In der Rubrik „Stimmen aus dem Gemeinderat“ kommen Mitglieder des Gemeinderates zu Wort. Die Autorinnen und Autoren sind für den Inhalt ihrer Beiträge in vollem Umfang selbst verantwortlich, insbesondere auch in Bezug auf alle notwendigen Nutzungsrechte.
Als ich neulich im Gemeinderat eine Anfrage zur mangelhaften Mobilfunkabdeckung im Emmertsgrund stellte, war ich nicht schlecht überrascht, als ich zur Antwort bekam, dass ein solches Problem der Verwaltung nicht bekannt sei. Wann immer ich jedoch selbst im Emmertsgrund unterwegs bin, habe ich fast durchgehend das Problem, keinen ausreichenden Empfang zu haben und daher auch für niemanden erreichbar zu sein.
Empfang fürs Handy? Auf dem Emmertsgrund eine schwierige Angelegenheit! (Foto Vyacheslav Shatskiy / Unsplash)
Ob auf dem Basketballplatz am Schlautersteig, in der Emmertsgrundpassage oder beim Forum am Bürgerhaus – überall sucht man vergeblich nach einem Ort, an dem man ausreichend Empfang für sein Handy hat. Auch beim kürzlich durchgeführten „Jane’s Walk“, einer von Mädchen und jungen Frauen organisierten Führung durch den Stadtteil, bei dem sie auf kritische Orte hinwiesen, wurde dieses Problem explizit erwähnt.
Mobilfunk und mobiles Netz sind heutzutage ein essenzieller Teil der Grundversorgung und Infrastruktur. Gerade für junge Menschen ist es sehr wichtig, um Freundschaften lebendig zu halten, Erreichbarkeit ist wichtig für Teilhabe am sozialen Leben. In Gefahrensituationen ist es wichtig, vor allem für vulnerable Gruppen, sich auf ein funktionierendes Netz verlassen zu können. Aufgrund der schwierigen Situation im ÖPNV müssen Kinder Ihre Eltern zuverlässig erreichen können, wenn mal ein Bus ausfällt.
Natürlich sind die Anbieter dafür zuständig, ihr Netz auszubauen und zur Verfügung zu stellen, und Funklöcher können auf deren Webseiten gemeldet werden. Wo dies aber nicht klappt, sollte die Stadt Kontakt zu Mobilfunkanbietern aufnehmen und sich für eine Verbesserung der Situation einsetzen. Zusätzlich könnte man auch an einigen Orten, an denen viele Menschen zusammenkommen, das städtische W-Lan zur Verfügung stellen. Das klappt an vielen anderen Stellen in Heidelberg ja auch problemlos. Wir dürfen die Menschen im Emmertsgrund mit diesem Problem nicht alleine lassen.
100 Jahre Schlossfestspiele - eine Ära geht, die Strahlkraft bleibt
100 Jahre Schlossfestspiele Heidelberg – dieses Jubiläum ist weit mehr als eine Reminiszenz an glanzvolle Theatertradition. Es ist ein lebendiges Bekenntnis zur kulturellen Identität der Stadt, die seit jeher vom Zusammenspiel aus Wissenschaft, Kunst und öffentlichem Diskurs geprägt ist. Das Theater Heidelberg nimmt dabei eine zentrale Rolle ein: als Ort ästhetischer Erfahrung, gesellschaftlicher Reflexion und kultureller Begegnung.
Die diesjährige Premiere unterstrich eindrucksvoll die Strahlkraft dieses Formats. Neben zahlreichen Vertreterinnen und Vertretern aus Kultur, Wissenschaft und Stadtgesellschaft waren auch der neue Ministerpräsident Cem Özdemir sowie der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Stephan Harbarth, anwesend – ein deutliches Zeichen für die überregionale Bedeutung der Schlossfestspiele. Zugleich spiegelte die große Resonanz des Publikums die tiefe Verwurzelung des Theaters in der Stadtgesellschaft wider.
Maßgeblichen Anteil an dieser Entwicklung hat Intendant Holger Schultze, für den diese Spielzeit zugleich die letzte ist. Mit künstlerischem Gespür, programmatischer Klarheit und großem Engagement hat er das Theater Heidelberg und insbesondere die Schlossfestspiele nachhaltig geprägt und weiterentwickelt. Schultze hat es verstanden, Tradition und Gegenwart produktiv zu verbinden und das Theater als offenen Ort für unterschiedliche Perspektiven zu stärken.
