Tipps für Hobbygärtner: viele Früchte – reiche Ernte?

Die Obst- und Gartenbauberatung beim Landschafts- und Forstamt der Stadt Heidelberg informiert regelmäßig zu Themen aus dem Obst- und Gartenbau. Beratung gibt es zudem unter Telefon 06221 58-28000.

Nachdem dieses Jahr die Obstblüte gut verlaufen ist, haben die meisten Obstgehölze reichlich Früchte angesetzt. Leider wird die Freude darüber zur Erntezeit manchmal getrübt, da die Früchte klein geblieben sind, die Äpfel keine rote Backe bekommen haben und dazu noch fade schmecken. Die Erklärung ist ganz einfach: Es waren zu viele Früchte am Baum, er konnte sie nicht ausreichend ernähren, obwohl durch natürliche Fruchtfallperioden sich das Gehölz „geputzt“ hat. Zudem ist im folgenden Jahr der Blütenansatz oft schlecht. Diese sogenannte „Alternanz“ ist ausgeprägt beim Kernobst, aber auch beim Steinobst.  
Was kann der Gärtner tun? Er kann ausdünnen. Das heißt, nach Abschluss der natürlichen Fruchtfallperioden, die Früchte vereinzeln. Bei Apfel und Birne werden die kleineren, beschädigten oder stark beschatteten Jungfrüchte nach dem Junifall mit einer Schere weggeschnitten, so dass auf 10 bis 15 gesunde Blätter noch eine Frucht bleibt. Blätter an einjährigen Langtrieben werden nicht gezählt. Bei Pflaumen und Zwetschgen braucht man nicht so wählerisch zu sein: Hier genügt es, einen Teil der Früchte per Hand abzustreifen, damit nicht mehr als 25-30 Früchte pro laufenden Meter Fruchtholz verbleiben. Hier kann man sofort loslegen. Ausreichend Zwischenraum brauchen Pfirsiche und Aprikosen. Die Früchte sollen sich bei zunehmendem Wachstum nicht abdrücken oder reiben, was zu Fäulnis führen kann. Hier dünnt man aus, wenn die Jungfrüchte gut Walnussgröße haben.
 
Keine Sorge, der Fruchtertrag wird kaum vermindert, die verbleibenden Früchte werden dicker. Darüber hinaus färben sie schöner aus, schmecken besser und haben mehr gesunde Inhaltsstoffe. Gefördert wird das Wachstum der Früchte zusätzlich, wenn man in Trockenperioden die Pflanzen mit Wasser versorgt und das Blatt gesund erhält.

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