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Stellungnahme der Stadt Heidelberg zu Henry Jarecki in den Epstein-Akten

Die Stadt Heidelberg ist irritiert über die offensichtlich zeitweise engen Verbindungen zwischen Dr. Henry Jarecki und Jeffrey Epstein. Aus den bisher bekannten Akten ist ersichtlich, dass Henry Jarecki einen vertrauten Umgang mit Epstein pflegte – selbst zu einer Zeit, als bekannt war, dass Epstein wegen einer Sexualstraftat verurteilt und wieder aus der Haft entlassen worden war. Die Stadt Heidelberg kann dieses Verhalten nicht nachvollziehen. Laufende Ermittlungen gegen Dr. Henry Jarecki sind der Stadt Heidelberg hingegen nicht bekannt.

Die Stadt Heidelberg unterhält Geschäftsbeziehungen mit der Max-Jarecki-Stiftung, nicht mit der Person Henry Jarecki. Laufende Projekte mit der Max-Jarecki-Stiftung wurden nach Bekanntwerden der Epstein-Akteneinträge Mitte Februar 2026 zunächst unverzüglich ausgesetzt und entsprechende politische Beratungen im Gemeinderat vorerst gestoppt. In den vergangenen Wochen hat die Stadt dann mehrmals mit Vertreterinnen und Vertretern der Max-Jarecki-Stiftung und ihren Anwälten korrespondiert. Der Gemeinderat wurde am 5. März über den Sachstand informiert. Der Ältestenrat des Gemeinderats konnte sich zudem in einer Sitzung am 25. März mit Andrew Jarecki, Henry Jareckis Sohn, und einem Anwalt der Stiftung austauschen.

„Ich bin Andrew Jarecki dankbar, dass er in einen Dialog gegangen ist und sich unmissverständlich von den Verbrechen im Epstein-Kosmos distanziert hat. Für uns in Heidelberg ist das die einzig richtige Reaktion. Die Stadt Heidelberg setzt sich seit langem für Gleichberechtigung und Chancengleichheit ein. Frauen und Mädchen vor Gewalt, Unterdrückung und sexueller Ausbeutung zu schützen ist dabei ein fundamentaler Grundsatz“, betont Oberbürgermeister Eckart Würzner.

Im Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern der Max-Jarecki-Stiftung in den vergangenen Wochen wurde von deren Seite betont, dass Henry Jarecki mittlerweile an Demenz leide und sich nicht mehr selbst äußern könne. Er sei sich der Art und des Ausmaßes von Epsteins inzwischen weithin bekannten Verbrechen nicht bewusst gewesen. Von den Anwälten der Stiftung hat die Stadt zudem die Bestätigung erhalten, dass Henry Jarecki im Tagesgeschäft und in den Entscheidungsprozessen der Stiftung bereits seit Jahren keine Rolle mehr spielt und weder er noch seine Familie von den Geschäften der Stiftung finanziell profitieren können.

In der Gesamtwürdigung dieser Umstände wird die Stadt Heidelberg daher ihre Geschäftsbeziehungen mit der Max-Jarecki-Stiftung fortsetzen. Zwischen der Stadt Heidelberg und der Max-Jarecki-Stiftung bestehen bereits seit 2009 Verträge zur Entwicklung eines Campus auf dem Bahnstadt-Gelände. Die Stadt hat hierzu Grundstücke an die Stiftung beziehungsweise dafür benannte Gesellschaften verkauft. Alle entsprechenden Optionen hat die Stiftung gezogen – die letzte im Jahr 2021. Die nachgelagerte Entwicklung ist dann Sache der Stiftung und ihrer Gesellschaften. Nach eigenen Angaben hat die Stiftung auf diesem Weg bislang rund 250 Millionen Euro in die Bahnstadt investiert.

(Erstellt am 27. März 2026)

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