Sperrzeiten: Verwaltung legt Vorschlag für neue Regelung vor

Erste Beratung im Haupt- und Finanzausschuss am 25. März

Die Stadt Heidelberg muss für einen Teil der Kernaltstadt strengere Sperrzeiten festlegen. Das hat der Verwaltungsgerichtshof (VGH) Mannheim im Dezember 2024 entschieden. Die Stadtverwaltung hatte gegen dieses Urteil Rechtsmittel (Nichtzulassungsbeschwerde) eingelegt, welches im Februar 2026 vom Bundesverwaltungsgericht abgelehnt worden ist. In der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Mittwoch, 25. März 2026, wird die Stadtverwaltung daher nun der Verpflichtung nachkommen, das Urteil zeitnah umzusetzen und dem Gemeinderat den Entwurf für eine neue Sperrzeitenverordnung vorlegen.

Ein Ausschnitt der Karte Heidelbergs mit der markierten Sperrzone.
Geltungsbereich der Sperrzeitenverordnung in der Heidelberger Kernaltstadt. (Grafik: Stadt Heidelberg) 

Nach den Vorgaben des Verwaltungsgerichtshofes beginnt die Sperrzeit in den Nächten zum Samstag und zum Sonntag sowie den gesetzlichen Feiertagen in Baden-Württemberg um 1 Uhr und in den Nächten zum Donnerstag und zum Freitag um 0 Uhr. In den Nächten zum Montag, Dienstag und Mittwoch beginnt die Sperrzeit um 1 Uhr. Der Geltungsbereich bleibt unverändert.

Ordnungsbürgermeisterin Martina Pfister sagt: „Ich bin sehr froh darüber, dass sowohl Anwohnende, die Gastronomie als auch Feiernde in den vergangenen Monaten bereit waren, sich nach Jahren des Streites auf einen gemeinsamen, konstruktiven Prozess einzulassen. Ein Prozess, der sich auf Fakten stützt, auf Basis derer gemeinsam Lösungen für ein Miteinander gestaltet werden, das allen Rechnung trägt. Die neue Sperrzeitenregelung ist nun ein gesetzlich vorgegebener Rahmen, dessen Auswirkungen wir gemeinsam engmaschig beobachten, bewerten und besprechen werden. Ziel ist einzig und allein eine nachhaltige und ganzheitliche Verbesserung in der Kernaltstadt, die wir mit unseren in den vergangenen Monaten etablierten Standards engmaschig begleiten werden.“

Verwaltung und Gastronomie begegnen dem Lärm mit Maßnahmenpaket

Bereits seit Januar 2025 setzt die Verwaltung viele verschiedene Maßnahmen um, um die Lärmkulisse – insbesondere in der Unteren Straße – nachhaltig zu reduzieren: Die Einsatzzeiten des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD) wurden erhöht. Stand heute bedeutet das: 2.061 Einsatzstunden, 7.180 Kontrollen und 7.876 Einzelmaßnahmen. Eine Vielzahl an Betrieben hat signifikant mehr Sicherheitspersonal eingestellt, das ihre Gäste und wartende Personen für die bestehende Lärmproblematik proaktiv sensibilisiert. Gemeinsam mit Gastronomie und Studierenden wurde eine Plakat- und Social-Media-Awareness-Kampagne unter dem Titel „Deine Party, mein Schlaf“ gestartet. Im April 2025 haben sich die Wirte auf eigenen Wunsch zu einer freiwilligen Reduzierung der Öffnungszeiten bis 3 Uhr am Wochenende geeinigt.

Begleitet wurden die Maßnahmen von einer systematischen Beobachtung der Beschwerdelage und regelmäßigen Lärmmessungen, die es der Gastronomie ermöglicht hat, unmittelbar zu Optimierungsmaßnahmen zu greifen. In zweiwöchigen Besprechungen wurden die Maßnahmen auf ihre Wirksamkeit überprüft und bei Bedarf angepasst. Aus den regelmäßigen Treffen ist die Erkenntnis erwachsen, dass nur ein Zusammenwirken aller Gastronomen zu einer Optimierung der Gesamtsituation führen kann. Die Gründung des Vereins „Interessenverband Heidelberger Altstadt-Gastromomen e. V. (IdAH) war eine weitere logische Konsequenz dieser Entwicklung.

Seit Ende 2025 werden die Gastronomen und die Stadt Heidelberg bei den Maßnahmen zur Lärmreduktion von der Innovation Tank gGmbH im Rahmen des Projekts „HEAR – Heidelberg Acoustic Research Project“ unterstützt. An mehreren Standorten in der Altstadt erfassen Sensoren den Personen- und Umgebungslärm und ermitteln den Standort der Lärmquelle. Daraus ergibt sich ein laufend aktualisiertes Lärm-Lagebild, das gezieltes Einschreiten ermöglicht und bei der Koordination und Abstimmung der Maßnahmen Anwendung findet.

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