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Heidelberger Sirenennetz: Aufbau geht mit großen Schritten voran

16 von 25 Sirenen im Stadtgebiet installiert / Test im Spätherbst geplant / Inbetriebnahme Ende 2023

Gruppenfoto auf dem Dach
Von links: Feuerwehrchef Heiko Holler, Peter Lazarus (Breitwieser), Oberbürgermeister Eckart Würzner, Claus Johann (Breitwieser) und Sebastian Schindler (Hörmann Warnsysteme) auf dem Dach von Wohnland Breitwieser in Rohrbach-Süd, wo die neue Sirene bereits montiert werden konnte. (Foto: Philipp Rothe)

Im Auftrag der Stadt Heidelberg errichtet eine Fachfirma derzeit im Stadtgebiet ein neues Sirenennetz. Die Arbeiten laufen auf Hochtouren: Seit dem Start im März 2023 sind bereits 16 von insgesamt 25 Sirenen in Heidelberg installiert worden. Die übrigen neun Standorte sollen bis Ende August folgen. Im Anschluss ist der Einbau der Funktechnik in die Sirenen und die Installation des zentralen Überwachungssystems in der Feuerwache am Baumschulenweg vorgesehen. Nach der technischen Abnahme der gesamten Anlage kann das neue Sirenennetz voraussichtlich im Spätherbst getestet werden. Die Stadt wird die Bevölkerung frühzeitig über den Termin informieren. Die Inbetriebnahme des Sirenennetzes ist Ende 2023 geplant.

Oberbürgermeister Würzner: „Wir machen Heidelberg noch sicherer“

„Wir erweitern mit dem Sirenennetz die bereits bestehenden, vielfältigen Warnmöglichkeiten für die Bevölkerung und machen Heidelberg noch sicherer. Sirenen sind auch in unserer heutigen digitalen Gesellschaft weiterhin ein wichtiges Instrument, um die Bevölkerung auf eine Gefahrenlage aufmerksam zu machen. Ihr großer Vorteil gegenüber allen anderen Warnmitteln: Über die Sirenen können wir nahezu alle Menschen in der Stadt erreichen und ihnen mit dem Heulton signalisieren: Bitte informieren Sie sich über die Warn-Apps, die Webseite und Social-Media-Kanäle der Stadt, das Radio und weitere Informationskanäle“, betonte Oberbürgermeister Eckart Würzner am Montag, 17. Juli 2023, bei der Besichtigung einer bereits installierten Sirene auf dem Dach des Möbelhauses Wohnland Breitwieser im Gewerbegebiet Rohrbach-Süd. An dem Termin nahmen auch Feuerwehrleiter Heiko Holler, Peter Lazarus, Geschäftsführer Wohnland Breitwieser, Sebastian Schindler, Projektleiter der Fachfirma Hörmann Warnsysteme GmbH, und Randolf Holl vom Büro SIQ, das die notwendigen Sirenenstandorte samt der jeweils erforderlichen Technik ermittelt hat, teil.

Fast alle Sirenen können auf Bestandgebäuden installiert werden

Durch den Einsatz von hochmodernen, elektronischen Hochleistungssirenen mit Schalltrichtern kann das gesamte bewohnte Stadtgebiet mit nur 25 Sirenen abgedeckt werden. Das Sirenennetz, das bis in die 1990er Jahre in Heidelberg bestand, hatte mit 95 Sirenen fast viermal so viele. Die Wahl der geeigneten Standorte erfolgte durch das Büro SIQ auf Basis von Schallprognosen und Simulationen. Dabei wurde auch die Topografie berücksichtigt. Wenn eine Gefahr nur Teile des Stadtgebiets umfasst, können auch nur einzelne Sirenen ausgelöst werden. Bei Auslösung ertönt über eine Minute ein auf- und abschwellender Heulton. Eine intelligente Steuerung überwacht die Funktionalität der Sirenen und meldet Fehler in der Kommunikation selbständig.

