Blick hinter die Kulissen: Trinkwasserversorgung in Heidelberg
Rundgang durch das Wasserwerk Schlierbach / Wasser stammt aus Heidelberg und Umgebung
Wasser ist unser Lebenselixier, dessen Bedeutung nicht hoch genug geschätzt werden kann. Vor allem bei den aktuellen Hitzewellen wird das Tag für Tag bewusst. Ein Grund während der heißen Jahreszeit, die Trinkwasserversorgung in Heidelberg, ihre Gewinnung und Aufbereitung in den Fokus zu rücken – eine Aufgabe, die die Stadtwerke Heidelberg für 150.000 Heidelberger Bürgerinnen und Bürger übernehmen. Erster Bürgermeister Jürgen Odszuck informierte sich bei einem gemeinsamen Pressetermin der Stadt Heidelberg und Stadtwerke Heidelberg im Wasserwerk Schlierbach über die Wasserversorgung des Heidelberger Stadtgebiets.
„Hitze und Trockenheit werden künftig unsere Sommer in Deutschland prägen. Sich daran anzupassen – das werden wir in Zukunft in allen Bereichen leisten müssen. Elementar bei Hitzewellen ist die Wasserversorgung Heidelbergs und die dafür nötige städtische Infrastruktur. Diese ist zu 100 Prozent in kommunalem Besitz, zuverlässig und auf hohem Niveau betrieben von den Stadtwerken Heidelberg“, sagt Erster Bürgermeister Jürgen Odszuck.
„Die gute Nachricht dabei ist: In punkto Trinkwasserversorgung sind wir hier in Heidelberg in einer guten Lage. Bisher gab es auch bei längerer Trockenheit im Sommer keine Engpässe bei der Wasserversorgung. Die Versorgung mit Trinkwasser ist jederzeit gewährleistet, denn ein Großteil des Wassers wird als Grundwasser aus der Rheinebene gewonnen. Der Grundwasserleiter ist sehr ergiebig und kaum abhängig von jahreszeitlichen Schwankungen“, erklärt Markus Morlock, Abteilungsleiter Anlagenbetrieb der Stadtwerke Heidelberg.
Wo kommt unser Wasser her?
Das Trinkwasser in Heidelberg stammt zu 100 Prozent aus Heidelberg und der direkten Nachbarschaft. Dazu gehören sieben Quellen, drei Wasserwerke und 17 Brunnen. Begünstigt durch die Lage am Rande des Odenwalds und in der Rheinebene kann der Großteil des erforderlichen Trinkwassers aus der eigenen Gemarkung gewonnen werden.
Etwa 60 Prozent des Trinkwassers kommen aus den Grundwasserwerken Entensee in Handschuhsheim, Rauschen in Wieblingen und dem Wasserwerk Schlierbach. Weitere rund 35 Prozent liefern der Zweckverband Wasserversorgung Kurpfalz aus dem Wasserwerk Schwetzinger Hardt und der Wasserversorgungsverband Neckargruppe aus dem Wasserwerk Edingen. An beiden Verbänden ist die Stadt Heidelberg über die Stadtbetriebe Heidelberg beteiligt. Fünf Prozent sind Quellwasser, das aus sieben Quellen in Handschuhsheim und Ziegelhausen stammt.
Wie wird unser Wasser geprüft und überwacht?
Geprüft wird das Trinkwasser über ein akkreditiertes Labor. Alle vorgegebenen Grenzwerte der Trinkwasserverordnung unterschreitet es deutlich. Zusätzlich überwacht das Gesundheitsamt des Rhein-Neckar-Kreises die Wasserversorgungsanlagen und die Trinkwasserqualität. Zum Schutz der öffentlichen Trinkwasserversorgung sind etwa 42 Quadratkilometer (circa 46 Prozent) des Stadtgebiets Heidelberg als Wasserschutzgebiet ausgewiesen.
Wem gehören die Anlagen für die Wasserversorgung?
Die Heidelberger Trinkwasserversorgung ist zu 100 Prozent in kommunalem Besitz. Eigentümerin der Wasserversorgungsanlagen sind die Stadtbetriebe Heidelberg, ein Eigenbetrieb der Stadt Heidelberg. Die Stadtwerke Heidelberg betreiben die Anlagen. Jährlich laufen rund 11 Millionen Kubikmeter über ein 668 Kilometer langes weit verzweigtes Verteilnetz mit 34 Hochbehältern, 22 Versorgungszonen und 26 Zwischenpumpstationen.
Welche Aufgaben hat das Wasserwerk Schlierbach?
Die Stadtteile Ziegelhausen, Altstadt und Schlierbach erhalten ihr Trinkwasser vom Wasserwerk Schlierbach. Das Wasserwerk ist das älteste in Heidelberg und fördert weiches Wasser mit einem Härtegrad zwischen 3-8°dH. Der erste der drei Brunnen wurde 1885 gebaut. Er ist 46 Meter tief.
Das dort gewonnene Rohwasser wird rein physikalisch entsäuert. Dazu wird es unter Luftzufuhr verrieselt. Um die mikrobiologischen Grenzwerte der Trinkwasserverordnung stets einzuhalten, wird das Wasser mittels UV-Strahlen rein physikalisch desinfiziert. Zusätzlich wird die Möglichkeit einer Chlorung vorgehalten. Sollten die Grenzwerte der mikrobiologischen Parameter einmal nicht eingehalten werden können, gibt es damit eine weitere Sicherungsstufe. So ist die Versorgung aus dem Wasserwerk Schlierbach sehr sicher.
Kann das Trinkwasser in Heidelberg knapp werden?
Die Versorgung mit Trinkwasser in Heidelberg ist jederzeit gewährleistet, denn der Großteil des Wassers wird als Grundwasser aus der Rheinebene gewonnen. Die wasserführende Schicht im Oberrheingraben ist sehr ergiebig und kaum abhängig von jahreszeitlichen Schwankungen. Ausbleibende Niederschläge haben jedoch einen Einfluss auf die Quellen, mit denen die Stadtwerke Heidelberg bis zu fünf Prozent des Trinkwasserbedarfs in Heidelberg decken. Bei Bedarf erfolgt eine Umstellung der Quellwasser-Versorgungszonen auf eine Versorgung aus den Wasserwerken.


