„Heidelberger Dialog der Religionen“: Gemeinsam Verantwortung für das Zusammenleben in der Stadt übernehmen

Neues Format des interreligiösen Austauschs – Acht Religionsgemeinschaften am Auftakt beteiligt

In Heidelberg kommen Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Glaubensrichtungen künftig regelmäßig an einem Tisch zusammen: Beim neugegründeten „Heidelberger Dialog der Religionen“ wollen sie in offenem Austausch und gegenseitigem Respekt gemeinsam Verantwortung für ein friedliches Zusammenleben in der Stadt übernehmen. Darauf haben sich verschiedene Religionsgemeinschaften in den vergangenen Monaten mit Bürgermeisterin Stefanie Jansen und dem Amt für Chancengleichheit der Stadt Heidelberg verständigt. Der Heidelberger Dialog der Religionen ist am Montag, 8. Juni 2026, im Heidelberger Rathaus bei einem Pressegespräch vorgestellt worden.

Mit dem Heidelberger Dialog der Religionen schafft die Stadt Heidelberg erstmals einen festen und verlässlichen, kommunal getragenen Rahmen für diesen Austausch. Im Mittelpunkt des Heidelberger Dialogs der Religionen stehen die gemeinsame Gestaltung des gesellschaftlichen Zusammenlebens, die Förderung von Begegnung und gegenseitigem Verständnis sowie die sichtbare Mitwirkung der Religionsgemeinschaften an einer vielfältigen Stadtgesellschaft. Der Dialog versteht sich als Ort der Begegnung, des Vertrauens, der Nachbarschaft und der gemeinsamen Verantwortung für das Miteinander in Heidelberg.

„Gerade in einer internationalen Stadt wie Heidelberg sind Religionsgemeinschaften für viele Menschen wichtige Orte des Ankommens, der Orientierung, der Fürsorge und der sozialen Zugehörigkeit. Vieles von dem, was sie für den gesellschaftlichen Zusammenhalt leisten, geschieht oft ganz selbstverständlich und bleibt dennoch häufig unsichtbar“, sagt Stefanie Jansen, Bürgermeisterin für Soziales, Bildung, Familie und Chancengleichheit der Stadt Heidelberg: „Mit dem Heidelberger Dialog der Religionen machen wir dieses Engagement sichtbarer und stärken den Austausch zwischen den Gemeinschaften und mit der Stadt. So entsteht Vertrauen, und aus Vertrauen wächst gemeinsame Verantwortung für unsere Stadtgesellschaft.“

Vertreterinnen und Vertreter des Heidelberger Dialogs der Religionen mit Stefanie Jansen im Rathaus.
Wollen gemeinsam Verantwortung für das friedliche Miteinander in der Stadt übernehmen: Vertreterinnen und Vertreter des Heidelberger Dialogs der Religionen mit Bürgermeisterin Stefanie Jansen (7. von links). (Foto: Philipp Rothe)

Mitglieder des Heidelberger Dialogs der Religionen

Dem Heidelberger Dialog der Religionen gehören derzeit Religionsgemeinschaften aus unterschiedlichen religiösen Traditionen als ständige stimmberechtigte Mitglieder an. Dazu zählen christliche, muslimische, jüdische und Bahá’í-Gemeinschaften in Heidelberg. Ziel ist es, die religiöse Vielfalt Heidelbergs möglichst angemessen abzubilden und das Gremium perspektivisch weiter zu öffnen, sofern entsprechende Voraussetzungen erfüllt sind.

Am „Heidelberger Dialog der Religionen“ nehmen aktuell folgende Gemeinden und Religionsgemeinschaften teil:

  • Ahmadiyya Muslim Jamaat Gemeinde in Heidelberg
  • Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Heidelberg
  • Bahá'í-Gemeinde Heidelberg
  • DITIB Türkisch-Islamische Gemeinde zu Heidelberg
  • Evangelische Kirche in Heidelberg
  • Jüdische Kultusgemeinde Heidelberg
  • Katholische Kirche in Heidelberg
  • Rumänisch-Orthodoxe Gemeinde Heidelberg

Fachlich begleitet wird das Gremium von der Muslimischen Akademie Heidelberg, der Hochschule für Jüdische Studien sowie der Theologischen Fakultät der Universität Heidelberg.

Der Heidelberger Dialog der Religionen ist eine Weiterentwicklung des interreligiösen Dialogs, der 2008 ins Leben gerufen wurde und – wie viele andere Dialoginitiativen bundesweit – besonders nach dem 7. Oktober 2023 unter Druck geriet. Gesellschaftliche Polarisierungen und Spannungen haben seither zugenommen. Deshalb soll der neue Heidelberger Dialog der Religionen verbindlicher und breiter aufgestellt und stärker in die Stadtgesellschaft geöffnet werden. Basis der Zusammenarbeit ist ein gemeinsames Selbstverständnis, das klare Werte wie Menschenwürde, Respekt, Frieden, Gleichheit und solidarische Nachbarschaft benennt. Alle Beteiligten bekennen sich ausdrücklich zur demokratischen Grundordnung und Religionsfreiheit. Der Dialog soll für weitere Religionsgemeinschaften offenstehen und wissenschaftliche Partner als beratende Mitglieder einbinden.

So arbeitet der Heidelberger Dialog der Religionen

Der Heidelberger Dialog der Religionen tagt regelmäßig in nicht-öffentlichen Sitzungen. Ziel ist ein geschützter Rahmen für offenen Austausch und vertrauensvolle Diskussion. Inhaltlich kann das Forum unter anderem aktuelle religionsbezogene Entwicklungen in Heidelberg beraten, gemeinsame Empfehlungen oder Stellungnahmen entwickeln, Projekte, Bildungs- und Kulturangebote anstoßen, religiöses Leben in Heidelberg sichtbarer machen, gemeinsame Veranstaltungen durchführen und Impulse für gesellschaftlichen Zusammenhalt und friedliches Zusammenleben setzen. Der Fokus liegt auf gesellschaftlichen Fragen und dem Zusammenleben in Heidelberg.

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