Kernaltstadt: Strengere Sperrzeiten gelten ab Freitag, 17. April 2026

Gastronomie muss früher schließen / Begleitende Maßnahmen sollen aufrechterhalten werden

Für einen Teil der Heidelberger Kernaltstadt gelten ab dem heutigen Freitag, 17. April 2026, strengere Sperrzeiten als bisher. Der Gemeinderat hat die neue Sperrzeitenverordnung in seiner Sitzung am 16. April 2026 beschlossen. Grundlage für die neue Sperrzeitenverordnung ist ein Urteil des Verwaltungsgerichtshofs (VGH) Mannheim im Dezember 2024. Die Stadtverwaltung hatte gegen dieses Urteil Rechtsmittel (Nichtzulassungsbeschwerde) eingelegt, welches im Februar 2026 vom Bundesverwaltungsgericht abgelehnt worden ist.

Nach den Vorgaben des Verwaltungsgerichtshofes beginnt die Sperrzeit in den Nächten zum Samstag und zum Sonntag sowie den gesetzlichen Feiertagen in Baden-Württemberg um 1 Uhr und in den Nächten zum Donnerstag und zum Freitag um 0 Uhr. In den Nächten zum Montag, Dienstag und Mittwoch beginnt die Sperrzeit ebenfalls um 1 Uhr. Der Geltungsbereich bleibt unverändert.
 
Ordnungsbürgermeisterin Martina Pfister sagt: „Unser Ziel ist es, die Situation in der Kernaltstadt nachhaltig und ganzheitlich zu verbessern. Wie sich die vom Verwaltungsgericht bestimmten strengeren Sperrzeiten nun auf das Nachtleben in Heidelberg auswirken, werden wir engmaschig beobachten und bewerten. Ich freue mich, dass es in den vergangenen Monaten gelungen ist, sowohl mit den Anwohnenden, der Gastronomie als auch den Feiernden einen konstruktiven Prozess anzustoßen, auf dessen Faktenbasis wir ein gemeinsames Miteinander gestalten wollen, das allen Rechnung trägt.“

Verwaltung und Gastronomie begegnen dem Lärm mit Maßnahmenpaket

Bereits seit Januar 2025 setzt die Verwaltung viele verschiedene Maßnahmen um, um die Lärmkulisse – insbesondere in der Unteren Straße – nachhaltig zu reduzieren: Die Einsatzzeiten des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD) wurden erhöht. Stand heute bedeutet das: 2.149 Einsatzstunden, 7.786 Kontrollen und 8.920 Einzelmaßnahmen. Eine Vielzahl an Betrieben hat signifikant mehr Sicherheitspersonal eingestellt, welches ihre Gäste und wartende Personen für die bestehende Lärmproblematik proaktiv sensibilisiert. Gemeinsam mit Gastronomie und Studierenden wurde eine Plakat- und Social-Media-Awareness-Kampagne unter dem Titel „Feiern mit Respekt – Deine Party, mein Schlaf“ gestartet. Im April 2025 hatten sich die Wirte auf eigenen Wunsch zu einer freiwilligen Reduzierung der Öffnungszeiten bis 3 Uhr am Wochenende geeinigt.
 
Begleitet wurden die Maßnahmen von einer systematischen Beobachtung der Beschwerdelage und regelmäßigen Lärmmessungen, die es der Gastronomie ermöglicht haben, unmittelbar zu Optimierungsmaßnahmen zu greifen. In zweiwöchigen Besprechungen wurden die Maßnahmen auf ihre Wirksamkeit überprüft und bei Bedarf angepasst. Aus den regelmäßigen Treffen ist die Erkenntnis erwachsen, dass nur ein Zusammenwirken aller Gastronomen zu einer Optimierung der Gesamtsituation führen kann. Die Gründung des Vereins „Interessenverband Heidelberger Altstadt-Gastromomen“ (IdAH) war eine weitere logische Konsequenz dieser Entwicklung.
 
Seit Ende 2025 werden die Gastronomen und die Stadt Heidelberg bei den Maßnahmen zur Lärmreduktion von der Innovation Tank gGmbH im Rahmen des Projekts „HEAR – Heidelberg Acoustic Research Project“ unterstützt. An mehreren Standorten in der Altstadt erfassen Sensoren den Personen- und Umgebungslärm und ermitteln den Standort der Lärmquelle. Daraus ergibt sich ein laufend aktualisiertes Lärm-Lagebild, das gezieltes Einschreiten ermöglicht und bei der Koordination und Abstimmung der Maßnahmen Anwendung findet.

Karte, die den Geltungsbereich der Sperrzeitenverordnung 2026 zeigt.
Geltungsbreich der Sperrzeitenverordnung.
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