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Landtagspräsidentin Muhterem Aras besuchte Heidelberg im Rahmen ihrer Gedenkstättenreise

Besuch im Dokumentationszentrum Deutscher Sinti und Roma / Empfang durch die Stadt Heidelberg

Die baden-württembergische Landtagspräsidentin Muhterem Aras hat Heidelberg besucht. Erster Bürgermeister Jürgen Odszuck begrüßte gemeinsam mit Bürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain die Landtagspräsidentin am 27. Juli 2022 im Rathaus zu einem Empfang der Stadt. Am Vormittag des 28. Juli besichtigte Muhterem Aras das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in der Altstadt. Im Rahmen einer mehrtätigen Reise im Rhein-Neckar-Raum besuchte die Landtagspräsidentin mehrere Orte des Gedenkens.

Konferenz von Menschen
Landtagspräsidentin Muhterem Aras bei ihrer Rede im Rathaus. Erster Bürgermeister Jürgen Odszuck (vorne, 3.v.l.) und Bürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (vorne r.) begrüßten sie. (Foto: Philipp Rothe)  

„Die Erinnerungskultur ist ein wichtiger Bestandteil unserer politischen Kultur“, sagte Erster Bürgermeister Jürgen Odszuck beim Empfang im Rathaus: „Etwas zu verabscheuen, ist das Eine. Dafür zu sorgen, dass es nie wieder geschieht, ist das Andere. Die Vergangenheit muss eine wichtige Rolle in der Gegenwart einnehmen. Das ist möglich, indem wir uns Erinnerungsorte anschauen, uns informieren und das Gespräch suchen. Genau das machen Sie bei Ihrer Gedenkstättenreise. Ich freue mich, dass Sie dabei auch Heidelberg und das Dokumentationszentrum Deutscher Sinti und Roma besuchen. Stets am Puls der Zeit sorgen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Zentrums dafür, dass die Schrecken der nationalsozialistischen Herrschaft nicht in Vergessenheit geraten. Diese Arbeit ist für Heidelberg und ganz Deutschland sehr wertvoll. Für dieses Engagement möchte ich mich im Namen der Stadt Heidelberg herzlich bedanken.“

Landtagspräsidentin Muhterem Aras betonte in ihrer Ansprache die Bedeutung von Erinnerungsorten für eine offene, vielfältige Gesellschaft ohne Ausgrenzung: „Gedenkstätten erinnern an die Schrecken der Vergangenheit, damit wir als Gesellschaft heute den Mechanismen von Hass, Hetze und Ausgrenzung konsequent entgegentreten.“ Wer die Geschichte kenne, werde denen, die sie verdrehen, nicht auf den Leim gehen, so die Landtagspräsidentin. Anschließend sprach Prof. Dr. Tanja Penter, Professorin für Osteuropäische Geschichte an der Universität Heidelberg in einem Vortrag über den „Krieg in der Ukraine, Geschichtsnarrative und Erinnerungskonflikte“.

Besuch im Dokumentationszentrum Deutscher Sinti und Roma

Am Donnerstagvormittag, 28. Juli, besuchte Landtagspräsidentin Muhterem Aras das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma. Nach einer Führung durch die Dauerausstellung zum Holocaust an der größten europäischen Minderheit erläuterte der Vorsitzende Romani Rose die Pläne für den Erweiterungsbau der bundesweit einzigartigen Einrichtung, in dem weitläufige Ebenen den dringend benötigten Flächenbedarf für die weiterentwickelte Dauerausstellung sowie unterschiedliche Veranstaltungen bieten werden. Mit der Heidelberger Bürgerschaft stehe man über das Projekt in regelmäßigem Austausch, sowohl in öffentlichen Veranstaltungen wie in informellen Gesprächen. Zudem informierte er über die Ungleichbehandlung von geflüchteten Roma aus der Ukraine in Deutschland, gegen die der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma interveniert hat und stellte die Arbeit der Notfall-Hotline vor, die als erste muttersprachliche Anlaufstelle eingerichtet wurde.

Zwei Menschen unterhalten sich vor einem Bild
Landtagspräsidentin Muhterem Aras bei ihrem Besuch im Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma gemeinsam mit dem Vorsitzenden Romani Rose. (Foto: Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma)

Nach dem angeregten Informationsaustausch betonte Muhterem Aras: „Als Baden-Württembergerin bin ich sehr stolz darauf, dass das Dokumentations- und Kulturzentrum in unserem Bundesland beheimatet ist, und wir wollen auch, dass diese wichtige Institution hier bleibt.“ Bei ihrem Rundgang hat die Politikerin nämlich feststellen können, dass „die Räumlichkeiten für die Bedeutung des Zentrums mit seiner europaweiten Ausstrahlung nicht ausreichend sind“. Baden-Württemberg stehe zur Gemeinschaft der Sinti und Roma: „Wir werden alles dafür tun, dass in Heidelberg ein zeitgemäßes und adäquates Dokumentations- und Kulturzentrum entsteht, das genügend Raum für die Begegnung von Menschen bietet.“ Und Muhterem Aras fügte hinzu: „Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir im Zusammenwirken mit der Stadt Heidelberg und dem Bund auch zu einem guten Ergebnis kommen werden.“

Romani Rose dankte der Landtagspräsidentin für ihren Besuch und die zugesicherte Fürsprache von Seiten des Landes: „Wir möchten in der neuen Dauerausstellung verstärkt auch die kulturellen Leistungen unserer Minderheit zeigen, die seit 600 Jahren in Deutschland beheimatet ist. Die nur durch die räumliche Ausweitung mögliche inhaltliche Erweiterung unserer nationalen und internationalen Arbeit sowie die zeitnahe Umsetzung des Projekts sind zugleich ein deutliches Zeichen gegen den grassierenden Antiziganismus und daher in unser aller Interesse.“

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(Erstellt am 01. August 2022)

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