Klaus Staeck – Papierarchiv Höhle
Ausstellung des Kulturamts im Friedrich-Ebert-Haus Heidelberg vom 30. Januar bis 26. April
In Kooperation mit der Stiftung Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte würdigt die Stadt Heidelberg ab dem 30. Januar 2026 das Werk des Heidelberger Künstlers Klaus Staeck. Die Ausstellung „Klaus Staeck – Papierarchiv Höhle“ ist bis zum 26. April 2026 im Friedrich-Ebert-Haus zu sehen und beleuchtet Staecks künstlerisches Schaffen zwischen politischer Intervention und alltäglicher Collagepraxis. Der Eintritt ist frei.
Klaus Staeck (geboren 1938) zählt seit den 1970er Jahren zu den prägendsten Stimmen politischer Kunst in der Bundesrepublik Deutschland. Mit seinen zugespitzten Bild-Text-Arbeiten griff er immer wieder aktiv in gesellschaftliche Debatten ein, prangerte politische und soziale Missstände an und setzte sich – unter der Devise „Die Kunst findet nicht im Saale statt“ – gemeinsam mit Joseph Beuys für eine Demokratisierung der Kunst ein. Seine Plakate und Collagen wurden zu prägenden Referenzpunkten politischer Bildsprache.
Die Ausstellung zeigt Staecks Werk in seiner doppelten Gestalt: als öffentlich wirksame politische Kunst und als stille, private Praxis des Sammelns, Schneidens und Neuordnens. Im Mittelpunkt steht dabei die von Staeck selbst so bezeichnete „Höhle“ – sein Atelier in der Heidelberger Ingrimstraße. Diese dichte Papierlandschaft aus Postkarten, Werbeprospekten, Ansichtskarten und Druckfragmenten bildet den Ausgangspunkt seiner Arbeit. Hier greifen politischer Aktivismus und persönliche Bildfindung unmittelbar ineinander. Mit der Ausstellung wird Klaus Staeck zugleich als Künstler der Stadt Heidelberg verortet. Sein langjähriges Wirken, seine regionale Verbundenheit und seine Bedeutung für die kulturelle Landschaft der Region stehen dabei ebenso im Fokus wie seine nationale und internationale Relevanz.
Künstlerinnen und Künstler im Dialog
Ergänzt wird die Präsentation durch Arbeiten des international ausgezeichneten Heidelberger Grafikdesigners Götz Gramlich (gggrafik, Mut zur Wut) sowie seines Kollegen Maxwell Hathaway. Die gezeigten Collagen verweisen auf die enge Zusammenarbeit dreier Heidelberger Grafiker aus unterschiedlichen Generationen zwischen 2020 und 2022, als sie sich mit der klassischen Collagetechnik auseinandersetzten. Klaus Staeck und Götz Gramlich verbinden mehrere gemeinsame Projekte sowie insbesondere ihre Beschäftigung mit dem politischen Plakat. Gezeigt werden zudem zwei humorvolle Holzschnitte der Heidelberger Künstlerin Roswitha Josefine Pape mit Porträts von Klaus Staeck, die aus einem gemeinsamen künstlerischen Austausch im Jahr 2007 stammen.
Virtueller Rundgang durch die „Höhle“
Ein besonderer Höhepunkt der Ausstellung ist ein digitaler 3D-Scan von Klaus Staecks Atelier, der den Besucherinnen und Besuchern erlaubt, die „Höhle“ virtuell zu betreten. Im Auftrag des Kulturamts der Stadt Heidelberg hat das Zentrum für Kunst und Medien (ZKM) Karlsruhe über mehrere Monate hinweg ein dreidimensionales digitales Abbild des Ateliers geschaffen, um diesen einzigartigen Arbeitsraum für die Nachwelt zu sichern. Zum Einsatz kam ein aufwendiges Hybridverfahren aus 3D-Scan und Fotogrammetrie, das eine realitätsnahe und zugleich immersive Darstellung ermöglicht. Weitere Informationen zum Projekt sind auf der Webseite des ZKM zu finden.
Rahmenprogramm
Ein Rahmenprogramm begleitet die Ausstellung. Geplant sind Collage- und Plakatworkshops für Schulklassen in Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule Heidelberg (Fach Kunst) sowie Besucherführungen, Vorträge und Gespräche, die sich sowohl mit Klaus Staecks Werk als auch mit der Rolle politischer Kunst und der Collagetechnik in Vergangenheit und Gegenwart auseinandersetzen.
Vernissage
Die Vernissage findet am Donnerstag, 29. Januar 2026, um 19 Uhr im Friedrich-Ebert-Haus, Pfaffengasse 18, statt. Nach der Begrüßung durch Prof. Dr. Bernd Braun, Geschäftsführer der Stiftung Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte, steuert Dr. Andrea Edel, Leiterin des Kulturamts, das Grußwort der Stadt Heidelberg bei. Die Einführung übernimmt Prof. Dr. Henry Keazor, Institut für Europäische Kunstgeschichte an der Universität Heidelberg. Die musikalische Begleitung des Abends erfolgt durch Alexandra Netzold (Violoncello) und Oliver Taupp (Klavier).
