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Stadt Heidelberg zieht erste Bilanz zur Kommunalen Meldestelle Antisemitismus

Meldungen helfen, Antisemitismus sichtbar zu machen und gezielt zu handeln

Um antisemitische Vorfälle systematisch zu erfassen, Betroffene zu unterstützen und gezielte Gegenmaßnahmen zu entwickeln, hat die Stadt Heidelberg im November 2024 die landesweit erste kommunale Meldestelle Antisemitismus eingerichtet. Nach rund 18 Monaten hat die Stadt nun eine erste Bilanz gezogen. Die Ergebnisse wurden am 9. Juni 2026 im Ausschuss für Soziales und Chancengleichheit vorgestellt.

„Jüdische Menschen müssen in Heidelberg sicher, sichtbar und selbstverständlich ihren Alltag leben können. Antisemitismus stellt dieses Recht infrage und verletzt die Menschenwürde der Betroffenen. Gleichzeitig ist Antisemitismus aber immer auch ein Angriff auf unsere demokratischen Werte und auf das friedliche Zusammenleben in unserer Stadt“, sagt Bürgermeisterin Stefanie Jansen: „Deshalb ist es wichtig, Vorfälle sichtbar zu machen, Betroffene ernst zu nehmen und gemeinsam mit Zivilgesellschaft, Fachstellen und Sicherheitsbehörden entschlossen zu handeln.“

Antisemitische Vorfälle reichen bis in den Alltag hinein

Bundesweit haben antisemitische Straftaten in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Auch in Heidelberg berichten jüdische Menschen sowie israelische Staatsangehörige von antisemitischen Vorfällen im Alltag. Die Bandbreite reicht von abwertenden Kommentaren, Beleidigungen und Bedrohungen bis hin zu Sachbeschädigungen und Angriffen auf Erinnerungsorte. Immer wieder werden zudem antisemitische Botschaften im öffentlichen Raum sichtbar.

„Die Schilderungen der Betroffenen machen deutlich, dass die Attacken jüdische Menschen in Heidelberg nachhaltig verunsichern. Gleichzeitig helfen die Meldungen dabei, ein genaueres Bild der lokalen Situation zu gewinnen und Bedarfe frühzeitig zu erkennen“, sagt Judith Blumberg von der Meldestelle Antisemitismus im Amt für Chancengleichheit der Stadt Heidelberg.

Meldestelle verbindet Dokumentation, Beratung und Prävention

Die Kommunale Meldestelle Antisemitismus ist beim Amt für Chancengleichheit angesiedelt und wird im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ gefördert. Sie dokumentiert Vorfälle, vermittelt an spezialisierte Beratungsstellen und, wenn erforderlich, an Strafverfolgungsbehörden weiter. Gleichzeitig unterstützt sie Einrichtungen vor Ort durch Beratung, Präventionsangebote und Fortbildungen zum Umgang mit Antisemitismus.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Vernetzung. Die Meldestelle arbeitet eng mit jüdischen Akteurinnen und Akteuren, Bildungseinrichtungen, der Universität Heidelberg, Beratungsstellen, Sicherheitsbehörden und zivilgesellschaftlichen Organisationen zusammen. Ziel ist es, Wissen zu bündeln, Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und gemeinsam wirksame Strategien gegen Antisemitismus zu entwickeln.

Jüdisches Leben sichtbar machen und stärken

Die Arbeit der Meldestelle ist Teil eines umfassenderen kommunalen Engagements gegen Antisemitismus und für die Sichtbarkeit jüdischen Lebens in Heidelberg. So unterstützt die Stadt unter anderem die Jüdischen Kulturtage und fördert seit dem vergangenen Jahr den Jüdischen Filmclub. Beide Formate schaffen Räume für Begegnung, Austausch und Wissen über jüdisches Leben in Vergangenheit und Gegenwart.

Darüber hinaus setzt die Stadt auf breite Bündnisse gegen Antisemitismus. Wichtige Plattformen hierfür sind der Runde Tisch gegen Rassismus und der Heidelberger Dialog der Religionen.

Demokratie stärken und Radikalisierung vorbeugen

„Die Stadt Heidelberg versteht die Bekämpfung von Antisemitismus als dauerhafte Aufgabe der Demokratieförderung. Die Meldestelle trägt dazu bei, Vorfälle sichtbar zu machen, Handlungssicherheit in Institutionen zu stärken und gezielte Präventionsmaßnahmen zu entwickeln. So trägt die Meldestelle dazu bei, demokratische Werte zu stärken, Radikalisierungstendenzen frühzeitig entgegenzuwirken und das Vertrauen in ein respektvolles und rechtsstaatliches Miteinander zu fördern“, erklärt Danijel Cubelic, Leiter des Amtes für Chancengleichheit.

Weitere Informationen zur Kommunalen Meldestelle Antisemitismus gibt es online unter
www.heidelberg.de/antisemitismus.

(Erstellt am 11. Juni 2026)

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