Das Zusammenwachsen der alten und der neuen Südstadt

Interview mit dem Stadtteilverein Südstadt

Wenn Sie den Stadtteilverein mit drei Adjektiven beschreiben wollen – welche würden Sie verwenden?
Interessiert, engagiert, informiert

Was ist das Besondere am Stadtteilverein Südstadt – im Vergleich zu anderen Stadtteilvereinen?
Der Stadtteilverein erlebt die großen Veränderungen in der Südstadt hautnah. Die Südstadt wächst, der SVS wächst durch neue Mitglieder mit. Die Südstadt bietet viele Möglichkeiten mitzugestalten und Neues zu entwickeln. Zusammen mit den Partnervereinen und den alten und neuen Akteur*innen des Stadtteils verändern sich Strukturen und vieles ist am Entstehen. Zudem hat die Südstadt weniger Vereine als andere Stadtteile, die zum Teil eine dörfliche Vergangenheit und eine etablierte Struktur haben. Das bringt eine große Dynamik mit sich, auf die der Stadtteilverein reagiert. Und wie bei allen Stadtteilvereinen, ist das Besondere, dass jeder und jede sich engagieren und Ideen einbringen kann. Das wird bei uns sehr geschätzt.

Gruppenfoto des Stadtteilvereins.
Christina Larenz, Kathrin Herbstrieth, Arno Feuerstein, Anette Sandmann, Katja Gleitsmann, Jonas Bust-Bartels, Jasmin Tran, Andreas Simon, Christine Mücksch, Sebastian Tran. Auf dem Foto sind nicht anwesend: Christoph Gran, Monika Herbert, Stefanie Ferdinand, Ursula Röper). (Foto: Stadtteilverein Südstadt)

Welche Projekte in der Südstadt liegen Ihnen besonders am Herzen?
Die regelmäßigen Veranstaltungen wie das Südstadtfrühstück, der Martinsumzug und der Seniorenherbst. Durch unsere wiederkehrenden Veranstaltungen möchten wir regelmäßig Orte für das Kennenlernen und den Austausch der Südstädter*innen schaffen und noch bekannter werden. Außerdem setzt sich der Stadtteilverein für eine zukunftsorientierte Verkehrsplanung in der Südstadt ein und begleitet die baulichen Veränderungen z. B. an der Römerstraße, der Emil-Gumbel-Straße oder an der Rheinstraße mit großem Interesse. Der „Andere Park“ ist ein sehr gefragtes Gebiet für Spiel, Sport und Erholung im Grünen – das von den Südstädter*innen sehr geschätzt wird. Immer wieder erreichen uns Wünsche und Ideen, wie der Park noch schöner werden könnte – und das versuchen wir umzusetzen.

Mit Blick auf die frühere Militärfläche – welches Erlebnis ist Ihnen nach dem Abzug der Amerikaner und der Öffnung der Fläche besonders im Gedächtnis geblieben?
Besonders im Gedächtnis geblieben ist der Abriss der Bestandshäuser der nordwestlichen Kirschgartenstraße und MTV Nord/Ost. Das waren Gebäude, die leicht saniert und durch Neubauten hätten ergänzt werden können.
Eine besondere Erinnerung und Freude ist außerdem das allmähliche Verschwinden der Nato-Zäune, die den Stadtteil seit 2001 massiv geprägt und zerschnitten haben. Inzwischen kann man sich kaum mehr vorstellen, wie es ausgesehen hat und wie einschränkend die Situation im Stadtteil dadurch war.

Was war Ihnen als Stadtteilverein in den Anfangsjahren der Entwicklung besonders wichtig?
Hier lag der Fokus des Stadtteilvereins auf den Planungen zur örtlichen Infrastruktur und auf den Bebauungsplänen für die Bereiche sowohl in Mark-Twain-Village wie auch in Campbell. Ein wichtiger Schwerpunkt unserer Arbeit lag außerdem von Anfang an auf dem Erhalt des reichen Baumbestands in den Quartieren und als Allee entlang der Römerstraße. Wir sind froh, dass wir erreichen konnten, dass zumindest ein Teil davon erhalten werden konnte.

Die Südstadt ist enorm gewachsen. Wie haben Sie die neuen Nachbarinnen und Nachbarn integriert und wie erfolgreich ist das gelungen?
Der Stadtteilverein bietet mit seinem Stammtisch jeden ersten Mittwoch im Monat eine Möglichkeit, bekannte & neue Gesichter zu sehen, sich auszutauschen oder auch einfach Fragen zur Südstadt und ihrer Entwicklung zu stellen. Durch Plakate, den Schaukasten an der „Chapel“ gegenüber dem Nahversorger, unsere Homepage und über Instagram machen wir auf unsere Veranstaltungen aufmerksam. Bisher engagieren sich die „Neuen“ vor allem aus den Wohngruppen. Bei den anderen Zugezogenen sind die Verbindung zum und das Engagement im Stadtteil noch steigerungsfähig.

Welche Herausforderung im Zuge der Entwicklung der früheren Militärfläche erscheint Ihnen am größten?
Das Zusammenwachsen der alten und der neuen Südstadt. Dies hängt nämlich auch davon ab, wie es baulich mit der Römerstraße weitergeht. Die Herausforderung ist hier, die trennende Wirkung zu verändern, um den alten und den neuen Teil des Stadtteils zu verbinden. Bei der Integration von neu Zugezogenen sehen wir auch noch viel Potential. Außerdem wäre eine Belebung des Paradeplatzes wünschenswert, was jedoch nicht so einfach ist. Auch beim Thema „Gentrifizierung“ des Stadtteils müssen wir aufmerksam sein. 

Welche Veranstaltungen planen Sie in diesem Jahr? 
Ein Highlight in naher Zukunft ist das „SüdstadtFrühstück“, ein für alle Südstädter*innen offenes Mitbring-Frühstück, das am Sonntag, den 10.5.2026 stattfindet. Außerdem findet zum zehnjährigen Bestehen unserer Dachorganisation „Chapel e.V.“ das Chapel-Sommerfest am 19.9.2026 statt. Und der Termin für den beliebten St. Martinsumzug steht mit dem 7.11.2026 auch schon fest.

Weitere Infos unter www.stadtteilverein-heidelberg-suedstadt.de

Der Fragebogen wurde ausgefüllt von: Arno Feuerstein, Vorstand, Katja Gleitsmann, Erweiterter Vorstand, Ursula Röper, Ehrenvorsitzende

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