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Palais Graimberg - Kornmarkt 5
69117 Heidelberg
Telefon 06221 58-23000 und 58-23010
Fax 06221 58-23900

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Foto einer Pipeline in der Erde

Süddeutsche Erdgasleitung (SEL)

Trassenverlauf durch Heidelberger Gemarkung stößt auf Kritik

Die „Terranets BW GmbH“ plant den Bau einer 250 Kilometer langen „Süddeutschen Erdgasleitung“, die auch durch den Heidelberger Süden und Westen verlaufen soll. Planungsgrundlage für die „Süddeutsche Erdgasleitung“ bildet eine 2006 planfestgestellte Trasse, welche die Gemarkungen der Stadtteile Emmertsgrund, Rohrbach, Kirchheim und Wieblingen tangiert. Der Planfeststellungsbeschluss von 2006 ist jedoch außer Kraft getreten, da nicht mit dem Bau begonnen wurde. Es ist also ein erneutes Planfeststellungsverfahren durchzuführen.

Planungsrecht

Ein Planfeststellungsverfahren ist das notwendige Genehmigungsverfahren für Infrastrukturvorhaben, die eine Vielzahl von öffentlichen und privaten Interessen berühren. Ein Planfeststellungsverfahren ist unter anderem vorgeschrieben für den Bau und die Änderung von Straßen (zum Beispiel Autobahnen), Schienenwegen (Eisenbahnen und Straßenbahnen), Flugplätzen, Hochspannungs- und anderen Energieversorgungsleitungen und weiteren Vorhaben. Für die Durchführung des Planfeststellungsverfahrens, das auch die Baugenehmigung beinhaltet, ist das Regierungspräsidium Karlsruhe zuständig. Die Stadt Heidelberg ist Beteiligte im Planfeststellungsverfahren.


Leitungsverlauf

Die Trassenvariante "Nußloch Süd" die nicht durch die Weinberge führt und auf Bestreben der Stadt Heidelberg und der Öffentlichkeitsbeteiligung ins Verfahren aufgenommen wurde, hat Terranets abgelehnt. Als Gründe wurden unter anderem dicht besiedelte Stadtgebiete, Altlasten und gesetzlich geschützte Biotope genannt. Insbesondere auch das Altbergbaugebiet mit Stollen und Schächten in Nußloch führe laut Terranets zu unkalkulierbaren Risiken.

Am 28. November 2022 wurde der grundstücksscharfe Trassenverlauf (1,949 MB) vorgestellt. Demnach verläuft die geplante Trasse über Wieblinger Gemarkung und vorbei am Grenzhof. Weiter geht es von der Eppelheimer Gemarkung kommend nördlich an Patrick-Henry-Village vorbei durch die Felder in Richtung Kirchheim. Dort soll die SEL direkt an der B 535 und B 3 südlich an Kirchheim und Rohrbach vorbeigeführt werden, bevor sie östlich des Gewerbegebiets Rohrbach-Süd parallel zu einem Feldweg nach Süden geführt wird. Nördlich der L 600 soll die Leitung mit dem Verlauf der Hochspannungsleitung gebündelt Richtung Lingental geführt werden und auf rund 700 Metern durch die Rohrbacher Weinberge in Richtung Leimen-Lingental verlegt werden.


Haltung der Stadt zu dem Projekt

Die Stadt Heidelberg sieht die Planungen kritisch: Statt fossilen Energieträgern möchte die Stadt regenerative Energieträger fördern. Die Erdgasleitung führt – je nach genauer Lage - zu Beeinträchtigungen der Landwirtschaft und des Weinbaus. Es gibt auch bereits Erdgasleitungen auf Heidelberger Gemarkung. Eine Bündelung mit diesen führt zu einer Verdoppelung der Sicherheitsstreifen, in denen keine Baumpflanzungen mehr möglich sind und die durch temporäre Baustelleneinrichtungen und Modernisierungsvorhaben bei technischen Neuerungen beeinträchtigt werden.  


Projektstand

  • Im zweiten Halbjahr 2021 fand eine frühe Öffentlichkeitsbeteiligung statt.
  • Der Gemeinderat hat sich im Juli 2021 einstimmig gegen die derzeit vorgesehene Trassenführung ausgesprochen.
  • Im Vorfeld des Planfeststellungsverfahrens hat das Unternehmen beim Regierungspräsidium Karlsruhe ein sogenanntes „Scoping-Verfahren“ beantragt. Dabei handelt es sich um ein Vorverfahren, bei dem die umweltrelevanten Themen ermittelt werden und das Unternehmen von behördlicher Seite unter anderem darüber unterrichtet wird, welchen Umfang und welche Detailtiefe die Umweltprüfung haben muss. 
    • Das Scoping-Verfahren startete am 13. Januar 2022. 
    • Am 22. Juni 2022 fand ein Scoping Termin in Heidelberg statt. 
    • Am 6. Oktober 2022 unterrichtete das Regierungspräsidium Karlsruhe über den Untersuchungsrahmen (Inhalt, Umfang und Detailtiefe der Angaben zu den Umweltauswirkungen des Vorhabens, die nach § 16 des Gesetzes zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPG) voraussichtlich in den UVP-Bericht aufgenommen werden müssen). Hier gehts zu den Ergebnissen. (365,9 KB)
  • Im Oktober und November 2022 führteTerranets erste Bohrungen zur Untersuchung der Boden- und Baugrundverhältnisse Pflöcke markieren die Bohrpunkte in Nähe der Feldwege. In Heidelberg sind rund 30 private Grundstücke von der geplanten SEL betroffen. Die Eigentümerinnen und Eigentümer wurden von Terranets BW informiert.
  • Einen grundstücksscharfen Trassenverlauf präsentiert Terranets zunächst ohne Bürgerinnen und Bürger am 28. November 2022. Danach folgt eine zweite Öffentlichkeitsbeteiligung für Bürgerinnen und Bürger.
  • Bis Ende Mai 2023 plant Terranets, den Antrag auf Bau und Betrieb der SEL beim Regierungspräsidium (RP) Karlsruhe zu stellen. Die Stadt Heidelberg wird im Planfeststellungsverfahren als Träger öffentlicher Belange beteiligt und kann im Zuge einer Anhörung Einwendungen gegen den Plan erheben. 
  • Das Unternehmen möchte den Bau bis 2026 abschließen.