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Tunnelbrandübung in Schlossbergtunnel

Feuerwehr Heidelberg trainierte den Ernstfall

Rund 70 Einsatzkräfte von Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr, THW, Polizei und Rettungsdienst haben am Montagabend, 27. April 2026, die Bekämpfung eines Autobrandes mit mehreren verletzten Personen im Schlossbergtunnel geprobt. Die Feuerwehr Heidelberg überarbeitet aktuell ihre Einsatzplanung bei Tunnelbränden. Die Übung war ein wichtiger Bestandteil in diesem Prozess, der im Oktober 2026 mit einer großangelegten Übung ihren Höhepunkt finden wird. Während der Übung war der Schlossbergtunnel, wie vorab angekündigt, für mehreren Stunden gesperrt. Die Stadt Heidelberg wird frühzeitig über Sperrungen anlässlich der Übung im Oktober informieren.

Einsatzkräfte von Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr bei der Übung im Schlossbergtunnel.
Rund 70 Einsatzkräfte von Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr, THW, Polizei und Rettungsdienst haben am Montagabend, 27. April 2026, die Bekämpfung eines Autobrandes mit mehreren verletzten Personen im Schlossbergtunnel geprobt. (Foto: Feuerwehr Heidelberg)

Szenario: Feuer und Rauch in der Tunnelmitte

Für die Übung wurde ein kleineres, aber dennoch anspruchsvolles Brandszenario angenommen: Aufgrund eines Verkehrsunfalles war ein Pkw in der Mitte des Tunnels in Brand geraten, der Fahrer war in seinem Fahrzeug eingeklemmt. Mittels Nebelmaschinen, ungefährlichem Theaternebels und einem gasbetriebenen Feuersimulator wurde das Szenario für die eingesetzten Kräfte realistisch nachgestellt, so dass die Sichtweite im Tunnel nur wenige Meter betrug. Unter diesen erschwerten Bedingungen galt es, nach verletzten oder eingeschlossenen Personen (Übungsdarsteller und -puppen) zu suchen und Personen, die sich an den Tunnelportalen und über den Fluchtstollen selbst gerettet hatten, zu betreuen. Parallel ging ein Stoßtrupp zur Brandbekämpfung vor, um eine weitere Brandausbreitung und Schwächung der baulichen Struktur des Tunnels aufgrund der Thermik des Brandes zu verhindern.

Koordiniertes Vorgehen als wesentliches Element der Tunnelbrandbekämpfung

Bereits ein kleinerer Brand in einem Tunnel stellt ein herausforderndes Ereignis für die beteiligten Einsatzkräfte dar. Die eingeschränkte Sicht und die enorme Hitzeentwicklung sorgen für eine enorme Belastung für die vorgehenden Kräfte. Um die Einsatzabläufe möglichst effizient und sicher zu gestalten, ist zunächst die Ermittlung der Windverhältnisse von grundlegender Bedeutung. Hiervon ist abhängig, von welchem Tunnelportal die Personensuche und -rettung beziehungsweise die Brandbekämpfung gestartet und damit die Aufgabenverteilung an den Portalen festgelegt wird. Am Übungsabend herrschte Ostwind, so dass der künstliche Rauch und Nebel am Westportal der Grabengasse austrat und sich dort sammelte.

Brennender Pkw in der Mitte des Schlossbergtunnels
Für die Übung im Schlossbergtunnel wurde ein kleineres, aber dennoch anspruchsvolles Brandszenario angenommen: Aufgrund eines Verkehrsunfalles war ein Pkw in der Mitte des Tunnels in Brand geraten, der Fahrer war in seinem Fahrzeug eingeklemmt. (Foto: Feuerwehr Heidelberg)

Zusammenarbeit geprobt

Weiteres Ziel der Erprobung des neuen Einsatzkonzeptes war, die Zusammenarbeit mit weiteren Organisationen zu üben. Neben der Berufsfeuerwehr und mehreren Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr – darunter die Abteilungen Pfaffengrund, Altstadt und Ziegelhausen – waren auch die Polizei sowie Rettungsdienstorganisationen beteiligt. Im Fokus stand insbesondere das Zusammenspiel der verschiedenen Organisationen. Dabei wurden unter anderem die Kommunikation sowie die strukturierte Patientenübergabe im Bereich der Tunnelportale praxisnah erprobt. Das Amt für Mobilität der Stadt Heidelberg unterstützte die Übung zusätzlich mit seiner Fachkompetenz in der Tunnelleitzentrale.

„Große Leistung unter extremen Bedingungen“

„Eine Tunnelbrand gehört zu den anspruchsvollsten Szenarien, mit denen eine Feuerwehr konfrontiert werden kann. Enge Raumverhältnisse, extremer Rauch, begrenzte Rückzugsmöglichkeiten – und doch müssen unsere Einsatzkräfte schnell und strukturiert handeln, um Menschenleben zu retten. Ich bin außerordentlich stolz auf das, was unsere Kameradinnen und Kameraden gezeigt haben. Alle Einsatzabschnitte haben ihre Aufträge konsequent abgearbeitet, die Kommunikation zwischen Einsatzleitung und den einzelnen Trupps hat funktioniert und die Zusammenarbeit mit den Partnern war vorbildlich. Diese Übung hat uns gezeigt, dass wir für den Ernstfall im Schlossbergtunnel gut aufgestellt sind und wo wir uns konzeptionell noch verbessern können“, resümierte Heiko Holler, Leiter der Feuerwehr Heidelberg, am Übungsende und sprach allen Beteiligten seinen großen Dank aus.

Großübung im Oktober 2026

Einsatzkräfte der Feuerwehr Heidelberg bei der Übung im Schlossbergtunnel
Die Feuerwehr Heidelberg überarbeitet aktuell ihre Einsatzplanung bei Tunnelbränden. Die Übung im Schlossbergtunnel war ein wichtiger Bestandteil in diesem Prozess. (Foto: Feuerwehr Heidelberg)

Die jetzige Übung diente der ersten Erprobung der neu erstellten Einsatzplanung Tunnelbrand der Feuerwehr Heidelberg – mit dem Ziel, Abläufe zu festigen und die Zusammenarbeit an den Schnittstellen zwischen den beteiligten Organisationen zu überprüfen. Die gewonnenen Erkenntnisse werden in den kommenden Wochen ausgewertet und in die Einsatzplanung eingearbeitet. Im Oktober 2026 wird das finale Einsatzkonzept dann mit einer großangelegten Übung einem realitätsnahen Test unterzogen. Der dann simulierte Großeinsatz im Schlossbergtunnel wird eine große Anzahl beteiligter Fahrzeuge und viele Verletzte umfassen und alle beteiligten Einsatzkräfte und Stellen herausfordern.

Bereits 2025 hatte die Feuerwehr Heidelberg begonnen, Einsatzkräfte von Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr in mehrtägigen Seminaren an der International Fire Academy (Schweiz) für die anspruchsvolle Aufgabe der Tunnelbrandbekämpfung zu schulen und das erlernte Vorgehen und Hintergrundwissen in einem Einsatzplan fest zu definieren.

Fotos zum Download

(Erstellt am 28. April 2026)

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