Carsharing in Heidelberg
Bürgerbeteiligung zur Erarbeitung des Carsharing-Konzepts für Heidelberg
Hintergrund
Heidelberg verfügt über gute Voraussetzungen für eine nachhaltige Mobilität. Nach den Ergebnissen der Studie „Mobilität in Städten – SrV 2023“ werden innerhalb des Stadtgebiets rund 83 Prozent aller Wege zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem öffentlichen Nahverkehr zurückgelegt. Zudem besitzen 36,8 Prozent der Heidelberger Haushalte keinen eigenen Pkw.
Trotzdem ist die Zahl der zugelassenen Kraftfahrzeuge in den vergangenen Jahren in Heidelberg gestiegen. Die Kfz-Dichte erhöhte sich von 448 auf 462 Fahrzeuge je 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Damit nimmt der Fahrzeugbestand weiter zu, obwohl viele Wege bereits mit nachhaltigen Verkehrsmitteln zurückgelegt werden.
Hier setzt Carsharing an. Viele Menschen benötigen im Alltag kein eigenes Auto. Für einzelne Wege, etwa für Großeinkäufe, Ausflüge, den Transport schwerer Gegenstände oder flexible Fahrten, sind sie dennoch auf ein Kraftfahrzeug angewiesen. Ein gut ausgebautes Carsharing-Angebot kann diese geplanten oder flexiblen Mobilitätsbedürfnisse abdecken und den Verzicht auf ein eigenes oder zusätzliches Auto erleichtern.
Davon können sowohl die Nutzenden als auch die Stadt profitieren. Wer nur gelegentlich ein Auto benötigt, kann Kosten für Anschaffung, Versicherung, Wartung und Wertverlust einsparen. Gleichzeitig können Fahrzeuge und öffentliche Flächen effizienter genutzt werden. Dadurch lassen sich der Parkdruck verringern und Flächen für andere Nutzungen gewinnen. Wenn Carsharing private Fahrzeuge ersetzt und mit Fußverkehr, Fahrrad und öffentlichem Nahverkehr kombiniert wird, kann es zudem dazu beitragen, das Verkehrsaufkommen und die verkehrsbedingten CO₂-Emissionen zu reduzieren.
Projektziel
Das Carsharing-Konzept soll festlegen, wie das Carsharing in Heidelberg künftig stadtweit ausgebaut wird. Es schafft die Grundlage für ein strukturiertes Vorgehen bei der Einrichtung fester Stellplätze und für einen realistischen Zeitplan zur schrittweisen Umsetzung.
Die bestehenden Angebote sollen sichtbarer gemacht werden, neue Nutzergruppen und städtische Räume erschlossen werden und eine an den Bedarfen von Bürgerinnen und Bürgern orientierte Planung erfolgen.
Die Anzahl an Carsharing-Fahrzeugen und der Nutzenden in Heidelberg sollen steigen. Die daraus resultierende effizientere Nutzung von Flächen und Fahrzeugen sollen zu einer Verbesserung der Lebensqualität beitragen, indem nachhaltige Mobilität gefördert wird und freiwerdende Flächen für neue Nutzungen zur Verfügung stehen.
Mit der am 21. September 2026 startenden Bürgerbeteiligung möchte die Stadt Heidelberg erfahren, an welchen Standorten Carsharing-Angebote aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger sinnvoll sind und welche Fahrzeugtypen dort benötigt werden. Dazu können die Teilnehmenden beliebig viele Punkte auf einer Karte setzen und diese mit weiteren Angaben und Hinweisen ergänzen.
Das Beteiligungsformat richtet sich an alle Nutzenden und Interessenten, die stationsgebundene Carsharing-Fahrzeuge nutzen oder gerne testen möchten.
Sie finden die Beteiligungskarte unter: https://www.carsharing-hd.de/
Ergebnisse
Alle eingegangenen Hinweise und Vorschläge werden geprüft und ausgewertet und fließen anschließend in die weitere Planung ein. Die Ergebnisse dienen als Grundlage für den Abgleich mit der datengestützten Netzentwicklung, für die detaillierte Prüfung neuer Standorte im öffentlichen Straßenraum und als potenzielle Vorgaben für interessierte Carsharing-Unternehmen.
Sie fließen in das Carsharing-Konzept ein, das den politischen Gremien vorgelegt wird. Auf dieser Grundlage soll anschließend ein Verteilungsverfahren durchgeführt werden, so dass die Stellplätze ab voraussichtlich Mitte 2027 schrittweise eingerichtet werden können.
Mit der Neukonzeption des Carsharing Angebots soll ein Mehrwert für alle Menschen geschaffen werden, die Carsharing als ernsthafte Alternative zum eigenen Auto betrachten und Kosten für Anschaffung, Versicherung, Wartung und Wertverlust einsparen möchten.
Durch die enge Zusammenarbeit von Stadtverwaltung und Bürgerinnen und Bürgern kann Heidelberg seiner Rolle bei der Entwicklung einer nachhaltigen Mobilitätsstruktur und partizipativer Stadtentwicklung weiter ausbauen.

