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Hilde-Domin-Preis

für Literatur im Exil

Der Hilde-Domin-Preis für Literatur im Exil 2023 geht an Bachtyar Ali

Die Preisverleihung findet am 12. März 2024  um 19 uhr im Großen Rathaussaal  statt

Der mit 15.000 Euro dotierte Hilde-Domin-Preis für Literatur im Exil 2023 der Stadt Heidelberg geht an den 1966 in der autonomen Region Kurdistan im Irak geborenen Autor Bachtyar Ali. 

Der Hilde-Domin-Preis wird Bachtyar Ali am 12. März 2024 um 19 Uhr im Großen Rathaussaal (Marktplatz 10) in der UNESCO-Literaturstadt Heidelberg durch Kulturbürgermeisterin Martina Pfister verliehen. Die Laudatio hält der deutsche Schriftsteller, Übersetzer und Islamwissenschaftler Stefan Weidner.

Die Jury erklärte in ihrer Begründung: „In einer Welt der Krisen und Kriege setzt Bachtyar Ali mit seiner Literatur Zeichen der Humanität. Sein Werk und seine Biographie sind geprägt vom Krieg im irakischen Kurdistan. Als sprachmächtiger, fabelhafter Erzähler verwandelt er die Gewalt und das tausendfache Morden in politische Parabeln, in bildstarke Märchen, in Weltliteratur voller Magie, ohne das Grauen des Krieges zu verharmlosen oder gar zu verschweigen. Seine Romane sind ein Epitaph für die Opfer, eine große Erzählung von Freundschaft, Verrat und Leid, von der Suche nach Wahrheit, Aussöhnung ohne Vergeltung und vom Überleben mit und durch Geschichten. Im Flüchtlingsboot Richtung Europa erzählt der Romanheld Muzafari seine Geschichten immer wieder, auf hoher See, hinaus ins Offene, Ungewisse, ins Unvorstellbare.“

Zum Preisträger 2023

Porträtbild Bachtyar Ali
Bachtyar Ali. (Foto: Hama Karim Khasraw)

Bachtyar Ali, geb.1966 in Sulaimaniyya bzw. Slemani, in der autonomen Region Kurdistan im Irak, lebt seit Mitte der 1990er Jahre im deutschen Exil. In seiner Heimat erschienen seine Romane in den Verlagen Ranj und Andesha und wurden Bestseller. 2005 kürte das Bildungsministerium des autonomen irakischen Kurdistan den Roman „Die Stadt der weißen Musiker“ zum besten Buch des Jahres. 2009 erhielt er als erster den HARDI-Literaturpreis, der zum größten Kulturfestival im kurdischen Teil des Irak gehört. 2014 wurde er mit dem damals neuen Sherko Bekas-Literaturpreis ausgezeichnet, 2017 mit dem Nelly-Sachs-Preis der Stadt Dortmund. Der Züricher Unionsverlag publiziert seine Bücher auf Deutsch, in der Übersetzung von Ute Cantera-Lang und Rawezh Salim.

Die bisherigen Preisträgerinnen und Preisträger

Weitere Informationen zum Preis

Die Stadt Heidelberg stiftete 1992 anlässlich des vermeintlichen 80. Geburtstags der Ehrenbürgerin und ersten Preisträgerin Hilde Domin (1909-2006) den Preis "Literatur im Exil". Aus Anlass des Todes von Hilde Domin wird der Preis seit 2006 zu ihrem Gedenken als "Hilde-Domin-Preis für Literatur im Exil" vergeben.

Die Auszeichnung wird alle drei Jahre an Schriftstellerinnen und Schriftsteller vergeben, die im Exil in Deutschland leben oder als Nachkommen mit diesem Thema in Berührung kamen, sich literarisch damit auseinandersetzten und in deutscher Sprache publizieren. Die Vergabe kann entweder für eine Einzelleistung oder in Anerkennung des Gesamtwerkes erfolgen. Bei ins Deutsche übersetzten Werken kann der Übersetzer oder die Übersetzerin nach Ermessen der Jury bis zu einem Drittel am Preis beteiligt werden. Der Preis ist dotiert mit 15.000 Euro.

Satzung (84,3 KB)