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Gespräch mit Alexander Krohn zu den Ideen für die Neckarpromenade

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:

Dipl.-Ing. Alexander Krohn, Stadtplanungsamt
Stabsstelle Stadt an den Fluss
Palais Graimberg - Kornmarkt 5, Zimmer 0.16
69117 Heidelberg
Telefon 06221 58-23161
Fax 06221 58-4623161

Projekt Neckarpromenade

Perfekt zum Radfahren, Spazierengehen und Verweilen

Eine Neckarpromenade mit eigenständiger Radachse, die sich vom Karlstor bis zum Wieblinger Wehr erstreckt – in den kommenden zehn Jahren könnte sie Realität werden. Wie, das zeigt eine Machbarkeitsstudie, welche die Arbeitsgemeinschaft Neckaruferweg im Auftrag der Stadt Heidelberg erarbeitet hat. Insgesamt wurden zehn Teilbereiche identifiziert, für die erste Ideen entwickelt wurden. Das Gesamtprojekt könnte schrittweise über Einzelmaßnahmen entwickelt werden. 

Überblick über die Konzeptstudie (Grafik: ARGE Neckaruferweg)

Ideen der Machbarkeitsstudie

01 Stadt im Fluss

Visualisierung von schwimmenden Häusern (Grafik: ARGE Neckaruferweg)

Im Bergheim im Bereich des Marriott-Hotels gibt es schon eine größere Grünfläche. Hier ist angedacht, den bestehenden Uferweg aufzuwerten. Auf dem Wasser könnten angelagerte Grünflächen mit Bepflanzung in Form von schwimmenden Pontonkonstruktionen installiert werden, sogenanntes „floating green“. Darüber hinaus könnte hier eine Treppenanlage parallel zur Uferböschung entstehen, die zu einer großzügigen Terrasse auf Wasserebene führt. So entstehen attraktive Aufenthaltsorte für alle Bergheimerinnen und Bergheimer. Eine weitere mögliche Nutzungsart für diesen Bereich könnte eine Hausbootsiedlung - “Stadt im Fluss” - als neue Form des Wohnens sein.


02 Sportsteg

Visualisierung Sportsteg (Grafik: ARGE Neckaruferweg)

Der Uferbereich auf Höhe des Ruderclubs ist derzeit nicht öffentlich zugänglich, zudem ist er durch die B37 nur schwer zu erreichen. In der Machbarkeitsstudie wird vorgeschlagen, diesen Bereich stärker für Wassersport zu nutzen und zu erweitern. Beispielsweise könnte die bestehende Plattform durch einen schwimmenden Steg erweitert werden, um so einen Übergang zur Grünfläche des Iqbal-Ufers zu schaffen. Zusätzlich könnten schwimmende Aufenthaltsbereiche mit Pool und Sauna entstehen. Der Radverkehr verläuft auf Höhe der B37 und knüpft damit direkt die Ernst-Walz-Brücke und Ziele im Stadtteil Bergheim an. Er würde durchgängig bis zum Karlstor als Zweirichtungsradweg geführt werden.


03 Iqbal Ufer

Visualisierung Iqbal Ufer (Grafik: ARGE Neckaruferweg)

Die Grünfläche am Iqbal-Ufer wurde bereits im Rahmen der NECKARORTE-Veranstaltungen bespielt und möbliert. In Folge dieser Wieder-Entdeckung wird das Iqbal-Ufer bereits als Erholungsort am Neckar wahrgenommen und genutzt.

Die Gestaltungsideen aus den Bürger-Workshops mit Wünschen und Anregungen für diesen Ort sind in die Planungen der Promenade am Neckar eingeflossen. In Ufernähe sollen nur wenige, sehr behutsame Eingriffe vorgenommen werden um eine möglichst naturnahe Gestaltung mit Rücksicht auf die wertvolle Flora und Fauna in diesem Gebiet zu erreichen. Dazu könnten Sitzstufen in die Böschung integriert werden, die als Aufenthaltsort mit ansprechendem Ausblick dienen. Eine Pendelfähre könnte zum Stadtteil Neuenheim verbinden. Der Radweg wird wieder vom Fußweg getrennt an der B37 geführt. Als Nutzungsoption für diesen Bereich wird außerdem ein Infozentrum mit kleinem Café und einer Terrasse, die als Plattform für Kultur genutzt werden kann, skizziert.