„Der große Vorteil dieser elektronischen Sirenen gegenüber den früheren Sirenen ist, dass sie auch bei einem Stromausfall über eine Akkupufferung für lange Zeit weiter funktionsfähig sind. Sie können auch ohne Strom bis zu 20 Tage oder acht Alarmierungen in Betrieb bleiben“, erläuterte Sebastian Schindler, Projektleiter bei der Hörmann Warnsysteme GmbH.
 

Nahezu alle Sirenen werden auf Bestandsgebäuden angebracht. Lediglich zwei Sirenen müssen auf freistehenden Masten installiert werden, die wesentlich kostenintensiver sind. Die Gebäude, auf denen Sirenen montiert werden, gehören überwiegend der Stadt oder der städtischen Wohnungsbaugesellschaft GGH. Hinzu kommen sieben Gebäude im Eigentum von Privatleuten oder Unternehmen – wie bei Wohnland Breitwieser in Rohrbach-Süd: „Für uns war es selbstverständlich, unser Dach als Sirenenstandort zur Verfügung zu stellen. Auf diese Weise können wir einen Beitrag dazu leisten, den Wiederaufbau des Sirenennetzes in Heidelberg zu unterstützen“, sagte Peter Lazarus, Geschäftsführer Wohnland Breitwieser GmbH.

„Vor der Inbetriebnahme ist ein umfangreicher Test des neuen Sirenennetzes geplant – im Hinblick auf die Technik, aber auch eine gute Wahrnehmbarkeit im gesamten bewohnten Stadtgebiet. Wir werden Messungen vornehmen und zugleich auch Bürgerinnen und Bürger einladen, uns eine Rückmeldung dazu zu geben, wie sie den Warnton wahrgenommen haben“, sagte Feuerwehrleiter Heiko Holler.

Wiederaufbau des Sirenennetzes frühzeitig in die Wege geleitet

Unter Federführung der Feuerwehr hat die Stadt bereits seit 2019 den Wiederaufbau des Sirenennetzes vorbereitet und Maßnahmen wie die Standortsuche auch während der Corona-Pandemie fortgesetzt. Der Gemeinderat hatte am 10. Februar 2022 einstimmig die Ausführungsgenehmigung zum Wiederaufbau erteilt. Der Aufbau wird mit einer Förderung von 175.750 Euro aus dem Sirenenförderprogramm des Bundes unterstützt. Die Gesamtkosten für den Wiederaufbau des Sirenennetzes betragen voraussichtlich 535.000 Euro.

So warnen Stadt und Feuerwehr im Bedarfsfall – Warn-App herunterladen

Das Sirenennetz erweitert die bereits bestehenden Warnmöglichkeiten der Stadt Heidelberg. Im Notfall erhalten Bürgerinnen und Bürger Warnungen unter anderem über die kostenlosen Warn-Apps NINA und Katwarn, etwa amtliche Warnungen der Stadt Heidelberg und anderer Behörden in Katastrophenfällen, wie bei Großbränden, Gefahrstoffausbreitungen und Hochwasser in Heidelberg. Zugleich erfahren Nutzer über die NINA-App, wie sie sich in der jeweiligen Situation am besten verhalten sollen. Stadt und Feuerwehr Heidelberg empfehlen Bürgerinnen und Bürgern daher dringend, sich insbesondere die NINA-App in einem der gängigen App-Stores kostenlos herunterzuladen.

Daneben warnen Stadt und Feuerwehr im Bedarfsfall unter anderem über Pressemitteilungen, die städtische Internetseite, Social-Media-Kanäle von Stadt und Feuerwehr Heidelberg (Facebook, Twitter, Instagram), auf digitalen Werbetafeln und den Rundfunk. Bei Bedarf kann die Feuerwehr auch mittels Lautsprecherdurchsagen aus Fahrzeugen die Bevölkerung warnen. Mit diesen Möglichkeiten besteht ein breiter Warnmix, um die Bevölkerung schnell und auf vielen Kanälen erreichen und warnen zu können.

Foto zum Download

(Erstellt am 17. Juli 2023)

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