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Bahnstadt-Ausgleichsflächen sind Lebensraum für geschützte Arten

Stadt Heidelberg bittet darum, Flächen nicht für Freizeitnutzung zu befahren oder zu betreten

Eine begrünte Mauer.
Auf den Ausgleichsflächen im Bereich der Henkel-Teroson-Straße wurden unter anderem Trockenmauern eingerichtet. (Foto: Umweltamt Heidelberg)

Weil eine artenschutzrechtliche Ausgleichsfläche in der Bahnstadt im Bereich der Liebermannstraße als Pumptrack genutzt wurde, weist die Stadt Heidelberg erneut auf die besondere Funktion dieser Flächen hin. Die Bahnstadt-Ausgleichsflächen sind keine Freizeitflächen, sondern geschützte Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Besonders betroffen ist die Ausgleichsfläche A1 an der Liebermannstraße. Dort hat die intensive Freizeitnutzung dem Lebensraum der Eidechsen geschadet. Teile der Fläche mussten deshalb kürzlich gesperrt werden. Aktuell werden dort neue Lebensraumelemente für die Tiere angelegt. Die Maßnahmen sind mit dem Regierungspräsidium Karlsruhe abgestimmt.

Der artenschutzrechtliche Ausgleich ist für die Stadt Heidelberg verbindlich. Die Flächen müssen daher dauerhaft erhalten und vor zusätzlicher Beeinträchtigung geschützt werden.

Monitoring zeigt: Schutzflächen erfüllen ihre Aufgabe

Dass die Ausgleichsflächen ihren Zweck erfüllen, belegen auch die Ergebnisse des Monitorings der vergangenen Jahre: Vor allem die Bestände der Mauereidechsen haben sich auf den Bahnstadt-Ausgleichsflächen gut entwickelt. Geschätzt leben allein auf den Hauptausgleichsflächen rund 11.200 Tiere. Seit 2008 wurden zudem mehr als 4.700 Eidechsen auf die neu angelegten Ausgleichsflächen umgesiedelt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Ausgleichsflächen ihre Funktion als Ersatzlebensräume erfüllen.

Wo liegen die Ausgleichsflächen?

Eine Karte mit Markierungen
Die Ausgleichsflächen im Bereich Bahnstadt im Überblick (grün markierte Bereiche). (Grafik: Stadt Heidelberg)

Die Flächen verlaufen unter anderem entlang des südlichen Randes der Promenade und des weiteren Bahnstadt-Gebiets. Sie reichen über die Weststadt und Südstadt bis nach Rohrbach. Entlang der Ausgleichsflächen führen Wege mit einer Gesamtlänge von rund sechs Kilometern, darunter rund 1,4 Kilometer Radweg sowie weitere unbefestigte Wege. Damit Artenschutz und Erholung nebeneinander funktionieren, bittet die Stadt Heidelberg darum, auf den Wegen zu bleiben und die geschützten Flächen nicht zu befahren oder zu betreten.

Für Spiel, Sport und Freizeit stehen im Stadtgebiet zahlreiche andere Angebote zur Verfügung, etwa mehr als 120 Spielplätze für Kinder. Auch eine Pumptrack-Strecke auf dem Spielplatz Erlenweg ist von der Liebermannstraße aus mit dem Fahrrad in wenigen Minuten erreichbar. Wer mit dem Mountainbike unterwegs sein möchte, findet rund um Heidelberg ein Netz von rund 300 Kilometern gut beschilderten Mountainbike-Rundwegen. Weitere Informationen gibt es auch im Internet unter www.heidelberg.de.

Ausgleichsflächen wurden gezielt für Tiere und Pflanzen angelegt

Die Ausgleichsflächen wurden ab 2008 vor dem Bau der Bahnstadt angelegt. Sie sind gezielt auf die Bedürfnisse der dort vorkommenden Tierarten abgestimmt. Zu den neu geschaffenen Lebensräumen gehören Trockensteinmauern und Steinriegel, Schotter- und Splittflächen, Blütensäume, Sandplätze, Gehölze, Totholzhaufen und dichte Bepflanzungen. Neben Mauereidechsen finden dort auch Heuschrecken sowie Vogelarten wie Haussperling und Hausrotschwanz geeignete Lebensräume. Damit die Eidechsen aus der Bahnstadt in Richtung Süden wandern können, wurde auf der Radbrücke über die Speyerer Straße außerdem ein Eidechsentunnel eingerichtet.

Foto und Grafik zum Download

(Erstellt am 02. April 2026)

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