04 Marina

Visualisierung Marina (Grafik: ARGE Neckaruferweg)

Die maritime Seite Heidelbergs ist am stärksten beim Sportboothafen erlebbar, der aktuell nur von Vereinsmitgliedern betreten werden darf. In Zukunft soll der Durchgangsbereich vor den unterirdischen Vereins- und Bootshäusern, dem ehemaligen Badekabinenhaus des „Blumschen Freibads“ von 1896, für die Allgemeinheit geöffnet werden.

Der bereits vorhandene Steg könnte mit einem schwimmenden Steg verbreitert werden, so dass Wassersportler und Spaziergänger sich nicht in die Quere kommen. Die bereits von den Vereinsmitgliedern genutzte Gastronomie kann ein Treffpunkt von Marinanutzern und Besuchern werden. 


05 Neckarwalk

Visualisierung Neckarwalk (Grafik: ARGE Neckaruferweg)

Hier könnte in Zukunft ein befestigter Steg als Flaniermeile auf Wasserhöhe von der Marina durchgängig bis zum Neckarlauer führen. Die triste Beton-Bestandsmauer entlang des Neckarwalks wird durch eine vertikale Begrünung optisch aufgewertet, die sich dann zu einer grün berankten Pergola über die B37 weiterentwickeln kann. Der Hochwasserschutz wird durch bauliche Maßnahmen optimiert. 

Außerdem könnte am Brückenkopf der Theodor-Heuss-Brücke eine Platzerweiterung vorgenommen werden, die die B37 überspannt. So könnte der Neckarwalk auf direktem Weg durch eine Treppenanlage oder einen Aufzug erreicht werden und der Spaziergang vom Bismarckplatz bis hinunter zum Neckar führen.


06 Neckarlauer

Visualisierung Neckarlauer (Grafik: ARGE Neckaruferweg)

Der Neckarlauer wird im Vorgriff auf die Neckaruferpromenade aktuell bereits im östlichen Bereich gestalterisch und barrierearm aufgewertet. Nach Fertigstellung im Sommer 2019 wird der Neckarlauer für Menschen mit Kinderwagen, Rollstuhl sowie Rollator & Co. leichter zu erreichen sein.

Hochwertige Sitzstufen aus rotem Sandstein bieten neue Sitzgelegenheiten. Einbauleuchten in den Sitzblöcken sorgen für eine Ausleuchtung. Als Nutzungsoption für diesen Bereich werden stabil verankerte Rahmenkonstruktionen, die den „Neckarstrand“ einfassen und schwimmende Holzdecks zur Naherholung skizziert. Die genaue Positionierung ist so gewählt, dass der Blick ungehindert auf die gegenüberliegende Uferseite Richtung Philosophenweg und Sonnenuntergang gelenkt wird.


07 Studentenbühne

Visualisierung Studentenbühne (Grafik: ARGE Neckaruferweg)

Der Bereich östlich des Marstalls ist aufgrund der Nähe zur Marstall-Mensa und den Hörsälen in der alten Heuscheuer stark studentisch geprägt. Zudem legen hier oft Fahrgastschiffe mit Tagestouristen an. Der vorhandene Gehweg entlang der Straße ist sehr eng, was für Fußgänger und Radfahrer häufig zu Problemen führt.


Zukünftig könnte, beginnend am östlichen Ende des Neckarlauers ein schwimmender Steg unterhalb der alten Kaimauer bis kurz vor die Alte Brücke führen. „Floating green“ breitet sich zwischen der historischen Mauer mit dem historischen Geländer und dem neuen Steg aus und sorgt für eine Begrünung des Bereichs.

Am neuen Steg gibt es Schiffsanleger für die Fahrgastschiffe. Als Nutzungsoption für diesen Bereich werden eine Auskragung über den schwimmenden Weg, ein Café auf Höhe des Marstalls und Sitzstufen skizziert. Eine erleichterte Querung aus der Altstadt führt über den neuen Treppenabgang zur Promenade.


