendienste organisiert.
Erlebt haben wir, dass aus Erbfeinden Partner, aus Partnern Freunde werden können. Aus dieser Freundschaft entsteht ein Geist, der Europa über die zwei Nationen hinaus verbindet.
Der Bauturbo als schnelles Genehmigungsverfahren für Bauvorhaben wird in Heidelberg angewandt. Wir laden ein zum öffentlichen Austausch mit Baubürgermeister Jürgen Odszuck und Jasmin Pies, Bauturbo-Bundes-AG der Linken und Fraktionsvorsitzende in Saarbrücken. Was ist sinnvoll und was nicht, welche weiteren Auswirkungen sind zu erwarten, z.B. im Hinblick auf Trennung von Außenbereich und Siedlungsfläche, Schutz von Wald und Kulturlandschaft. Aber auch Freiraumqualität, Mikroklima, soziale Durchmischung und weitere Themen gilt es mitzudenken. Gemeinsam tragen wir Aspekte zusammen, die tiefergehend evaluiert werden sollten.
Dienstag 16.06. 19:30 Uhr, Laden für Kultur und Politik, Kaiserstraße 62
Die Verwaltung braucht eine Zeitenwende. Zehn Bürgerämter, die mittlerweile oft nur noch an 2-3 Tagen öffnen, sind teuer. Wir wollen stattdessen fünf starke Standorte in Nord, Süd, Ost, West und Mitte schaffen – ergänzt durch ein ausgebautes digitales Bürgeramt. Gepaart mit Online-Self-Service-Verwaltungsangeboten schaffen wir so eine zeitgemäße Verwaltung, die primär digital erreichbar ist. Neben den Onlineleistungen sollten die fünf physischen Bürgerämter täglich öffnen und an jedem Wochentag zumindest eines der fünf ohne Termin erreichbar sein. So spart die Verwaltung bei sich selbst und bringt das zurück, was die Bürgerinnen und Bürger möchten: Kurzfristigen und schnellen Service.
... die Mär vom menschengemachten Klimawandel. Gerade hat der „Weltklimarat“ das Horrorszenario RCP8.5 beerdigt, die Basis für fatale Fehlentscheidungen wie die desaströse Energiewende. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch der Rest des für Profiteure sehr einträglichen Klimalügennarrativs einer politisierten und korrumpierten „Wissenschaft“ sogar in Deutschland zusammenbricht. Heidelberg will mit gigantischen Wärmepumpen und Windradwahn dennoch unbeirrt weitermachen. Energiewendegläubige bemühen derzeit verstärkt die Krisensicherheit als Argument. Volatile Stromerzeugung aus Wind und Sonne kann aber gerade dies nicht leisten, da Strom nicht mal ansatzweise in den für ein Industrieland benötigten Dimensionen speicherbar ist.
… macht sich von allein“ hieß ein Lied in den 70ern. Davon träumt wohl auch der Gemeinderat. Beim Blick auf die Tagesordnung des heutigen Haupt- und Finanzausschusses wird mir mulmig: 720.000 € für zwei Balkone der Karl-Theodor-Brücke, 14,5 Mio. € Mehrkosten für die Montpellierbrücke und 450.000 € für den Sportplatz Ziegelhausen mit LED-Flutlicht. Da werden eben 20 Mio. € beschlossen, weil es nötig ist. Erhoffte Zuschüsse aus dem Bundesprogramm für kommunale Sportstätten blieben aus.
Der Weltklimarat stuft seine bisherigen Horrorszenarien ...
...zum Klimawandel als ‚unplausibel‘ ein und zieht sie zurück. Wird Heidelberg das in seine Planungen einbeziehen? Oder bleibt es beim Ziel der Klimaneutralität – koste es die Bürger, was es wolle?