Maja Nielsen
Der Tunnelbauer
von Heidelberger Literaturscout Leon Hauck
Fesselnd und spannend
Es ist das Jahr 1961. Berlin ist durch die Mauer getrennt. Die Hauptfigur Achim, ein Student aus Ostberlin, flieht direkt im ersten Kapitel von der DDR in den Westen. Aber warum ist er geflohen? Was hat er auf dem Weg alles verloren? Wie sind nun seine Ziele? Diese Fragen werden zunächst in Rückblicken geklärt. Danach wechselt das Buch zwischen zwei Erzählperspektiven. Zu der von Achim kommt die von Chris hinzu, Achims Freundin, die noch im Osten ist. Sie berichtet über das Leben im Osten, die damaligen Probleme und die ständige Angst vor der Überwachung durch den Staat.
Auf der anderen Seite versucht Achim, seine Freunde im Osten in den Westen zu bringen. Mit weiteren Studenten beginnt er, einen Tunnel von Westen nach Osten zu bauen. Dabei stoßen sie auf zahlreiche Probleme, wie zum Beispiel einen Wasserrohrbruch im Tunnel.
Der Roman beruht auf der wahren Geschichte von Joachim Neumann. Er beschreibt die Geschichte der Tunnel 29 und 57 die in den 1960iger Jahren zu großen Massenfluchten geführt haben. Fast alle Figuren aus dem Roman gab es wirklich. Darüber hinaus beinhaltet das Buch einen ausführlichen Anhang zu den historischen Ereignissen.
Ich finde den Roman sehr gut geschrieben. Der Stil ist fesselnd und spannend. Es tauchen immer neue Probleme und Hindernisse beim Bau der Tunnel auf und man fiebert mit den Personen mit, ob sie es am Ende schaffen werden. Auch wenn man sich nicht sehr gut mit dem Thema auskennt, hat man dennoch keine Probleme, der Handlung zu folgen. Alles wird gut und verständlich im Roman erklärt. Das Ende ist ebenfalls logisch und hinterlässt keine ungeklärten Fragen. Das Buch ist eine gute Gelegenheit, sich mit der jüngeren deutschen Geschichte auseinander zu setzen.
Das Buch
Maja Nielsen
Der Tunnelbauer
Gerstenberg Verlag, Hildesheim 2024
193 Seiten
ISBN 9783836962308

