Weniger Kinder, stabile Betreuung: Stadt passt Kita-Angebote an
Jugendhilfeausschuss berät am 9. Juni über Kita-Bedarfsplanung 2026/2027
Heidelberg bleibt mit Kita-Plätzen sehr gut versorgt. Das zeigen die Zahlen der Bedarfsplanung des Kinder- und Jugendamtes für das Kindergartenjahr 2026/2027. Von der Geburt bis zum Schuleintritt stehen für Kinder demnach weiterhin ausreichend Kita- und Krippenplätze zur Verfügung. Gleichzeitig passt die Stadt ihre Planungen schrittweise an die demografische Entwicklung an, denn auch in Heidelberg sinken die Kinderzahlen. „Unser Ziel ist es, für die Heidelberger Familien wohnortnahe, verlässliche und qualitativ hochwertige Angebote dauerhaft zu sichern“, erklärt Bürgermeisterin Stefanie Jansen, Dezernentin für Soziales, Bildung, Familie und Chancengleichheit der Stadt Heidelberg. Der Jugendhilfeausschuss berät über die Bedarfsplanung in seiner Sitzung am 9. Juni 2026 im Rathaus
Familien profitieren von guter Versorgungslage
Im Kindergartenbereich liegt die rechnerische Versorgungsquote im kommenden Kindergartenjahr 2026/2027 bei rund 118 Prozent (5.239 Plätze). Für Kinder im Alter von ein bis unter drei Jahren liegt die Versorgungsquote im Krippenbereich einschließlich Kindertagespflege bei rund 98 Prozent (1.787 Plätze Krippe, 473 Plätze Kindertagespflege). Von der guten Versorgungslage mit Kita-Plätzen profitieren aktuell die Familien in Heidelberg: Kinder bekommen im überwiegenden Fall einen Platz in einer der Wunsch-Kitas, die Eltern bei der Vormerkung angegeben haben. Während die meisten Stadtteile eine mehr als einhundertprozentige Versorgungsquote im Bereich der Kindergartenplätze aufweisen, gibt es aktuell drei Stadtteile mit Aufholbedarf: Boxberg mit einer Quote von 60 Prozent, Handschuhsheim mit 92,1 Prozent und die Südstadt mit 94,8 Prozent. Hier kommt es vor, dass Plätze unter Umständen nicht immer wohnortnah zur Verfügung stehen oder das gewünschte Aufnahmedatum nicht immer möglich ist.
Sinkende Kinderzahlen
Der seit 2022 bundesweite Geburtenknick hält auch in Heidelberg an. Im Vergleich zum Vorjahr sinken die Zahlen der Kinder im Alter von 0 bis unter 3 Jahren um minus 1,8 Prozent auf 3.470 Krippenkinder, das sind 65 weniger als im Vorjahr. Im Kindergartenbereich (Kinder von 3 Jahren bis zum Schuleintritt) werden zum Kindergartenjahr 2026/2027 ebenfalls abnehmende Kinderzahlen erwartet. Im Vergleich zum Vorjahr sinkt der Gesamtanteil um 4,9 Prozent auf insgesamt 4.425 erwartete Kindergartenkinder, 229 weniger als im Vorjahr. Am stärksten gehen die Kinderzahlen insgesamt im Stadtteil Kirchheim zurück.
Angebotsstruktur wird auf sinkende Zahlen angepasst
Damit verringert sich auch die Nachfrage von Eltern nach Betreuungsplätzen, die Auslastung von Einrichtungen ist zunehmend unterschiedlich. Stadt und freie Träger werden darauf an verschiedenen Standorten mit Umstrukturierungen reagieren, beispielsweise mit der Einführung neuer altersgemischter Gruppen, der Umwandlung von Krippen- in Kindergartenplätze oder der Reduzierung des Platzangebots. Im Rahmen der Bedarfsplanung für das neue Kitajahr zeigt sich, dass die Träger und Einrichtungen bereits auf die zurückgehende Nachfrage reagieren und ihre Angebote teilweise reduzieren: Insgesamt wurden für die Bedarfsplanung 263 Plätze weniger angemeldet, davon 116 in Krippen, 92 in Kindergärten und 55 in der Kindertagespflege. Längerfristig ist auch die Verlagerung von Angeboten in andere Einrichtungen angedacht. „Eltern müssen hier keinen kurzfristigen Rückbau von Angebotsstrukturen befürchten“, erklärt Myriam Lasso, Leiterin des Kinder- und Jugendamts, „Die Veränderungen erfolgen Schritt für Schritt und gemeinsam mit den Trägern. So schaffen wir Verlässlichkeit für Familien und Einrichtungen.“
Für die Kinderbetreuung wendet die Stadt Heidelberg im Jahr 2026 insgesamt 115,6 Millionen Euro auf, dem stehen Einnahmen von 57,7 Millionen Euro gegenüber.
Mehr zur Kinderbetreuung in Heidelberg unter www.heidelberg.de/kinderbetreuung.
