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Meteorologischer Jahresrückblick 2023: heiß, aber nicht zu trocken

 In Deutschland war das Jahr 2023 nach den Auswertungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) das wärmste seit Messbeginn im Jahr 1881. Im Gegensatz zu den früheren warmen Jahren, die oft von Trockenheit und Hitzewellen geprägt waren, dominierten 2023 eher feucht-warme Bedingungen. Diese Bedingungen konnten auch an den meteorologischen Messstationen des Umweltamtes in Heidelberg beobachtet werden. Die drei Stationen (an der Stadtbücherei, am Wasserwerk Rauschen und auf dem Königstuhl) sind mit Messeinrichtungen nach Standards des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ausgestattet. Aktuelle Messdaten über den Klima-Kompass der Stadt Heidelberg gibt es online unter klimakompass.heidelberg.de.

Die meteorologischen Messgeräte am Wasserwerk Rauschen.
Die meteorologischen Messgeräte am Wasserwerk Rauschen. (Foto: Stadt Heidelberg)

Die drei hochwertigen Wetterstationen in Heidelberg sind in den Jahren 2020 und 2021 in Betrieb genommen worden. Sie befinden sich auf dem Dach der Heidelberger Stadtbücherei, am Wasserwerk Rauschen (zwischen der Autobahn 656 und der Bahnstrecke Heidelberg-Mannheim) und auf dem Dach der Landessternwarte (Königstuhl).

Die Messergebnisse im Detail:

  • Mehr Sommertage und heiße Tage: An den Messstationen Stadtbücherei und Wasserwerk Rauschen sind durchschnittlich 96 Sommertage registriert worden, also Tage, an denen 25 Grad Celsius überschritten wurden. Es waren zudem durchschnittlich 34 heiße Tage (Tage an denen 30 Grad überschritten wurden). Das sind 48 mehr Sommertage und 24 mehr heiße Tage als der Jahresdurchschnitt im Referenzzeitraum 1961 bis 1990.
  • Höhere Jahresmitteltemperatur: Diese Entwicklung zeigt sich auch in der Jahresmitteltemperatur, die im Jahr 2023 im Durchschnitt am Wasserwerk Rauschen und an der Stadtbücherei bei rund 13,3 Grad lag. Im Vergleich zum Referenzzeitraum 1991 bis 2020 ist das ein Anstieg um 1,5 Grad Celsius, im Vergleich zum Referenzzeitraum 1961 bis 1990 sogar ein Anstieg um 2,5 Grad Celsius. Deutschlandweit vermeldet der DWD im Vergleich zum Zeitraum 1961 bis 1990 einen Anstieg um 2,4 Grad Celsius. Heidelberg liegt damit etwas über dem Bundesdurchschnitt. Die größte Abweichung im Vergleich zu den Referenzzeiträumen gab es im September 2023 mit durchschnittlich 20,2 Grad Celsius. Hier betrug die Abweichung 3,8 Grad Celsius beziehungsweise 4,2 Grad Celsius zu den genannten Referenzzeiträumen.
  • Unterschiedliche Niederschlagsmengen im Stadtgebiet: Auffällig im Jahr 2023 war einmal mehr, dass die Niederschläge im Stadtgebiet sehr unterschiedlich verteilt sind. Während am Wasserwerk Rauschen eine Jahressumme von 620 Liter pro Quadratmeter gemessen wurde, waren es an der Station Stadtbücherei 773 Liter pro Quadratmeter und auf dem Königstuhl 951 Liter pro Quadratmeter. Mit über 30 Liter pro Quadratmeter in sechs Stunden wurde am Sonntag, 7. Mai 2023, die höchste Niederschlagsmenge in nur kurzer Zeit an den Stationen Wasserwerk und Stadtbücherei gemessen.
  • Unterschiedliche Niederschlagsmengen im Jahresverlauf: Der Mittelwert von 697 Litern pro Quadratmeter aus den Stationen Wasserwerk und Stadtbücherei lag in etwa im Durchschnitt des Referenzzeitraums 1991 bis 2020 (722 Liter pro Quadratmeter). Der Februar, Mai und September 2023 waren mit jeweils etwa rund 30 bis 35 Liter pro Quadratmeter weniger Niederschlag im Vergleich zum Zeitraum 1991 bis 2020 zu trocken. Insbesondere im Juni 2023 gab es fast keinen Niederschlag (rund 60 Liter pro Quadratmeter weniger Niederschlag im Vergleich zum Zeitraum 1991 bis 2020). Im August, Oktober und November kam es dagegen zu überdurchschnittlich viel Niederschlag (rund 25 bis 35 Liter pro Quadratmeter mehr Niederschlag im Vergleich zum Zeitraum 1991 bis 2020). Der niederschlagreichste Monat an den Stationen Wasserwerk und Stadtbücherei war der August mit durchschnittlich 102 Litern pro Quadratmeter. An der Station auf dem Königstuhl war dies der November 2023 mit 149 Litern pro Quadratmeter.

Klimawandel-Anpassung gewinnt an Bedeutung

Im Zuge des Klimawandels ist in Heidelberg in den kommenden Jahren mit einer Mediterranisierung des Klimas zu rechnen. Das heißt: Die Durchschnittstemperatur wird weiter ansteigen, sommerliche Hitzeepisoden werden häufiger auftreten. Die Niederschlagsverteilung wird sich verändern: Die Niederschläge im Winterhalbjahr werden zunehmen mit der Folge häufigerer Hochwasserereignisse. Im Sommer wird weniger Niederschlag erwartet, dafür aber häufiger als kurzer, heftiger Starkregen.

Die Stadtverwaltung erarbeitet daher Schutz- und Vorsorgemaßnahmen für die Risikofaktoren Hochwasser, Starkregen und Hitzebelastung. Der Vorsorgeplan ist Teil des städtischen Klimawandel-Anpassungskonzepts. In diesem geht es um die städtebauliche Planung sowie um Schutz- und Vorsorgemaßnahmen angesichts der Risikofaktoren Hochwasser, Starkregen und Hitzebelastung. So wird zum Beispiel ein Hitzeaktionsplan mit verschiedenen Maßnahmen für Heidelberg umgesetzt. Mehr zum Thema Klimawandel-Anpassung in Heidelberg gibt es online auf der städtischen Homepage.

Hilfe zur Selbsthilfe: das Förderprogramm „Starkregen- und Hochwasserschutz“

Damit sich Heidelberger Grundstückseigentümerinnen und -eigentümer noch besser vor Starkregen und Hochwasser wappnen und mit geeigneten Maßnahmen vorsorgen können, besteht seit August 2022 das Förderprogramm „Starkregen- und Hochwasserschutz“.  Das Förderprogramm ist zweistufig, bestehend aus einer Einzelfallberatung durch Experten und einer sich anschließenden Bezuschussung geeigneter Maßnahmen. Angesichts der Hochwasserereignisse in Niedersachsen und Nordrheinwestfahlen ruft die Stadtverwaltung auf dieses Angebot als Vorsorgemaßnahme zu nutzen. Weitere Informationen zum Förderprogramm Starkregen- und Hochwasserschutz gibt es auf der städtischen Homepage unter www.heidelberg.de/starkregen.  

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(Erstellt am 17. Januar 2024)

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