Ziegelhäuser Brücke: Voruntersuchungen im Zuge der weiteren Planung des Ersatzneubaus
Kernbohrungen an Pfeiler und Neckarboden von schwimmender Plattform ab Dienstag, 23. Juni
Für die Planung des Ersatzneubaus der Ziegelhäuser Brücke, die zwischen den Heidelberger Stadtteilen Ziegelhausen und Schlierbach über den Neckar führt, finden ab Dienstag, 23. Juni 2026, detaillierte Untersuchungen statt. Diese dienen dazu, die Beschaffenheit der Brückenpfeiler, des Neckarbodens und des darunter liegenden Felsens zu prüfen. Die beiden Pfeiler im Neckar sollen möglichst erhalten bleiben und nach einer Sanierung den neuen Brückenüberbau tragen. Ob das im Zuge der weiteren Planung so umgesetzt werden kann, sollen die nun stattfinden Voruntersuchungen zeigen.
Bei den Arbeiten erfolgen Kernbohrungen am Strompfeiler in Richtung Ziegelhausen. Bei diesen werden Proben aus dem Bauwerk und dem Neckarboden entnommen, die anschließend im Labor analysiert werden. Die Daten liefern Erkenntnisse über die Zusammensetzung, die Materialeigenschaften und den Zustand des Fundaments und Pfeilerschaftes. Die Untersuchungen dauern rund drei Wochen und werden vom Wasser aus von einer schwimmenden Plattform vorgenommen.
Hintergrund: Ersatzneubau der Ziegelhäuser Brücke
Die Ziegelhäuser Brücke, eine zentrale Verbindung über den Neckar zwischen Ziegelhausen und Schlierbach, kann nur noch bis ins Jahr 2029 genutzt werden. Dann muss die rund 70 Jahre alte Spannbetonbrücke abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Hintergrund ist der schlechte bauliche Zustand: statische Nachrechnungen, Materialuntersuchungen und regelmäßige Prüfungen haben gezeigt, dass die Brücke zahlreiche Mängel aufweist, die ihre langfristige Standsicherheit beeinträchtigen. Mit dem Jahr 2029 endet die verbleibende Nutzungsdauer.
Seit Mitte 2022 führt die Stadt Heidelberg umfangreiche Erhaltungsmaßnahmen durch, um die eingeschränkte Nutzbarkeit der Brücke bis zum geplanten Ersatzneubau zu sichern. Die Brücke wird dauerhaft über zwei Monitoring-Programme mittels Sensoren an der Brücke überwacht. Dazu gehören das im Jahr 2020 angebrachte Rissmonitoring und das im April 2025 installierte Schallemissionsmonitoring zur Ermittlung von Spanndrahtbrüchen. Bereits seit März 2020 gilt ein Fahrverbot für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen (Ausnahmen für Busse und Rettungsfahrzeuge) sowie Tempo 30. Ein stationärer Blitzer überwacht die Einhaltung der Vorgaben.
Weitere Informationen gibt es online unter www.heidelberg.de/ziegelhaeuserbruecke.
