Rad- und Fußwegverbindung über den Neckar und die B37

zwischen dem Neuenheimer Feld im Norden und der Großen Ochsenkopfwiese im Süden

Die Stadt Heidelberg plant, eine neue Rad- und Fußwegverbindung zwischen Bergheim und dem Neuenheimer Feld. Sie beginnt an der Da-Vinci-Brücke am Ochsenkopf (westlich des Hauptbahnhofs) und endet am nördlichen Neckarufer. Dabei entsteht eine neue Brücke über den Neckar, die zwischen der Ernst-Walz-Brücke und dem Wieblinger Wehr liegen wird. 

Das Ziel ist eine komfortable Anbindung der südlichen und südwestlichen Stadtteile (Bergheim, Wieblingen, Bahnstadt, Pfaffengrund, West- und Südstadt, Rohrbach, Kirchheim) an das Neuenheimer Feld mit seinen zahlreichen Kliniken und Wissenschaftseinrichtungen. Durch die Gestaltung von Freiräumen im Umfeld der Brücke soll außerdem die Aufenthaltsqualität in Bergheim verbessert werden. Die neue Verbindung soll auch die stark frequentierte Ernst-Walz-Brücke und die Mittermaierstraße entlasten. 

Fahrradhauptachse erhält Landespreis Radinfrastruktur 2025

Im Rahmen des Fahrradkongresses Baden-Württemberg hat das Verkehrsministerium des Landes Baden-Württemberg am 9. Oktober 2025 die Stadt Heidelberg für die Fahrradhauptachse zwischen Bahnstadt und Neuenheimer Feld mit dem ersten Platz des Landespreises Radinfrastruktur 2025 ausgezeichnet. Die Da-Vinci-Brücke sowie die Rad- und Fußwegverbindung über den Neckar und die B37 sind notwendige Bestandteile dieser Nord-Süd-Achse.

Mit der Auszeichnung würdigt das Ministerium Heidelbergs konsequenten Einsatz für eine nachhaltige, klimafreundliche und zukunftsorientierte Mobilitätsgestaltung. Wichtige Kriterien des Preises sind die strategische Bedeutung im Radverkehrsnetz, die Verbesserung von Sicherheit und Komfort für Radfahrer sowie der Beitrag zur Verkehrswende und zum Klimaschutz.

Planungsstand

Am 06. April 2022 wurde vom Regierungspräsidium Karlsruhe die Pflicht zur Durchführung einer Umweltverträglichkeitsuntersuchung für das Vorhaben festgestellt. Zur Vorbereitung des Planfeststellungsantrags wurde ein sogenanntes Scoping-Verfahren durchgeführt, um den Untersuchungsrahmen für die Umweltverträglichkeitsprüfung festzulegen. Anschließend wurden viele gutachterliche Untersuchungen durchgeführt: vom Artenschutz, über den Baugrund, den Einfluss auf den Neckar und das Grundwasser, eventuell entstehende Erschütterungen und Lärmemissionen bis zur Verschattung angrenzender Gebäude und vieles mehr.
Die Ergebnisse der Fachgutachten sind bei der Erstellung des Bauwerksentwurfes berücksichtigt worden. Die Brücke wird zukünftig vor allen für Radfahrer aber auch für Fußgänger und beeinträchtigte Personen eine attraktive Verbindung zwischen Neuenheim, Bergheim und den südlichen Stadtteilen darstellen – oberhalb der stark von motorisiertem Verkehr genutzten Wege. Der Radverkehr wird vom Fußverkehr getrennt geführt. Mit einer Gesamtbreite von über sechs Metern soll die Brücke für schnelle Überfahrten oder entspanntes Spazieren viel Platz bieten.
Die Konstruktion ist so filigran gewählt, dass möglichst geringe Steigungen erforderlich sind, um die darunterliegenden Verkehrswege zu überwinden. Gleichzeitig fügt sie sich zurückhaltend in das Stadtbild ein. Die neue Neckarquerung soll den Wehrsteg mittelfristig als Fußweg ersetzen. Sowohl am nördlichen Neckarufer wie auch in Bergheim-West werden die angrenzenden Freiräume weiterentwickelt – nicht nur zum Passieren, sondern auch zum Verweilen.
Im nächsten Schritt muss das Genehmigungsverfahren, die Planfeststellung, vom Regierungspräsidium gestartet werden. Im Rahmen dieses Verfahrens wird es für die Bürgerinnen und Bürger noch einmal die Möglichkeit geben, Bedenken und Anregungen zu äußern.

Zweistufiger Planungsprozess mit Bürgerbeteiligung

Wie es in Heidelberg üblich ist, wurden Bürgerinnen und Bürger frühzeitig involviert und gehört. Im Juli 2018 fanden daher eine Veranstaltung sowie eine Online-Beteiligung zu der Aufgabenstellung des Wettbewerbs statt. Darüber hinaus wirkten Vertreterinnen und Vertreter aus der Bürgerschaft beratend in der Jury mit. 14 interdisziplinär und überwiegend international aufgestellte Teams hatten ihre Entwürfe im Ideenwettbewerb entwickelt. Fünf davon wählte die Jury für den Realisierungswettbewerb aus.

Im Juli 2020 hat das Team „schlaich bergermann partner“, „LAVA Berlin“ und „Latz + Partner“ den ersten Preis beim zweistufigen Planungswettbewerb zur Gestaltung der neuen Brücke gewonnen und wurde 2021 beauftragt. Der Siegerentwurf sieht eine zurückhaltend gestaltete Brücke vor, die mit einer großzügig geschwungenen Linienführung vom Ochsenkopf kommend entlang des östlichen Randes des sogenannten Gneisenauplatzes durch die Wipfel der weitgehend erhaltenen Bäume führt. Am nördlichen und südlichen Ufer führen Aufenthaltsflächen und Sitzgelegenheiten bis an das Wasser.

Weißes Fragezeichen auf heidelbeerfarbenem Hintergrund (Grafik: Stadt Heidelberg)

Antworten auf häufige Fragen

Was ist genau geplant und wie kann ich mich einbringen? Antworten auf die häufigsten Fragen.

Radfahrer an einer Fahrradzählanlage

Wie ist der Wettbewerb abgelaufen

Der Ablauf des Wettbewerbes in der Übersicht.

Titelbild Stadtblatt

Infos und Aktuelles

Aktuelle Informationen und Pressemitteilungen rund um die Rad- und Fuß-Verbindung.

Zu den Downloads

Vorlagen und Protokolle

Die Vorlagen für den Gemeinderat und weitere Materialien sind hier zusammengestellt.

Radverbindung über den Neckar

Fünf Entwürfe

Diese fünf Entwürfe haben es in den Realisierungswettbewerb geschafft

Arbeit an einem Notebook

Bürgerbeteiligung

Die Ergebnisse aus der Bürgerbeteiligung im Juli 2018 wurden ausgewertet und flossen in die Aufgabenstellung des Wettbewerbes ein.

×