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Tobias Schäfer (Foto: Stadt Heidelberg)
Tobias Schäfer
Amt für Stadtentwicklung und Stadtplanung
Gaisbergstraße 7 - 9
69115 Heidelberg

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Zugänglichkeitscheck – Inklusive Stadt ohne Hürden

Wege zum Ziel 1 Cluster 3

Heidelberg bietet im Bereich der sozialen Infrastruktur ein breites und gut aufgestelltes kommunales Angebot – doch noch nicht immer erreichen die Angebote die Menschen mit Bedarf. Es geht in Zukunft weniger darum, weitere Angebote zu entwickeln, sondern Bestehendes abzusichern, zu verbessern und vor allem zugänglicher und sichtbarer zu machen. Angebote werden auf ihre Erreichbarkeit überprüft und Zugangshürden, wie z. B. fehlende Mehrsprachigkeit, finanzielle Barrieren, mangelnde Barrierefreiheit oder schlechte Erreichbarkeit identifiziert. Die Stadtverwaltung erarbeitet Vorschläge, wie der Zugänglichkeitscheck in städtische Abläufe integriert werden kann. Ziel ist es, die vorhandenen Angebote offener zu gestalten und besser zu kommunizieren. Dabei werden marginalisierte Gruppen besonders berücksichtigt – Heidelberg hat alle Menschen im Blick.

Eine gute Ausstattung in den Stadtteilen

Wege zum Ziel 2 Cluster 3

Heidelberg sorgt, soweit es möglich ist, in allen Stadtteilen für eine gute und erreichbare Ausstattung mit sozialen, wirtschaftlichen, medizinischen, kulturellen Einrichtungen, Nahversorgung, Bildung und Grünflächen. Diese Ausstattung wird definiert und ist idealerweise in jedem Stadtteil vorhanden – oder mindestens fußläufig erreichbar. Zusammenliegende Stadtteile werden gemeinsam betrachtet. Das Gemeinschaftsgefühl, die Solidarität und die Identifikation mit dem Stadtteil sollen gestärkt werden, auch durch starke ehrenamtliche Strukturen. Der räumliche Fokus liegt auf den Zentren der Stadtteile. Begegnungsorte und öffentliche Räume werden gut gestaltet.

In den Stadtteilen beziehungsweise fußläufig gut erreichbar sein sollte:
– Bildungsinfrastruktur mit Kindertagesstätte und Grundschule
– Ärztliche Versorgung (Allgemeinmedizin) und Apotheke
– Stationäre und häusliche Pflegeangebote, Unterstützung für familiäre Pflege
– Einkaufsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf
– Gastronomische Angebote
– Kulturangebote
– Begegnungsorte und Räume für Vereine
– Sport- und Bewegungsmöglichkeiten
– Spielmöglichkeiten für Kinder
– Treffpunkte für Jugendliche
– Gute Erreichbarkeit, vor allem mit dem öffentlichen Nahverkehr
– Bürgerservices mit Ansprechpersonen und Vermittlung zur Verwaltung
– Parks und Zugang zur offenen Landschaft für Erholung und Naturerlebnisse
– Kühle Orte
– Sichere und saubere öffentliche Räume
– Öffentliche Toiletten sowie Still- und Wickelmöglichkeiten
– Gewerbeflächen und Arbeitsplätze

Niedrigschwellige Begegnungsorte

Wege zum Ziel 3 Cluster 3

Heidelberg entwickelt weitere Treffpunkte, sowohl gesamtstädtisch als auch vor Ort in den Stadtteilen. Heidelberg legt für die Zukunft den Schwerpunkt bewusst auf öffentliche und niedrigschwellige Begegnungsorte. Diese bieten die Möglichkeit, sich ohne Konsumzwang aufzuhalten, die Freizeit zu verbringen, gemeinsam zu lernen oder zu arbeiten. 

Heidelberg benötigt dabei Orte im Außen- und Innenraum. Letztere sind insbesondere in den Winter- und Hitzemonaten wichtig. Aufgrund beschränkter Ressourcen soll der Fokus zunächst auf der Identifizierung und Bewahrung vorhandener Orte in allen Stadtteilen gelegt werden sowie bei Bedarf auf der Schaffung neuer Orte. Bei der Gestaltung werden vorhandenes Engagement, verschiedene Zielgruppen und Strukturen im Stadtteil (z. B. Vereine und Stadtteilinitiativen) berücksichtigt und eingebunden. Insbesondere für die Bespielung des Ortes sowie mögliche Mehrfachnutzungen ist es wichtig, von Anfang an die Zivilgesellschaft (Initiativen, Vereine, Kirchen etc.) zu beteiligen, die Nachbarschaft zur Mitgestaltung zu motivieren und den Ort sichtbar zu machen – vor Ort wie digital.

Etwas gemeinsam Erlebtes kann Anlass und Ausgangspunkt für ein Gespräch oder eine gemeinsame Aktivität sein. Daher sind Orte wichtig, an denen man sich einfinden mag, weil es hier etwas Besonderes wahrzunehmen gibt, über das man sich austauschen kann. Das kann z. B. sein: Musik, die unplugged gespielt wird, öffentliche Klaviere, Stummfilme, die an eine Wand projiziert werden, Ausstellung von Werken der Bildenden Kunst, offenes Bücherregal etc. 

Die Stadtbücherei  ist ein zentraler Treffpunkt für Wissen, Kultur und Austausch. Neben dem etablierten Standort an der Kurfürsten-Anlage ist perspektivisch die Schaffung einer Stadtteilbibliothek denkbar, um das Angebot in den Stadtteilen zu erweitern und den Zugang zu erleichtern.

Bildungslandschaft vernetzen

Wege zum Ziel 4 Cluster 3

Die Stadt Heidelberg vernetzt die Ressourcen seiner starken und vielfältigen Bildungslandschaft. Zunächst wird dafür ein Bildungsleitbild mit Bürgerbeteiligung im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung für die Kommune erarbeitet, das als Grundlage für die Entwicklung einer Strategie zur Umsetzung einer analog-digital vernetzten Bildungslandschaft dienen soll. Der Bildungsbegriff umfasst dabei sowohl formelle wie informelle Angebote und die gesamte Bildungsbiografie von der Kindertagesstätte bis ins hohe Alter (lebenslanges Lernen). Bildungsbedarfe sollen durch ein datenbasiertes kommunales Bildungsmanagement gezielt ermittelt und gedeckt werden. Die bestehenden Ressourcen und Akteurinnen und Akteure werden miteinander verknüpft. Ein Ansatz dafür ist ein digitales Bildungsportal, welches die analoge und digitale Bildungslandschaft zusammenführt. Ein weiterer Fokus soll auf den Bildungsorten liegen: Heidelberg verfolgt die Idee des Bildungscampus – verschiedene Bildungsträger (z. B. Kindertagesstätte, Schule, Weiterbildung) nutzen gemeinsame Infrastrukturen wie Außenbereiche, Kantine, Aula, Geräte und Technik und Sporthallen. Der Schulcampus Mitte ist ein erstes großes Modellprojekt. Heidelberg platziert im Bildungsbereich thematische Schwerpunkte: Nachhaltige Entwicklung, Gesundheit, Demokratie und kulturelle Bildung im Rahmen der UNESCO City of Literature.

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