Liegenschaftskataster

Die Geschichte des Liegenschaftskatasters beginnt weit vor der Gründung des Vermessungsamtes in Heidelberg …

…Das Wort „Kataster“ kommt ursprünglich aus dem Griechischen und Lateinischen und bedeutete so viel wie „Liste, Geschäftsbuch oder Verzeichnis“, zum Beispiel für Steuern. Heute werden mit „Kataster“ allgemein Register, Listen oder Sammlungen von Dingen oder Sachverhalten mit Raumbezug bezeichnet.

Die geschichtliche Entwicklung des Liegenschaftskatasters ist eng mit der Steuergesetzgebung verknüpft. Bereits um 1750 v.Chr. ist eine erste Verwendung eines Katasters in Ägypten als Steuerregister dokumentiert. Erst im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts entwickelte es sich zum heutigen Eigentumskataster, das die rechtliche Grundlage für das Grundbuch bildet.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts, im Jahr 1806, wurde Baden zum Großherzogtum erhoben. Die Grundsteuer, Haupteinnahmequelle des neuen Staates, stützte sich auf Flächenangaben, die entweder geschätzt waren oder auf primitiven Vermessungen mit unterschiedlichen Maßeinheiten beruhten. Das Großherzogtum war mit mehreren hundert Einzelvermessungen überzogen, die keine Verbindung untereinander hatten und auf Grund der verschiedenen Aufnahmen, Maßeinheiten und Kartierungen keinen Vergleich der Flächenangaben zuließen.

Durch das Vermessungsgesetz vom 26. März 1852 wurde die stückweise Vermessung sämtlicher Liegenschaften des Großherzogtums angeordnet. Die Katastervermessung in Baden begann 1853 im Amtsbezirk Offenburg und fand seinen Abschluss im Jahr 1934 im Amtsbezirk Tauberbischofsheim. Die Vermessungsarbeiten auf dem heutigen Stadtgebiet Heidelberg, also einschließlich der späteren Eingemeindungen, erfolgten gemarkungsweise im Zeitraum von 1864 – 1894 durch „eidlich verpflichtete Geometer“.

Bis zur großen Reform durch die badische Verordnung vom 2. September 1921 (GVBl. 1921, S. 319) übernahmen private, staatlich verpflichtete Bezirksgeometer die rechtlich verbindlichen Liegenschaftsvermessungen für das Grundbuch. Ebenfalls legitimiert war das 1901 gegründete städtische Vermessungsamt Heidelberg, wenngleich sich dieses in den Anfangsjahren mehr auf die Aufgaben im Dienste der rasant wachsenden Stadtverwaltung konzentrierte.

Mit der Verordnung 1921 wurden die privaten Strukturen aufgelöst und die hoheitlichen Vermessungsaufgaben verstaatlicht und verstetigt. Dies bedeutete die Institutionalisierung des städtischen Vermessungsamtes Heidelberg, das fortan als untere staatliche Behörde für alle amtlichen Grundstücks-, Kataster- und Neuvermessungen sowie die Führung des Liegenschaftskatasters in der Stadt zuständig war.

Der Film gibt einen Einblick in die Entwicklung der Flurstücke und Gebäude am Beispiel um das heutige Heidelberg Congress Center sowie in die Historie der Liegenschaftskatasterakten ab ca. 1875.

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