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Im Porträt: Genombiologin Dr. Eileen Furlong

Genombiologie ist für Dr. Eileen Furlong ein höchst faszinierendes Gebiet. „Jede Zelle in unserem Körper hat das gleiche genetische Material und dennoch erfüllen sie völlig unterschiedliche Funktionen – ja, sie sehen auch sehr unterschiedlich aus“, erläutert die Forscherin, die seit 2009 die Abteilung Genombiologie am Europäischen Laboratorium für Molekularbiologie (EMBL) leitet. In Anerkennung ihrer Arbeit hat sie kürzlich den renommierten Leibniz-Preis erhalten, der mit 2,5 Millionen Euro über sieben Jahre dotiert ist. Die Auszeichnung unterstreicht Heidelbergs Forschungsstärke im Bereich der Lebenswissenschaften.

Dr. Eileen Furlong steht in einem Labor.
Dr. Eileen Furlong ist im Labor in ihrem Element. (Foto: EMBL/Kinga Lubowiecka)

Bei Furlongs Forschung geht es um Prinzipien der Genomregulierung. Das Genom ist die Gesamtheit aller Träger von Erbinformationen einer Zelle. Wann bestimmte Gene aktiviert werden, das regeln sogenannte Enhancer (Verstärker). „Diese Enhancer sind essenziell für fast alle biologischen Funktionen und obwohl wir schon seit einiger Zeit wissen, dass Mutationen dieser Enhancer zu Krankheiten führen können, liegt erst seit dem letzten Jahrzehnt der Fokus auf dem Ausmaß, in dem dies geschieht“, erklärt Dr. Eileen Furlong.

Interdisziplinärer Ansatz

Die Besonderheit in der Arbeit ihrer Forschungsgruppe liegt in einem interdisziplinären Ansatz, der verschiedene Techniken kombiniert und beispielsweise auch Computermodelle und maschinelles Lernen miteinbezieht. „Es ist für mich persönlich eine Ehre, den Leibniz-Preis zu bekommen, es zeigt aber auch die Bedeutung der Forschungsergebnisse meines Teams“, macht Furlong deutlich. Sie freut sich über die Möglichkeit, mit den finanziellen Mitteln weitere innovative Ansätze zu verfolgen.

Der Weg in die Wissenschaft begann für Eileen Furlong bereits in der Kindheit mit einem starken Interesse an der Natur und viel Neugier. „Schon in der Schule wollte ich verstehen, wie genau unser Körper funktioniert – und das will ich immer noch“, bekräftigt sie. Aufgewachsen ist sie auf einer Farm im Südosten Irlands, wo sie früh alte Fernseher und Radios auseinandernahm, um genau zu sehen, was sich im Inneren befindet.

Embryonalentwicklung entschlüsseln

Nach Stationen am University College in Dublin und im kalifornischen Stanford kam Furlong 2002 ans EMBL. In der Zukunft hat sie noch einiges vor. So lautet eine der Forschungsfragen, wie ein Enhancer eigentlich weiß, welches Gen er genau regulieren soll. Eine andere Forschungsfrage betrifft das Verständnis davon, wie Enhancer die Funktion einer Zelle während der Entwicklung von Embryonen bestimmen. Eileen Furlongs Ausblick: „Mein langfristiges Ziel ist es, den Prozess der Embryonalentwicklung zu entschlüsseln. Wenn uns das gelingt, können wir auch besser verstehen, wie Geburtsdefekte entstehen.“

(Erstellt am 26. Januar 2022)

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