Zukunft des Vermessungsamtes

Die nächsten Herausforderungen für das Vermessungsamt stehen bereits vor der Tür. Einige davon sind in der nachfolgenden Wortwolke aufgeführt.

Vier Schlagworte, denen aktuell große Bedeutung zugemessen wird, werden nachfolgend gesondert betrachtet:

  • Das Informationssystem Liegenschaftskatasterakten (ILKA)
  • Digitale Zwillinge
  • Building Information Modelling (BIM)
  • Künstliche Intelligenz

ILKA

Durch die Einführung von ILKA als Vorgabe des Landes für alle katasterführenden Stellen werden bereits jetzt sukzessive alte Akten des Liegenschaftskatasters gescannt und in ein digitales, landesweites Auskunftssystem eingepflegt. Zukünftig werden in der Katastervermessung keinerlei analoge Unterlagen mehr entstehen, sondern ein vollständig digitaler Workflow umgesetzt, von der ersten Datenerhebung bis zur digitalen Signatur nach bestandener Prüfung des Auftrags.

Digitale Zwillinge

Digitale Zwillinge, also die Abbildung der analogen Welt in eine digitale Form, sind seit einigen Jahren in aller Munde. Die Ausprägungen dieser Zwillinge reichen vom einfachen 3D-Modell zur Visualisierung eines Ist-Zustandes oder Bauvorhabens bis hin zum komplexen Zwilling, der verschiedenste Informationen zusammenführt. Zur Vereinheitlichung der Verwendbarkeit digitaler Zwillinge wurde im Jahr 2024 die DIN SPEC 91607 „Digitale Zwillinge für Städte und Kommunen“ verabschiedet und als erster DIN-Standard unter einer Open Source Lizenz veröffentlicht (Download möglich). Sollen in einem digitalen Zwilling räumliche Informationen abgelegt werden, wird hierzu ein sogenannter Geobasiszwilling benötigt, der kommunale Geobasisdaten, weitere Geobasisinformationen, Analysen und Anwendungen enthält und diese intelligent vernetzt. Hier leistet das Vermessungsamt auch in Zukunft einen elementaren Beitrag für die Nutzung dieser zukunftsweisenden Technologie.

Building Information Modelling (BIM)

Eine weitere Herausforderung, die nicht nur das Vermessungsamt, sondern alle planenden und bauenden Ämter, wie beispielsweise Hoch- und Tiefbauamt sowie das Stadtplanungsamt beschäftigen werden, ist das sogenannte „Building Information Modelling“, kurz BIM. Hierbei geht es um die komplette, digitale Erfassung eines Bauvorhabens von der Planung über Bau, Betrieb und Sanierung bis hin zum Abriss. Dabei wird nicht nur die Geometrie eines Bauwerkes (Gebäude, Brücke, …) betrachtet, sondern auch sämtliche verbaute Infrastruktur wie bspw. Fenster, Türen, Elektroinstallation, … Bei bestehenden Bauwerken kann die Vermessung mit verschiedensten Technologien wichtige Grundlagen für die Modellierung des Ist-Zustandes liefern. Bei neu entstehenden Vorhaben partizipiert die Vermessung bereits im Planungs- und Bauprozess und kann beispielsweise durch geeignete Methoden Soll-Ist-Vergleiche durchführen, d.h. ob die Umsetzung der Planung korrekt erfolgt ist oder ob Abweichungen auftreten. Durch die breite, fachliche Expertise des Vermessungsamtes ist es durchaus denkbar, dass diese Modelle stadtintern gehosted und durch Fachleute aus unserem Haus administriert werden.

Künstliche Intelligenz

Ein letzter, aber nicht weniger bedeutender Zukunftsfaktor ist die Künstliche Intelligenz. Auch wenn bis dato noch nicht abschätzbar ist, was durch diese Technologie in Zukunft alles möglich sein wird und wie sich unser Berufsalltag dadurch ändert, ist sie in einigen Bereichen der Vermessung bereits heute kaum mehr wegzudenken: aus einer Vielzahl an Unterlagen kann durch KI-Tools eine einfache, verständliche Zusammenfassung generiert werden, Chatbots unterstützen bei der Erstellung von Programmcode zur Umsetzung verschiedenster Aufgaben, oder KI-geführte Assistenten und Funktionalitäten sind bereits heute in einer Vielzahl von täglich genutzten Softwareprodukten enthalten. Unabdingbar bei der Nutzung dieser Technologie ist und bleibt jedoch der menschliche Sachverstand und das Expertenwissen, um die entstandenen Ergebnisse einschätzen und validieren zu können.

Auch wenn die dargestellten vier Punkte nur einen Teil der zukünftigen Aufgabenfelder darstellen, lässt sich erkennen, dass dem Vermessungsamt in den kommenden Jahren vielseitige Veränderungen und Herausforderungen ins Haus stehen. Sicher ist jedoch, dass die anstehenden Aufgaben – auch in Zeiten klammer kommunaler Kassen – durch die Expertinnen und Experten im Haus bestmöglich erledigt werden, so dass das Vermessungsamt auch in Zukunft als verlässlicher Partner innerhalb der Ämterstruktur der Stadt Heidelberg einen grundlegenden Beitrag zum kommunalen Aufgabenspektrum leisten wird.

Blick in die Zukunft (mit Hilfe von KI generiert)
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