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Stadtarchiv: Leiter Dr. Peter Blum nach 33 Jahren in den Ruhestand verabschiedet

Dr. Michael Braun übernimmt die Nachfolge

Die Schatzkammer der Stadtgeschichte bekommt einen neuen Hüter: Nach 33 Jahren an der Spitze des Stadtarchivs verabschiedet sich Dr. Peter Blum in den Ruhestand. Er übergibt den Staffelstab an seinen bisherigen Stellvertreter Dr. Michael Braun. Bei einer Feierstunde im Spiegelsaal des Prinz Carl verabschiedete Oberbürgermeister Eckart Würzner den langjährigen Amtsleiter und begrüßte dessen Nachfolger im neuen Amt.

„Mit Dr. Peter Blum verabschieden wir einen Mann, der die Heidelberger Erinnerungskultur nachhaltig geprägt hat. Er hat das Stadtarchiv über mehr als drei Jahrzehnte mit großer Fachkompetenz, Sorgfalt und Leidenschaft geleitet. Dabei war es Peter Blum immer ein Anliegen, das Gedächtnis unserer Stadt nicht nur zu bewahren, sondern auch systematisch zu erschließen, zu digitalisieren und für Forschung und Öffentlichkeit bestmöglich zugänglich zu machen. Er hat es verstanden, Geschichte lebendig zu machen und sie den Menschen auf anschauliche Weise nahezubringen“, sagte Oberbürgermeister Eckart Würzner und ergänzte: „Zugleich freue ich mich, dass mit Dr. Michael Braun ein ebenso engagierter wie erfahrener Historiker und Archivar die Leitung übernimmt. Mit ihm konnten wir einen Kenner der Stadtgeschichte mit besten Kontakten in die Wissenschaft gewinnen. Für den steigenden Bedarf digitaler Angebote ist das Stadtarchiv unter seiner Leitung bestens gerüstet.“

Das Heidelberger Stadtarchiv bewahrt und verwaltet einen mehrere Hunderttausend Einzelstücke umfassenden Schatz alter Dokumente, Karten, Urkunden, Fotografien und Printmedien sowie längst auch Tausende Digitalisate, welche vielfältige Facetten der Stadtgeschichte abbilden. Dazu zählt beispielsweise auch die Archivbibliothek mit einem wertvollen Altbestand von rund 1.000 Titeln aus der Zeit von 1500 bis 1800. Für Dr. Peter Blum war es in seiner Amtszeit immer wichtig, die Schätze auch nutzbar zu machen. „Wertvolle Zeugnisse der Vergangenheit müssen natürlich fachmännisch erhalten werden“, sagt er, „aber das beste Archiv nützt nichts, wenn wir den Menschen nicht auch dafür begeistern können, sich damit zu befassen.“

Als Herausgeber der Schriftenreihe des Stadtarchivs hat Dr. Blum deshalb über 50 Bücher veröffentlicht, die spannende Aspekte beleuchten – beispielsweise den Titel „Motorisierung in Heidelberg 1886-1935“ oder den sehr beliebten Bildband „Heidelberg in den 50er Jahren“. Mit „Das Heidenloch: Ein fantastisch-mythologischer Roman“ von Martin Schemm förderte die von Archivdirektor Blum erdachte Sonderreihe auch den kreativen Umgang mit der Stadtgeschichte und ihren Legenden. Auf das 2000 erschienene Buch folgten 2009 ein SWR-Hörspiel und 2021 sogar eine Graphic-Novel. Blums jüngstes Projekt wird er aus dem Ruhestand zum Abschluss bringen: ein Buch über das Schicksal von Hans Less, der als jüdische Flüchtling nach Shanghai kam, und das von dessen Sohn, dem Wahlheidelberger Steven Less, aufgearbeitet wurde, erscheint im September 2025.