08 Altstadt-Terrasse

Visualisierung Altstadt-Terrasse (Grafik: ARGE Neckaruferweg)

Von der Altstadt-Terrasse aus lässt sich der Ausblick auf die gegenüberliegende Uferseite mit dem Heiligenberg und dem Philosophenweg genießen. Dennoch wird das Plateau unterhalb der Alten Brücke momentan kaum genutzt. Hier soll hauptsächlich eine Wiederbelebung stattfinden beispielsweise durch fest installierte Sitzelemente. 

Die Fläche könnte außerdem für Verkaufsstände, Tauschbörsen, Flohmärkte oder Altstadtfeste genutzt werden. Ein neuer, zusätzlicher Zugang führt über eine Treppe von der Brückenebene aus zum neuen Freiraum.


09 Grüne Oase

Visualisierung Grüne Oase (Grafik: ARGE Neckaruferweg)

Die Bastion zwischen Alter Brücke und Neckarmünzplatz bleibt in ihrem ursprünglichen Erscheinungsbild erhalten: Sie wird lediglich durch eine barrierefreie Erschließung ergänzt und erhält eine neue Möblierung. Die Promenade am Neckar wird als schwimmender Steg unterhalb der historischen Mauer um die Bastion herumgeführt. Daran angelagert sind schwimmende Grünflächen. Im Osten schließt der schwimmende Weg an die feste Rampe in Richtung Neckarmünzplatz an, im Westen an die gepflasterte Fläche unter der Alten Brücke zur B37 hin.

Als Nutzungsoption für diesen Bereich erhält die Bastion Sitzelemente mit hoher Rückenlehne, die den Verkehrslärm abschirmen. Die Bestandsmauer Richtung Neckar wird mit Stühlen ausgestattet und so zur Lesetheke mit Aussicht. Auf dem Steg am Wasser kann Boule gespielt werden während die alten Kastanienbäume Schatten spenden.


10 Empfang mit Schlossblick

Visualisierung Empfang mit Schlossblick (Grafik: ARGE Neckaruferweg)

Am Neckarmünzplatz, dem traditionell wichtigsten Ankunftsort für Tagestouristen, ist aktuell kein Zugang zum Neckar von der Stadtseite aus über die B37 vorhanden. Hier soll eine Querungsmöglichkeit zum Wasser geschaffen und Aufenthaltsräume an der Böschung zum Neckar gestaltet werden. Es entsteht ein zusätzlicher Fußweg am Wasser als Einstieg in die Neckarpromenade.

Die bereits bestehende Terrasse des Uferbereichs könnte erweitert und mit Treppen ausgestattet werden. Die grüne Böschung wird durch Baumpflanzungen ergänzt. Ein schwimmender Steg lagert sich vor der Bestandsböschung an.


Überblick über die Vertiefungsbereie (Grafik: ARGE Neckaruferweg)

Wie ist die Machbarkeitsstudie entstanden?

Die in der Machbarkeitsstudie gezeichnete Vision einer Neckaruferpromenade wurde auf Basis vieler Gespräche mit den angrenzenden Vereinen, dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt und den in der Projektgruppe Stadt an den Fluss beteiligten Fachämtern sowie unteren Behörden entwickelt.

So geht´s weiter

Am 09. Mai 2019 werden die Ideen der Machbarkeitsstudie dem Gemeinderat vorgestellt. Er entscheidet dann darüber, ob die vorgeschlagenen Teilprojekte in eine tiefergehende Planung übergehen.

In diesem nächsten Planungsschritt sollen dann verbindliche Aussagen zur Realisierbarkeit hinsichtlich der Bebauungsmöglichkeiten am Gewässerrandstreifen (Wassergesetz des Landes), zum Hochwasserschutz und zum Denkmalschutz getroffen werden. Auf dieser Grundlage können dann die einzelnen Bauabschnitte weiter konkretisiert werden.

Mehr Informationen

Machbarkeitsstudie, Visualisierungen und Pläne