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Hochkarätiger Auftakt zu „Hermann-Maas-Reden“ am 15. Februar

Gastrednerin ist Irena Steinfeldt-Levy von der Gedenkstätte Yad Vashem

Hermann Maas. (Foto: Hermann-Maas-Freundeskreis)
Hermann Maas. (Foto: Hermann-Maas-Freundeskreis)

Hermann Maas rettete in der Zeit des Nationalsozialismus zahlreichen Juden und Judenchristen das Leben. In Erinnerung an die Person und das Wirken des ehemaligen Heidelberger Heiliggeistpfarrers und badischen Prälaten initiiert die Stadt Heidelberg eine neue Vortragsreihe mit dem Titel „Hermann-Maas-Reden“. In zweijährigem Turnus sollen hochkarätige Rednerinnen und Redner zu Wort kommen. Den Auftakt macht am Freitag, 15. Februar 2019, um 17 Uhr im Großen Saal des Heidelberger Rathauses Irena Steinfeldt-Levy von der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem. Interessierte Zuhörerinnen und Zuhörer sind herzlich eingeladen.

„Mit den ‚Hermann Maas-Reden‘ wollen wir den Widerstand gegen totalitäre und autoritäre Systeme in historischer und aktueller Perspektive in den Blick nehmen. Unser Anliegen ist es einerseits, die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus wachzuhalten. Andererseits möchten wir am Beispiel der christlich-jüdischen Verständigung den konstruktiven Dialog zwischen religiösen, ethnischen, kulturellen oder nationalen Gruppierungen in Geschichte und Gegenwart würdigen“, erklärt Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner.

„Hermann Maas gehört zu den Personen des Widerstands, die die Zeichen seiner Zeit nicht nur früh erkannten, sondern auch von Anfang an unerschrocken und klug ihren Handlungsspielraum nutzten, um Verfolgten zu helfen“, sagt Dr. Beate Kosmala von der Forschungsstelle Widerstandgeschichte der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin. „Ausgehend von der Person Hermann Maas können Themen und Fragen in den Mittelpunkt gestellt werden, die auf den momentanen Zustand unserer Gesellschaft Bezug nehmen, indem sie politische, soziale und religiöse Spannungsfelder analysieren, die Verantwortung, aber auch die Handlungsmöglichkeiten des Einzelnen und gesellschaftlicher Gruppen thematisieren und wichtige Impulse für die Diskussion um die Menschenrechte geben“, so Kosmala.

Veranstalter der Hermann-Maas-Reden ist die Stadt Heidelberg als UNESCO City of Literature, in Kooperation mit der Evangelischen Kirche in Heidelberg, der Forschungsstelle Widerstandsgeschichte in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand (Berlin), dem Historischen Seminar der Universität Heidelberg, der Forschungsstelle Widerstand gegen den Nationalsozialismus im deutschen Südwesten (Mannheim), dem Stadtarchiv Heidelberg, dem Heidelberger Geschichtsverein, der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg und der Internationalen Martin-Buber-Stiftung Heppenheim.

Hermann Maas

Hermann Maas (1877-1970), Pfarrer der Heiliggeistkirche in Heidelberg und Ehrenbürger der Stadt, war Retter vieler Juden und Judenchristen während der Zeit des Nationalsozialismus. Maas leitete den badischen Zweig der Kirchlichen Hilfsstelle für Nichtarier der Bekennenden Kirche. 1944 wurde er von der SA zur Zwangsarbeit ins Elsass deportiert. Er gilt als Pionier des christlich-jüdischen Dialogs und setzte sich lebenslang für Frieden und Versöhnung zwischen Konfessionen, Religionen und Völkern ein. Hermann Maas wurde vielfältig ausgezeichnet.

Macht am 15. Februar den Auftakt der neuen Vortragsreihe „Hermann-Maas-Reden“: Irena Steinfeldt-Levy von der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem. (Foto: Privat)
Macht am 15. Februar den Auftakt der neuen Vortragsreihe „Hermann-Maas-Reden“: Irena Steinfeldt-Levy von der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem. (Foto: Privat)

1949 wurde er als erster nichtjüdischer Deutscher nach Israel eingeladen, 1947 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Heidelberger Theologischen Fakultät, 1952 wurde er Ehrenbürger der Stadt Heidelberg. 1954 erhielt er das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland. 1966 empfing Maas aus den Händen des ersten israelischen Botschafters in der Bundesrepublik Deutschland die Yad-Vashem-Medaille der 36 Gerechten unter den Völkern. Maas starb 1970. In Yad Vashem erinnert ein Baum in der „Allee der Gerechten“ an sein mutiges Eintreten für die Menschlichkeit.

Irena Steinfeldt-Levy

Irena Steinfeldt-Levy wurde in Jerusalem geboren. Sie studierte Mathematik an der Universität in Jerusalem. Von 1974 bis 1985 arbeitete sie mit dem französischen Filmemacher Claude Lanzmann an dem Dokumentarfilm „Shoah”. Seit 1994 arbeitete sie für Yad Vashem, das Weltzentrum für Holocaustgedenken in Jerusalem. 2007 übernahm sie die Leitung der Abteilung „Gerechte unter den Völkern“. Seit Juni 2018 ist Steinfeldt im Ruhestand.

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(Erstellt am 04. Februar 2019)