„Sportschicht“: Rohbauarbeiten abgeschlossen
Innenausbau startet / Innovatives Sportangebot für junge Menschen – Probebetrieb ab Ende 2026 geplant
Meilenstein für die neue „Sportschicht“: Die Rohbauarbeiten für das neue innovative Sportangebot in den früheren Räumen der Diskothek Nachtschicht auf dem Landfried-Areal in Heidelberg-Bergheim sind abgeschlossen. Nun geht es an den Innenausbau mit Gestaltung der Sportflächen und Einbau der Sportgeräte. Wo früher harte Bässe aus den Boxen dröhnten, soll künftig geturnt, gesprungen, geklettert werden. Vor allem junge Menschen sollen von den modernen Sportangeboten profitieren.
„Mit der Sportschicht entsteht mitten in der Sportstadt Heidelberg ein innovatives Indoor-Sportprojekt und ein überregional einmaliges Angebot: In den rund 120 Jahre alten Räumen mit industriellem Charme bieten wir künftig gemeinsam mit dem Heidelberger TV, dem Sportkreis und P.J. Landfried als Vermieterin ein sportliches Experimentierfeld für junge Menschen zum Ausprobieren von Trendsportarten an. Hier wird Spaß und Freude an der Bewegung gelebt“, sagte Oberbürgermeister Eckart Würzner bei einem Vor-Ort-Termin am Montag, 27. Juli 2026. Gemeinsam mit Gert Bartmann (Amt für Sport und Gesundheitsförderung), Martin Brandel und Tim Posawatz (Heidelberger TV), Ralph Fülop (Sportkreis Heidelberg), Bernhard Hammes (P. J. Landfried GmbH & Co. KG) sowie Hansjörg Maier und Bettina Sänger (Architekturbüro Maier aus Heidelberg) stellte Würzner den aktuellen Stand der Bauarbeiten und das Nutzungskonzept vor.
Eigentümerin investiert mehr als zwei Millionen Euro in die Sanierung
Seit Beginn der umfassenden Sanierungsarbeiten 2024 wurden unter anderem alle Rohrleitungen erneuert sowie eine komplett neue Brandschutz- und eine neue Lüftungsanlage eingebaut, die sowohl kühlen als auch heizen kann. Dadurch und durch die dicken Außenwände und die Lage unterhalb des Bodenniveaus sind auch im Sommer angenehme Temperaturen gewährleistet. In Richtung Bergheimer Straße musste die rund einen Meter dicke Außenwand aufgeschnitten werden, um den aufgrund des Brandschutzes geforderten dritten Ausgang samt Fluchttreppe anlegen zu können. Im Inneren wurden neue Wände eingezogen, Räume und Anschlüsse für Umkleidekabinen, Duschen und Toiletten angelegt. Um Tageslicht zu erhalten, wurden im oberen Teil der Räume Fenster eingebaut. Im größten Raum – dem künftigen „Softfloor“ – wurde aufwendig eine Vertiefung im Boden geschaffen: Dadurch werden trotz niedriger Decke auch schwierige Elemente am Barren möglich sein.
Die Eröffnung der Sportschicht ist nach aktuellem Stand für Ende 2026 im Rahmen eines Probebetriebs geplant. Eine Öffnung für die breite Masse ist für das Ende des ersten Quartals 2027 angedacht. Die Stadt mietet die Räumlichkeiten von der P.J. Landfried GmbH & Co.KG an. Diese investiert als Eigentümerin mehr als zwei Millionen Euro in die Sanierung. „P.J. Landfried Immobilien und die Eigentümerin, Ingrid Schinz, freuen sich sehr, gemeinsam mit der Stadt Heidelberg, dem HTV und dem Sportkreis Heidelberg dieses anspruchsvolle Projekt realisieren zu dürfen. Auf einer Fläche von rund 1.500 Quadratmetern entsteht eine innovative Sportstätte, die vielfältige Möglichkeiten für unterschiedlichste Indoor-Sportarten bietet. Nach der geplanten Schlüsselübergabe Ende November wünschen wir der Sportschicht einen ebenso großen Erfolg und Kultstatus, wie ihn einst die Nachtschicht erreicht hat. Wir sind überzeugt, dass hier ein Ort entstehen wird, der Sportbegeisterte zusammenbringt und das sportliche Angebot in Heidelberg nachhaltig bereichert“, sagte Bernhard Hammes.
Rund 1.700 Quadratmeter Fläche – von Ninja Sport über Bouldern bis zu Hip-Hop-Tanz
Mit dem Heidelberger TV, der auch in Bergheim aktiv ist, und dem Sportkreis wurde unter dem Motto „classic meets modern“ ein Nutzungskonzept entwickelt, das auf der rund 1.700 Quadratmeter großen Fläche den klassischen Vereinssport mit modernen Trendsportarten verbindet und vorrangig Jugendliche und junge Erwachsene anspricht. Hauptnutzer der Indoor-Sportflächen wird der HTV. Die Sportschicht soll aber auch durch andere Vereine, Schulen und Organisationen genutzt werden können. Die Koordination übernimmt das Sportamt.
In der Sportschicht sind vier multifunktionale Räume geplant:
- Der „Softfloor“ – der ehemalige große Tanzraum der „Nachtschicht“ – wird Raum für Sportarten wie Turnen, Akrobatik und Ninja Sport auf Matten bieten. Hier wurde zudem eine Grube ausgehoben, um die mangelnde Deckenhöhe zu kompensieren.
- Er ist verknüpft mit dem „Hardfloor“ für Trendsportarten wie Calisthenics, Parcours, Bouldern und Kraftsport.
- Der dahinter liegende „Gym“ ermöglicht Fitnessaktivitäten an Geräten.
- Der „Dancefloor“ ist für Tanzen wie zum Beispiel Hip-Hop und andere Bewegungsaktivitäten vorgesehen.
Angedacht sind sowohl Angebote im Rahmen von organisiertem Training – wie etwa Turnen, Tanzen, Kindersportschule, Cheerleading, Fitness, Workout, Yoga und Pilates – als auch offene Vereinsangebote, die unter Beaufsichtigung zur eigenverantwortlichen Bewegung einladen: von Open Gym und Calisthenics über Akrobatik, Bouldern und Fitness bis hin zu Parcours. Im Vorfeld hatte der HTV bei einem Beteiligungs-Workshop Ideen von Jugendlichen gesammelt.
„Unsere Vorfreude auf die Eröffnung ist groß. Jeder Raum bekommt seine eigene, ganz individuelle Optik. Im Herbst erwarten wir die neuen Sportgeräte. Diese werden ergänzt um bereits vorhandene Sportgeräte, die in den Sommerferien neu aufbereitet werden. Das ist kosteneffizient und nachhaltig“, erläuterte Martin Brandel, 1. Vorsitzender des Heidelberger TV. Die Stadt sorgt für die Grundausstattung mit Sportgroßgeräten und Möbeln: Der Haupt- und Finanzausschuss hat im Mai 2026 einen Zuschuss von 340.000 Euro an den HTV beschlossen. Der HTV plant zudem, Eigenmittel von rund 145.000 Euro für zusätzliche Sportgeräte einzusetzen.
„Die Sportschicht steht für einen konzeptionellen Neuanfang im Heidelberger Sport. Insbesondere in Bergheim, einem bislang sportinfrastrukturell unterversorgten Stadtteil, schafft sie ein modernes und innovatives Angebot für Bewegung, Begegnung und Trendsport“, sagt Sportkreis-Vorsitzender Dr. Peter Schlör, der bei dem Pressetermin von Geschäftsführer Ralph Fülop vertreten wurde.

