Mehr Chancen auf Ausbildung und Arbeit für junge Männer

Stadt Heidelberg erhält rund 720.000 Euro Bundes- und ESF-Förderung für Projekt „MyChance“

Die Stadt Heidelberg erhält für das Projekt „MyChance – Innovative Wege zur sozialen Teilhabe und beruflichen Integration in Heidelberg“ rund 720.000 Euro aus Mitteln des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales sowie des Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus). Mit dem Projekt hat sich das Amt für Chancengleichheit in einem bundesweiten, zweistufigen Auswahlverfahren erfolgreich durchgesetzt.

Mit MyChance entwickelt die Stadt Heidelberg ein neues Unterstützungsangebot für junge Männer in schwierigen Lebenslagen zwischen 18 und 35 Jahren mit und ohne Migrationsgeschichte, die bislang von bestehenden Angeboten nicht ausreichend erreicht werden. Ziel ist es, sie auf ihrem Weg in Ausbildung, Beschäftigung und gesellschaftliche Teilhabe individuell zu begleiten und neue Zukunftsperspektiven zu eröffnen.

„Mit MyChance können wir junge Männer individueller begleiten und sie in ihrer jeweiligen Lebenssituation erreichen. Wer erlebt, dass die eigenen Herausforderungen gesehen und ernst genommen werden, gewinnt Vertrauen in die eigenen Möglichkeiten und auch in unsere Gesellschaft. So entstehen neue Perspektiven für Ausbildung, Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe“, sagt Stefanie Jansen, Bürgermeisterin für Soziales, Bildung, Familie und Chancengleichheit der Stadt Heidelberg.

Junge Männer besser erreichen

Den Bedarf für das Projekt hat das Amt für Chancengleichheit gemeinsam mit der Agentur für Arbeit Heidelberg, dem Jobcenter Heidelberg und der Jugendberufsagentur Heidelberg ermittelt. In Heidelberg gibt es eine wachsende Gruppe junger Männer, die trotz vorhandener Unterstützungsangebote nur schwer Zugang zu Ausbildung, Beschäftigung und Qualifizierung findet. Die Gründe dafür sind unterschiedlich. Finanzielle Belastungen, fehlende Bildungsabschlüsse, Sprachbarrieren oder Diskriminierung erschweren vielen den Einstieg ins Berufsleben. Gleichzeitig stellt der Heidelberger Arbeitsmarkt hohe Qualifikationsanforderungen. Für die Betroffenen steigt damit das Risiko sozialer Ausgrenzung – obwohl viele von ihnen über Potenziale verfügen, die bislang ungenutzt bleiben.

Fachstellen der Stadt beobachten zudem, dass sich ein Teil dieser jungen Männer gesellschaftlich nicht ausreichend wahrgenommen fühlt und bestehende Hilfsangebote häufig nicht nutzt. MyChance setzt genau hier an: Die Projekt-Teilnehmenden werden langfristig begleitet und entwickeln realistische Perspektiven für Ausbildung, Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe.

Individuelle Begleitung statt Standardlösungen

Im Mittelpunkt stehen keine starren Programme, sondern passgenaue Unterstützung und persönliche Begleitung. Das Projekt verbindet individuelle Beratung mit aufsuchender Arbeit, berufsbezogener Sprachförderung, Peer-Mentoring sowie Gruppenangeboten zur beruflichen Orientierung und Persönlichkeitsentwicklung. Ziel ist es, den Teilnehmern den Zugang zu Praktika, Ausbildung, Beschäftigung, Ehrenamt und zivilgesellschaftlichem Engagement zu erleichtern.

Bis Ende 2028 sollen 150 junge Männer erreicht werden. Mindestens 80 von ihnen sollen anschließend eine Ausbildung, eine Beschäftigung oder eine schulische Bildung aufnehmen. Für alle weiteren Teilnehmer soll sich ihre Beschäftigungsfähigkeit nachhaltig verbessern.

Starker Kooperationsverbund

Das Amt für Chancengleichheit der Stadt Heidelberg setzt das Projekt gemeinsam mit dem Interkulturellen Bildungszentrum Mannheim um. Unterstützt wird MyChance durch einen breiten Kooperationsverbund mit der Agentur für Arbeit Heidelberg, dem Jobcenter Heidelberg, der Jugendberufsagentur Heidelberg sowie der Industrie- und Handelskammer Rhein-Neckar, der Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald, Südwestmetall und weiteren Partnern aus Wirtschaft, Bildung und Integrationsarbeit.

Informationen zu MyChance HD

Für Rückfragen zum Projekt steht Dr. Caroline Smout im Amt für Chancengleichheit zur Verfügung, Telefon 06221 58-15572, E-Mail win-win@heidelberg.de.

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