Oberbürgermeister Eckart Würzner, Dr. Peter Blum und dessen Ehefrau Ann Isabel Blum stehen gemeinsam im Spiegelsaal. Frau Blum hält den Blumenstrauß zur Verabschiedung.
Oberbürgermeister Eckart Würzner (l.) verabschiedet den langjährigen Direktor des Stadtarchivs, Dr. Peter Blum, im Spiegelsaal des Gebäudes Prinz Carl. Mit dabei ist dessen Ehefrau Ann Isabel Blum. (Foto: Stadt Heidelberg)

Wichtig war Blum auch immer die Vernetzung mit anderen Archiven: Kontakte nach China, Spanien oder Südamerika sorgten stets für neue Impulse und Ausstellungen des Stadtarchivs wanderten nicht selten rund um den Globus. So wurde etwa die Wanderausstellung „Arquitectura en Heidelberg“ (Architektur in Heidelberg) 2007 an der Universität Córdoba/Argentinien, auf dem Lateinamerikanischen Archivtag in Viña del Mar sowie im Lateinamerikainstitut der Heidelberger Universität in Santiago de Chile gezeigt. Als das Stadtarchiv sein Domizil in der Altstadt 2013 aus Platzgründen aufgeben musste, nutzte Blum den Umzug für einige Verbesserungen. Im neuen Quartier in Rohrbach finden die archivierten Stücke im Untergeschoss der Internationalen Gesamtschule beste Bedingungen vor – in der ehemaligen Tiefgarage sind sie geschützt vor Sonneneinstrahlung und vor allem klimatisiert.

Ganz muss das Stadtarchiv auf Dr. Peter Blum jedoch nicht verzichten: für eine Übergangszeit bleibt er der Einrichtung als Berater erhalten. Abseits davon wird es dem sportlichen Heavy-Metal-Fan im Ruhestand auch nicht langweilig werden, hat er doch nun reichlich Zeit für seine Familie und die vielfältigen Hobbies wie russische mechanische Uhren, Stierkampf und Cava.

Werdegang von Dr. Peter Blum

Geboren 1959 in Limburg an der Lahn, absolvierte Blum ab 1979 ein Studium der neueren und mittleren Geschichte, der alten Geschichte und der Germanistik, welches er im Dezember 1986 mit einer Dissertation zum Thema „Staatliche Armenfürsorge im Herzogtum Nassau 1806-1866“ abschloss. Es folgte das Archivreferendariat am Hessischen Hauptstaatsarchiv Wiesbaden und der Besuch der Archivschule am Institut für Archivwissenschaft Marburg sowie des Koblenzer Bundesarchivs bis zur archivarischen Staatsprüfung im März 1989. Als frischgebackener „Assessor des Archivdienstes“ wurde Blum im April 1989 stellvertretender Leiter des Stadtarchivs Mannheim. Im September 1992 wechselte Dr. Peter Blum nach Heidelberg und leitete seitdem das Stadtarchiv.

Oberbürgermeister Eckart Würzner steht gemeinsam mit Dr. Michael Braun und dessen Ehefrau Ellen Sündermann im Spiegelsaal. Frau Sündermann hält den Blumenstrauß  zur Begrüßung.
Oberbürgermeister Eckart Würzner (l.) begrüßt den neuen Direktor des Stadtarchivs, Dr. Michael Braun, im Spiegelsaal des Gebäudes Prinz Carl. Mit dabei ist dessen Ehefrau Ellen Sündermann. (Foto: Stadt Heidelberg)

Werdegang von Dr. Michael Braun

Dr. Michael Braun wurde 1968 in Heidelberg geboren, wo er nach dem Wehrdienst 1988 sein Studium der Fächer Geschichte, Politik und Jura an der Universität Heidelberg begann und 1996 mit einem Magister Artium abschloss. 2005 beendete er sein Promotionsstudium an der Philosophischen Fakultät der Universität Heidelberg mit der Dissertation „Der Badische Landtag 1918-1933“. Während dieser Zeit arbeitete Dr. Braun als freier Mitarbeiter beim Historischen Museum der Pfalz und in der Rastatter Außenstelle des Bundesarchivs sowie also Autor für die Rhein-Neckar-Zeitung und die Pressestelle der Universität Heidelberg. Von 1999 bis Dezember 2012 war Dr. Braun außerdem Museumspädagogischer Mitarbeiter der Stiftung Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte, dann bis 2019 wissenschaftlicher Mitarbeiter. Im Januar 2020 wechselte er ins Stadtarchiv Heidelberg in die Position eines Archivars. Seit Februar 2025 ist Dr. Michael Braun der stellvertretende Leiter des Amtes, dessen Leitung er ab 1. August 2025 übernimmt.

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(Erstellt am 28. Juli 2025)

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