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Die Obstbauberatung der Stadt Heidelberg informiert: Jetzt Obstgehölze pflanzen

Nach dem Laubfall ist die richtige Zeit, um Obstbäume und Sträucher zu pflanzen. Dann kann die Pflanze optimal anwachsen. Wird sie im Spätherbst gepflanzt, dann können über den Winter bereits neue Wurzeln wachsen. So wird eine ausreichende Versorgung der Pflanze beim Austrieb im Frühjahr gewährleistet. Bei Frühjahrspflanzungen ist das Risiko von Trockenschäden und schlechtem Anwachsergebnis ungleich höher.

Wie geht man am besten vor?

Bei der Pflanzung werden nur beschädigte oder überlange Wurzeln zurückgeschnitten. Gutes Pflanzgut ist an einem großen Feinwurzelanteil erkennbar. Dieser sollte beim Transport und Pflanzung möglichst erhalten bleiben und keinesfalls austrocknen. Vor der Pflanzung können die Wurzeln zusätzlich ein Tauchbad erhalten. Bei ballierten Pflanzen entfernt man das Balliermaterial. Containerpflanzen zeigen oft ein ringförmiges Wurzelwachstum („Blumentopfeffekt“), der Wurzelballen wird hier aufgebrochen.

Wie pflanzt man am besten?

Ein Pflanzloch, das etwa anderthalbmal so groß ist wie der Durchmesser des Wurzelballens, ist ausreichend. Der Boden des Loches wird sorgfältig gelockert. Außer bei kleinen Sträuchern muss ein Pfahl so eingeschlagen werden, dass er den Stamm von Südwesten her schützt. Das mindert die Holzfrostgefahr. Die Pflanze wird in die Pflanzgrube gestellt und die Erde locker eingefüllt. Dabei sollte die Pflanze leicht gerüttelt werden, damit keine Hohlräume entstehen. Anschließend wird die Erde sacht angetreten. Eine Zugabe von Pflanzerde oder anderen Bodenverbesserern ist nur bei extrem schlechten Bodenverhältnissen sinnvoll. Hier ist eher zu überlegen, ob der Platz standortgerecht ist. Es wird so tief gepflanzt, wie die Pflanze in der Baumschule stand. Bei Bäumen muss die Veredlungsstelle, meist erkennbar an einer Verdickung, immer frei bleiben.

Wie gießt man am besten?

Nun sollte das Gehölz festgebunden und gegebenenfalls angegossen werden. Ein Gießrand ist besonders im bergigen Gelände zweckmäßig. Die Pflanzstelle kann mit Stroh oder anderem Mulchmaterial abgedeckt werden, um die Wasserverdunstung zu vermindern. Dabei sollte der Wurzelhals frei bleiben, um Mäusefraß zu verhindern. Gedüngt wird zum Austrieb, keinesfalls darf Dünger, frischer Kompost oder Mist ins Pflanzloch gebracht werden. Der Pflanzschnitt erfolgt Ausgangs des Winters entsprechend der Obstart und der gewünschten Erziehungsform. Der Schnitt soll das Gleichgewicht zwischen dem durch die Verpflanzung verkleinerten Wurzelwerk und den oberirdischen Pflanzenteilen wiederherstellen. Auf gefährdeten Flächen kann zum Schutz vor Wühlmausfraß in Drahtkörbe gepflanzt werden. In Waldnähe oder auf Weiden kommt noch ein Wildschutz dazu. Übrigens sollten auch die gültigen Grenzabstände eingehalten werden. Das Nachbarrecht gibt darüber Auskunft.

Welche Obstsorte eignet sich am besten?

Vor dem Kauf eines Gehölzes ist es angeraten, sich grundlegende Gedanken über die gewünschte Art und Sorte, Erntezeit, Verwendung des Obstes, über den Standort der Pflanze, ihre endgültige Größe sowie den Schutz der Pflanze vor Krankheiten und Schädlingen zu machen. Gute Markenbaumschulen führen ein breites Sortiment teils auch krankheitsresistenter Sorten in verschiedenen Wuchsstärken. So finden Obstliebhaberinnen und -liebhaber die ideale Pflanze für sich.

Auskünfte und Tipps zu allen gartenbaulichen Fragen gibt die Obst- und Gartenbauberatung beim Landschafts- und Forstamt der Stadt Heidelberg unter der Telefonnummer 06221 58-28000 oder per E-Mail an gruenanlagen@heidelberg.de.

(Erstellt am 05. Dezember 2022)

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