Runder Tisch Gleichstellung nimmt Arbeit auf
40 Vertreterinnen und Vertreter aus Verwaltung, Stadtgesellschaft, Politik kamen erstmals zusammen
Der neue „Runde Tisch Gleichstellung und Geschlechtergerechtigkeit“ der Stadt Heidelberg hat am Dienstag, 10. März 2026, erstmals im Rathaus getagt. Rund 40 Vertreterinnen und Vertreter aus Initiativen, Vereinen, Verwaltung und Kommunalpolitik nahmen an der konstituierenden Sitzung teil. Das Gremium soll künftig als Austausch- und Beratungsforum dienen und Impulse für die Gleichstellungspolitik der Stadt geben.
Bürgermeisterin Stefanie Jansen: „Gleichstellung ist eine demokratische Kernfrage“
„Gleichstellung ist kein Minderheitenthema, sondern eine demokratische Kernfrage. Deshalb freue ich freue mich sehr, dass Sie heute so zahlreich erschienen sind“, sagte Bürgermeisterin Stefanie Jansen zur Begrüßung.
Die Heidelberger Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte Sandra Arendarczyk ergänzte: „Der Runde Tisch soll eine Brücke sein zwischen Zivilgesellschaft und Verwaltung, zwischen Praxis und Politik, zwischen Alltagserfahrungen und strategischen Entscheidungen.“ Ziel sei es, Bedarfe frühzeitig zu erkennen, Ressourcen gezielter einzusetzen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln.
Der Runde Tisch ist das Ergebnis eines Beteiligungsprozesses, den die Stadt 2025 gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Zivilgesellschaft gestartet hatte. Bei einer Auftaktveranstaltung im September und einem anschließenden Workshop im Oktober 2025 diskutierten rund 40 Teilnehmende über Themen, Strukturen und Ziele eines neuen Arbeitsformats für die Gleichstellungspolitik in Heidelberg. Dabei wurde deutlich, dass der Bedarf nach Austausch, Vernetzung und verbindlicher Zusammenarbeit groß ist.
Austausch zwischen Verwaltung, Politik und Zivilgesellschaft stärken
Aus diesem Prozess ist nun ein dauerhaftes Gremium entstanden. Es soll Entwicklungen in der Gleichstellungspolitik begleiten, Empfehlungen geben und den Austausch zwischen Verwaltung, Politik und Zivilgesellschaft stärken. „Dieser Runde Tisch ist das Ergebnis vieler Gespräche, vieler Impulse und vor allem Ihres Engagements“, sagte Bürgermeisterin Jansen. Er zeige, „wie viel Kompetenz und Engagement in Heidelberg bereits vorhanden sind und dass wir Gleichstellung nur dann wirklich voranbringen, wenn wir diese Kräfte zusammenführen“.
Lange Tradition der Gleichstellungsarbeit in Heidelberg
Heidelberg knüpft damit an eine lange Tradition der Gleichstellungsarbeit an. Bereits 2007 unterzeichnete die Stadt die Europäische Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männern auf lokaler Ebene. 2025 ratifizierte der Gemeinderat zudem deren Erweiterung um Perspektiven von Vielfalt, Teilhabe und Antidiskriminierung.
In der konstituierenden Sitzung verständigten sich die Teilnehmenden zunächst auf ein gemeinsames Selbstverständnis und eine Geschäftsordnung für das Gremium. Außerdem berichteten mehrere themenspezifische Arbeitskreise über ihre Arbeit. Einige dieser Strukturen wurden dabei im Zuge der Einrichtung des Runden Tisches weiterentwickelt, wie etwa der Arbeitskreis „Gewalt im Geschlechterverhältnis“ oder der Arbeitskreis „Sexuelle und reproduktive Rechte und Gesundheit“.
Einen inhaltlichen Impuls gab Len Schmid mit einem Beitrag zum Thema Antifeminismus und zu Handlungsmöglichkeiten für Kommunen und Zivilgesellschaft.
Arbeitskreise für mehr Teilhabe und Sichtbarkeit
Unter dem Dach des Runden Tischs sollen künftig mehrere thematische Arbeitskreise zusammenarbeiten. Sie greifen bestehende Netzwerke auf und entwickeln zugleich neue Themenfelder weiter. Arbeitskreise gibt es zunächst zu den Themen sexuelle und reproduktive Rechte und Gesundheit, Prostitution, Gewalt im Geschlechterverhältnis und Geschlechtergerechtigkeit am Arbeitsmarkt.
Der Runde Tisch Gleichstellung und Geschlechtergerechtigkeit soll künftig regelmäßig im Heidelberger Rathaus tagen.