Mit seinem Abschied endet eine prägende Ära für Heidelberg. Zugleich wissen wir das Theater in kompetente Hände gelegt: Seiner Nachfolgerin Bernadette Sonnenbichler wünschen wir viel Erfolg, große Anerkennung für ihr Wirken und eine ebenso glückliche Hand für die Zukunft dieses bedeutenden Hauses.
Hitzefrei ist keine Lösung – Heidelbergs Schulen und Kitas brauchen Klimaschutz von innen
Dieser Juni bricht Rekorde: Es ist der heißeste Juni seit Beginn der Wetteraufzeichnung in unserer Region. Kinder in Kitas sitzen schwitzend auf dem Boden, Grundschüler können kaum noch einem Unterricht folgen, und in den weiterführenden Schulen herrschen in manchen Klassenzimmern Temperaturen weit über 30 Grad. Lernen unter solchen Bedingungen ist keine Bildung mehr – es ist Zumutung.
Dabei sollten wir uns nichts vormachen: Dieser Rekord-Juni ist gleichzeitig einer der kühlsten Junis, den die kommenden Jahrzehnte für uns bereithalten. Was heute als Ausnahme gilt, wird morgen der Normalzustand sein. Es ist unsere Verantwortung, jetzt zu handeln und uns für die Zukunft vorzubereiten.
Heidelberg braucht daher ein städtisches Programm zur Hitzeschutzausstattung aller Bildungseinrichtungen in Heidelberg: Klimaanlagen, Lüftungssysteme oder dezentrale Kühlgeräte – je nach baulichen Möglichkeiten. Ergänzend brauchen wir Außenbeschattung, begrünte Innenhöfe und eine Prioritätenliste, die zuerst die Räume der Jüngsten in den Blick nimmt. Hitzefrei schickt Kinder nach Hause – aber nicht alle haben dort bessere Bedingungen. Kühle Lernräume sind Bildungsgerechtigkeit.
Die gute Nachricht: Das Land BW hat ein Förderprogramm zur Klimaanpassung. Die schlechte: Klimageräte etc. werden bisher nicht gefördert.
Das muss geändert werden und wirksamer Hitzeschutz aufgenommen und ausreichend gefördert werden.
Die Heidelberger Schlossfestspiele sind ein besonderer kultureller Höhepunkt der Region und machen den Schlosshof jedes Jahr zu einem eindrucksvollen Ort für Theater, Musik und Begegnungen. Zwischen alten Mauern und dem Blick über die Stadt entsteht eine Stimmung, in der sich Vergangenheit und Gegenwart verbinden. Mit seiner letzten Regie zu den 100. Schlossfestspielen setzt Intendant Holger Schultze einen klaren künstlerischen Akzent und verabschiedet sich mit einer Arbeit, die seine Handschrift zeigt. Sein Theaterverständnis verbindet gutes Erzählen, klare Figuren und neue Sichtweisen auf bekannte Stoffe. Die Inszenierung steht für die Verbindung von Ort und lebendigem Theater, die Heidelberg ausmacht. Holger Schultze hat die Festspiele als Intendant stark geprägt und ihnen mit Mut, Kreativität und Offenheit wichtige Impulse gegeben. Seine letzte Regie „Cyrano de Bergerac“ ist ein Höhepunkt im Programm und ein Moment des Rückblicks und der Anerkennung. Sie zeigt, wie sehr Theater Menschen verbinden kann und wie lange künstlerische Ideen wirken. Die Heidelberger Schlossfestspiele bleiben ein Treffpunkt für Publikum, Künstlerinnen und Künstler sowie alle, die die besondere Atmosphäre des Theaters erleben möchten
Alle stöhnen wegen der Gluthitze. Auch die Tier- und Pflanzenwelt leidet. Das Hochdruckgebiet und heiße Luftströme aus dem Süden erzeugen die aktuelle Hitzeglocke. Der Klimawandel führt dazu, dass solche Hitzewellen häufiger, länger und heißer werden.
Die Stadt gibt nicht nur Ratschläge, wie man sich persönlich bei Hitze verhalten sollte. Sie stellt besonders in der Altstadt kostenlos Trinkbrunnen und Nachfüllstationen bereit. Schulen und Kitas befolgen „Hitzefreipläne“. Bei über 120.000 Arbeitsplätzen in Heidelberg können Arbeitgeber eine hohe Wirksamkeit erzielen. Damit würden sie in ihrem eigenen Interesse eine hohe Produktivität ihrer Mitarbeitenden erhalten.
