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Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:

Amt für Umweltschutz, Gewerbeaufsicht und Energie
Technischer Umweltschutz und Wasserwirtschaft
Prinz-Carl, Kornmarkt 1
69117 Heidelberg
Telefon 06221 58-18230
Fax 06221 58-4618230

Durch Starkregen überflutete Straße in Handschuhsheim

Starkregenrisikomanagement

Starkregen: Hilfe zur Selbsthilfe

Starkregen kann jeden treffen. Im Extremfall verursachen heftige Regenfälle Überschwemmungen, Unterspülungen, Hangrutsche. Die Stadt Heidelberg hat für Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen ein Vorsorge-Konzept erstellt. Mit den Starkregengefahrenkarten kann man sein individuelles Risiko abschätzen. Und das Konzept bietet Hilfe zur Selbsthilfe: Wie kann ich mein Haus umbauen, um es vor einer Überflutung zu schützen? In den vergangenen Jahren hat Starkregen teure Schäden in Heidelberg verursacht.

Die Stadt muss sich aber auch in punkto Hochwasser und Hitzebelastung auf den Klimawandel einstellen. Dazu hat die Verwaltung das sogenannte Klimawandel-Anpassungskonzept erarbeitet. Eine gute Stadtplanung sowie Schutz- und Vorsorgemaßnahmen beim Bauen können die Risiken und Folgen abmildern.


Was ist Starkregen?

Von Starkregen spricht man, wenn es in kurzer Zeit und lokal begrenzt intensiv regnet.

Der Deutsche Wetterdienst spricht von Starkregen oder Starkniederschlag, wenn in einer Stunde mehr als 15 Millimeter beziehungsweise in sechs Stunden mehr als 20 Millimeter Regen fallen.

Im Gegensatz zum Flusshochwasser sind Überflutungen durch Starkregen meist unvorhersehbar. Es tritt überraschend auf, ist schwer zu kalkulieren und kleinräumig begrenzt. Gerade in den Sommermonaten verursacht Starkregen in Verbindung mit heftigen Gewittern oft große Schäden. In hügeligem oder bergigem Gelände fließt das Wasser zum großen Teil außerhalb von Gewässern auf der Geländeoberfläche als Sturzflut ab. Solche Sturzfluten verfügen über hohe Strömungskräfte. Sie können große Mengen an Treibgut wie Holz, Heu- und Silageballen sowie Boden oder Geröll mit sich reißen. Dieses Material sammelt sich an Verdolungseinläufen, Verrohrungen, Brücken, Stegen, Zäunen oder Rechen. Der Rückstau überflutet das umliegende Gelände. Es kann zu weiteren schweren Schäden an Gebäuden und Infrastruktur kommen.

Auch in der Ebene können Starkniederschläge Überflutungen verursachen. Die großen Wassermengen lassen die Kanalnetze überlaufen und können weite Flächen schnell unter Wasser setzen. Vor allem die Bebauung und Infrastruktur in den Senken können dabei erheblich geschädigt werden.

Weitere Infos:


Starkregengefahrenkarten

Die Starkregengefahrenkarten der Stadt Heidelberg wurden anhand des Leitfadens Kommunales Starkregenrisikomanagement in Baden-Württemberg erstellt. Durch die Karten können gefährdete Bereiche identifiziert und mögliche Vorsichtsmaßnahmen erarbeitet werden. Damit können Bürgerinnen und Bürger ihr persönliches Risiko abschätzen und gegebenenfalls Eigenmaßnahmen ergreifen.

Die Starkregengefahrenkarten gliedern sich in folgende Szenarien (ein Millimeter Niederschlag entspricht einem Liter pro Quadratmeter): 

  • seltenes Szenario circa 40 bis 50 Millimeter in einer Stunde,
  • außergewöhnliches Szenario circa 50 bis 60 Millimeter in einer Stunde,
  • extremes Szenario 128 Millimeter in einer Stunde.

Die Starkregengefahrenkarten mit allen Szenarien gibt es im Online-Stadtplan als PDF-Datei.

Anwohnerinnen und Anwohner des Mühlbachs (Rombach), Steinbachs, Peterstaler Bachs sowie des Neckars beachten bitte auch die rechtlich verbindlichen Hochwassergefahrenkarten.


Handlungskonzept

Ziel des Handlungskonzeptes ist es, durch Vorsorgemaßnahmen Überflutungen im Stadtgebiet weitmöglichst zu verhindern bzw. im Überflutungsfall die Schäden möglichst gering zu halten.

Das Handlungskonzept befasst sich deshalb mit folgenden Themen:

  • Vorsorge-Informationen für Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen.
  • Krisenmanagement der Stadt Heidelberg.
  • Berücksichtigung bei der Planung zum Beispiel in Bebauungsplänen.
  • Bauliche Schutzmaßnahmen, insbesondere an Risikoschwerpunkten.

