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Drei Fragen an Prof. Dr. Wolfgang Wick, neuer Vorsitzender des Wissenschaftsrats

Professor Dr. Wolfgang Wick ist seit Februar Vorsitzender des Wissenschaftsrats. Er ist Mitglied der medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg, Geschäftsführender Direktor der Neurologischen Klinik am Universitätsklinikum Heidelberg (UKHD), Leiter einer Klinischen Kooperationseinheit am Deutschem Krebsforschungszentrum (DKFZ) und UKHD, sowie einer von zwei wissenschaftlichen Geschäftsführern der Health + Life Science Alliance Heidelberg Mannheim. Prof. Wick wurde bereits 2021 in das wichtigste wissenschaftspolitische Beratungsgremium der Bundesregierung und der Landesregierungen in Deutschland berufen. Der Wissenschaftsrat (WR) berät Bund und Länder zur inhaltlichen und strukturellen Weiterentwicklung des Hochschulsystems sowie in der staatlichen Förderung von Forschungseinrichtungen. Prof. Wolfgang Wick hat uns drei Fragen beantwortet und erläutert, was er mit Hilfe des Wissenschaftsrates erreichen möchte.

Porträt-Aufnahme von Prof. Dr. Wolfgang Wick
Prof. Dr. Wolfgang Wick. (Foto: Universitätsklinikum Heidelberg)

Warum ist der Wissenschaftsrat wichtig für unsere Gesellschaft?

Prof. Dr. Wolfgang Wick: Wissenschaft und Hochschulen sind für die Zukunft unseres Landes zentral. Aber es ist nicht leicht zu durchschauen, wie sie funktionieren. Deshalb ist es wichtig, dass die zuständigen Politikerinnen und Politiker sich eng mit Sachverständigen abstimmen und von denen beraten lassen, die das System gut kennen. Die Beratung erfolgt in einem Aushandlungsprozess zwischen Wissenschaft und Politik. Im Wissenschaftsrat existieren daher eine wissenschaftliche und eine Verwaltungskommission. Dadurch ist der Wissenschaftsrat für die Wissenschaftspolitik in Deutschland ein zentraler Ort. Er berät sowohl die Regierungen der Länder als auch die Bundesregierung, und trägt deshalb dazu bei, dass Wissenschaft und Hochschulen in Deutschland für die Zukunft gut aufgestellt sind.

Was möchten Sie als Vorsitzender des Wissenschaftsrates erreichen?

Prof. Wick: Die letzten Jahre haben gezeigt, wie massiv sich die Welt in kurzer Zeit ändern kann. Wir müssen uns darauf einstellen, dass die jüngsten Krisen nicht die letzten waren, und uns stärker damit auseinandersetzen, dass die Zukunft ganz anders aussehen kann als alles, was wir bislang gesehen haben. Ich möchte im Wissenschaftsrat darüber sprechen, wie wir gemeinsam Punkte identifizieren können, an denen das System „kippen“ könnte, und uns strategisch besser auf solche massiven Veränderungen einstellen.

Was sind Ihre drei wichtigsten Empfehlungen an die Politik in Bezug auf das deutsche Wissenschaftssystem?

Prof. Wick: Es fällt mir schwer, Empfehlungen zu priorisieren, die der Wissenschaftsrat schon abgegeben hat. Für die nächsten Jahre zeichnen sich aber schon die größten Herausforderungen ab: Wir müssen dafür sorgen, dass es attraktiv bleibt, in der Wissenschaft zu arbeiten; wir müssen die Wissenschaft in die Lage versetzen, die besten digitalen Werkzeuge sicher und souverän zu nutzen; und wir müssen die Balance zwischen der Eigendynamik der Wissenschaft, die oft Unerwartetes hervorbringt, und der Orientierung an aktuellen gesellschaftlichen Erwartungen treffen und immer wieder neu aushandeln.

(Erstellt am 22. Februar 2023)