Akute Maßnahmen wären die Arbeitszeit anzupassen, mehr Homeoffice zu ermöglichen, mehr Pausen zu gewähren, kostenlose Getränke zu geben, Wärmequellen aus Büros zu räumen und andere Arbeitsschutzmaßnahmen umzusetzen. Proaktiv können die Unternehmen anstreben, klimaneu-tral zu werden. Dazu gehören Photovoltaik auf Firmengebäuden, elektrische Firmenfahrzeuge, Fahrrad- und Deutschlandticket-Zuschüsse, energieeffiziente Büro- und Laborgebäude, nachhaltige Beschaffung, Reduzierung von Strom- und Wasserverbrauch.
Der Gemeinderat ist eingeladen, am Samstag anlässlich des Sommerspektakels auf dem Wilhelmsplatz zu sehen, wie die seit Jahren vom Bündnis „Schöner Willi“ erarbeiteten Vorschläge die Funktionalität des Platzes für die großen Feste als auch die Alltagsnutzung verbessern würden. Für die technische Infrastruktur eingesetztes Geld käme sowohl der täglichen Aufenthaltsqualität als auch den Sondernutzungen wie Stadtteilfesten und Kulturmarkt zugute. Besonders Verschattung und Wasserspender fehlen bei zunehmender Sommerhitze.
Von Freitag bis Sonntag sorgen viele helfende Hände für ein fröhliches, entspanntes Stadtteilfest mit attraktivem Angebot an Speisen und Getränken sowie Musik und Spiel auf dem Wilhelmsplatz.
Der bundesweite Aktionstag am Montag, den 22.06., zeigt: Immer mehr Aufgaben, zu wenig Geld ist kein Heidelberger Problem – es ist ein Problem landauf und landab. Aber nach dem angekündigten Herbst, Winter, Frühjahr und Sommer der Reformen im Bund erwarten wir kaum Überraschungen. Daher nun vor Ort: eine „Sparrunde“ wie im letzten Haushalt kann es nicht nochmal geben. Statt „Heckenschnitt“ braucht es Priorisierung. Das bedeutet auch teilweise Streichungen des Angebots in Bereichen, die nicht mehr Priorität haben. Das wird schmerzhaft, aber nicht anders gehen. Gleichzeitig müssen wir auch den Wirtschaftsstandort Heidelberg so stärken, dass wir über Wachstum vor Ort wieder mehr Einnahmen generieren.
… passte zur erwartbar fragwürdigen Veranstaltung im HCC: Von OB-Propaganda „Windkraft für 55 Prozent der Haushalte in HD“ (ohne Wind gibt‘s gar keinen Strom, und mit realistischen Zahlen sehr teuren!) bis zum grünen MdL, der am Ende für die Profiteure seiner grünen NGOs sprach. Schön war das Engagement der Naturschützer. Auch wir sind gegen Windindustrie im Wald, besonders im einzigartigen Heidelberger Stadtpanorama. Die AfD argumentiert aber grundsätzlicher: gegen die Energiewende, die weder technisch noch wirtschaftlich umsetzbar ist. Die meisten Diskussionsteilnehmer verstehen die Dimensionen nicht! Ein Industrieland kann mit volatiler Energie niemals zuverlässig und günstig mit Strom versorgt werden.
Sie macht uns momentan allen schwer zu schaffen. Da hilft nur regelmäßiges Abkühlen im Nass und viel Trinken. Da wären Trinkwasserbrunnen nett, wenn sie denn funktionierten. Seit Wochen ist der Brunnen am Europaplatz außer Betrieb, die Planungen für zahlreiche weitere liegen auf (mittlerweile geschmolzenem) Eis. Währenddessen wurde in Plankstadt der erste Bierbrunnen der Freundschaft eröffnet. Er sprudelt köstlich güldenes Bier bei besonderen Anlässen. Heidelberg könnte das längst auch haben!
die geplanten Windräder würden 55 Prozent der Heidelberger Haushalte mit Strom versorgen. Der erzeugte Strom steht uns aber weder direkt noch verlässlich zur Verfügung. Wir tragen nur die Last des riskanten Projekts.