Das Handlungskonzept und die Starkregengefahrenkarten werden bei Bedarf nach Starkregenereignissen aktualisiert und etwa alle fünf Jahre von Grund auf überprüft und gegebenenfalls fortgeschrieben.

Weitere Infos:


Schutz vor Starkregen

Schutz vor Starkregen

Oftmals lassen sich schon durch einfache Eigenmaßnahmen größere Schäden vermeiden. So sind bereits kleine Aufkantungen, Schwellen oder Rampen vor Türen, Garageneinfahrten und Fenstern hilfreich. Technische Schutzeinrichtungen wie Dammbalken oder Schutztore sollen Überflutungsschäden verhindern (siehe Gefahrenpunkt 4 in der Grafik). Eine fachmännische Abdichtung von Mauerdurchführungen sollte bereits beim Bau berücksichtigt werden. Eine Pressring- oder Ringraumdichtung kann helfen (Gefahrenpunkt 1). Um einen Rückstau aus dem Kanalnetz zu unterbinden, ist eine Rückschlagklappe notwendig. Diese sollte regelmäßig auf ihre Funktion geprüft werden (Gefahrenpunkt 3).

Weitere Infos:

Sie haben Fragen, wie Sie sich individuell vor Starkregen schützen können?

Amt für Umweltschutz, Gewerbeaufsicht und Energie

Telefon: 06221 58-18230
E-Mail: starkregen@heidelberg.de


Bürgerbeteiligung

Waren Sie bereits von Starkregen betroffen? Haben Sie Ideen für Vorsorgemaßnahmen gegen Starkregen in Ihrem Wohngebiet oder Stadtteil oder haben Sie bereits selbst Schutzmaßnahmen ergriffen und möchten diese präsentieren?

Mit dem Beteiligungsportal haben Sie die Möglichkeit sich aktiv am Starkregenrisikomanagement der Stadt Heidelberg zu beteiligen und können sich einen Überblick über geplante und umgesetzte Maßnahmen der Stadt machen. Nach der Erstellung eines Benutzer-Accounts können direkt in den Starkregengefahrenkarten Maßnahmenvorschläge, bereits umgesetzte Maßnahmen oder Fotos von Starkregenereignissen eingetragen werden.

Weitere Infos:


Klimawandel und Starkregen

Von Starkregen spricht man, wenn es in kurzer Zeit und lokal begrenzt intensiv regnet. Der Klimawandel begünstigt solche Wetterereignisse.

Durch den globalen Temperaturanstieg befindet sich mehr Wasserdampf in der Atmosphäre, da wärmere Luft mehr Wasserdampf aufnehmen kann als kältere. Damit steigt, global gesehen, auch die Intensität von Niederschlagsereignissen. Durch verschiedene Wetterlagen kommt es jedoch zu großen regionalen Unterschieden. Viele kleinräumige Starkregenereignisse lassen sich bislang nur unzureichend oder gar nicht erfassen. Momentan lässt sich nur im Winterhalbjahr ein Anstieg der Niederschlagsummen feststellen, während für das Sommerhalbjahr bisher keine einheitlichen Tendenzen auszumachen sind. Entscheidend für eine Aussage zum Starkregen sind allerdings weniger die Niederschlagssummen, als die Intensitäten in sehr kurzen Zeitspannen. Klimaprojektionen zeigen, dass in weiten Teilen Süddeutschlands damit zu rechnen ist, dass es im Winter mehr regnen wird, während es im Sommer weniger, aber dafür intensiver regnen wird.

Weitere Infos:


Starkregenereignisse in Heidelberg

In Heidelberg haben Starkregenereignisse in der jüngeren Vergangenheit bereits zu größeren Schäden geführt. In der interaktiven Starkregengefahrenkarte können selbst Fotos und Beschreibungen hochgeladen und betrachtet werden.

Starkregenereignisse der letzten fünf Jahre:

Datum
Nierderschlag[Millimeter]
Zeitraum[Stunden]
Höchstwert[Millimeter pro Stunde]
17.06.2020 1
32,60
3,0
27,00
27.07.2019 2
33,90
1,5
33,50
06.09.2018 3
25,28
3,5
22,82
01.06.2018 3
21,70
2,5
20,00
29.06.2017 3
43,00
8,0
17,88
03.06.2017 3
18,87
1,0
18,87
07.06.2016 3
16,98
1,5
16,65
29./30.06.2016 3
79,07
16,0
16,57

Ein Millimeter Niederschlag entspricht einem Liter pro Quadratmeter.

Aufgeführt werden Ereignisse ab einem Höchstwert von 15 Millimeter pro Stunde.

Datengrundlage:
1 Stadt Heidelberg – Winterdienst (Station Peterstal)
2 Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg – LUBW (Station Berliner Str.)
3 Pädagogische Hochschule Heidelberg – Abt. Geographie / Research Group for Earth Observation (rgeo) (Station Czernyring)
 Stand: 15.10.2020