„Wichtiger Schritt zur Haushaltskonsolidierung“: Nachtragshaushalt 2026 beschlossen
Verbesserungen um rund 42 Millionen Euro/ Konsolidierungskurs wird fortgesetzt
Der Heidelberger Gemeinderat hat in seiner Sitzung am 5. März 2026 mit großer Mehrheit den Nachtragshaushalt für 2026 beschlossen. Der Nachtragshaushalt umfasst deutliche Verbesserungen in Höhe von rund 42 Millionen Euro gegenüber den ursprünglichen Planungen: Sie setzen sich zusammen aus Verbesserungen aufgrund aktueller Entwicklungen im Haushalt und der jüngsten Steuerschätzung – unter anderem bei der Gewerbesteuer, beim Finanzausgleich sowie bei der Umsatzsteuer und der Einkommenssteuer – sowie einem Maßnahmenpaket, das der Gemeinderat in seiner Sondersitzung am 18. Dezember 2025 mit großer Mehrheit beschlossen hatte. Das Paket beinhaltete mehr als 190 Einzelmaßnahmen für Einsparungen und zusätzliche Einnahmen über alle Bereiche hinweg im laufenden Verwaltungsgeschäft (Ergebnishaushalt) in Höhe von 11,1 Millionen Euro.
„Mit dem Nachtragshaushalt 2026 und den damit einhergehenden Verbesserungen von rund 42 Millionen Euro haben wir einen weiteren wichtigen Schritt gemeistert. Ich danke dem Gemeinderat und allen Beteiligten für das verantwortungsvolle Zusammenwirken. Der Nachtragshaushalt bildet eine sehr gute Basis für unser Bestreben, vom Regierungspräsidium wieder die Möglichkeit zu erhalten, ordentliche Kredite für Investitionen aufzunehmen. Wir werden den eingeschlagenen Weg der Haushaltskonsolidierung bei der Aufstellung des Haushaltsplans 2027/28 konsequent fortsetzen“, sagte Oberbürgermeister Eckart Würzner.
Trotz der deutlichen Verbesserungen wird das Jahr 2026 weiterhin mit einem negativen ordentlichen Ergebnis anschließen. Dieses fällt mit 40,6 Millionen Euro allerdings nur noch in etwa halb so groß aus wie ursprünglich vorgesehen. Aufgrund der Verbesserungen sind keine weiteren Kassenkredite zum Ausgleich des laufenden Haushalts erforderlich. Die geplanten Einnahmen für 2026 liegen bei 868,5 Millionen Euro, die Ausgaben bei 909,1 Millionen Euro.
Der Finanzhaushalt, der die Investitionen der Stadt umfasst, wird zugleich um rund 4,8 Millionen Euro entlastet. Zur Finanzierung der Investitionen sind 2026 insgesamt rund 71,8 Millionen Euro an Kreditneuaufnahmen erforderlich. Ausgehend von einem Schuldenstand zum 1. Januar 2026 in Höhe von 322,5 Millionen Euro erhöht sich dieser zum Jahresende 2026 auf voraussichtlich rund 383,1 Millionen Euro.
Nicht berücksichtigt sind Mittel aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität des Bundes: Hier steht Heidelberg über einen Zeitraum von zwölf Jahren ein Fördermittelbudget in Höhe von insgesamt 113,5 Millionen Euro zur Verfügung. Zunächst sollen verwaltungsintern mögliche Maßnahmen lokalisiert, priorisiert und mit der Politik abgestimmt werden.
Hintergrund: Kommunen bundesweit unter Druck
Die finanzielle Lage fast aller Kommunen bundesweit hat sich in den vergangenen Jahren erheblich verschlechtert. Das Gesamtdefizit aller Kommunen bundesweit stieg von 6,8 Milliarden Euro im Jahr 2023 über 24,8 Milliarden Euro in 2024 auf 30 Milliarden Euro im Jahr in 2025. Zuvor hatte es fast zehn Jahre lang in Summe keine kommunalen Defizite gegeben. Ein Hauptgrund ist – neben Inflation sowie steigenden Personal- und Sachkosten – vor allem eine Überlastung der Kommunen durch Gesetze von Bund und Land. Das ist auch in Heidelberg massiv zu spüren.
Weitere Informationen zum städtischen Haushalt gibt es online unter www.heidelberg.de/haushalt. Die Unterlagen zur Sitzung des Gemeinderates sind online zu finden unter www.heidelberg.de/gemeinderat ➔ Gemeinderat am 5. März, Tagesordnungspunkt 5.