Stefanie Höfler
Bis der Regen Feuer fängt
Buchrezension von Heidelberger Literaturscout Franka Rau
„Bis der Regen Feuer fängt“ von Stefanie Höfler ist ein Roman über eine durch Klimakrise und Kriege geprägte dystopische Zukunftsgesellschaft. Das menschliche Sozialleben wird staatlich kontrolliert und Abweichungen von den vorgegebenen Normen werden geächtet. Als Tonis Bruder plötzlich verschwindet, beginnt sie ihr Leben infrage zu stellen und rennt weg in den Wald, um der Gesellschaft und ihren Anforderungen zu entkommen.
Der Plot ist mitreißend und man kann gut mithilfe der gegebenen Hinweise miträtseln, aber es bleiben viele Fragen ungeklärt und teilweise handeln die Charaktere unlogisch. Die Figuren, ausgenommen der Protagonistin, sind eher oberflächlich, dafür ist Toni sehr interessant in ihrer emotionalen Entwicklung. Schön ist auch die queere Lovestory in der Geschichte, aber die Entwicklung der Beziehung ist nicht der Fokus des Plots und die Love Interest wirkt nicht sympathisch. Die Sprache der Autorin ist ansprechend, vor allem in den Naturbeschreibungen, doch die vielen Wiederholungen lassen den Lesefluss stocken und der Titel passt nicht zur Handlung.
Die Geschichte referiert auf viele Dystopien und verteilt somit weitere Lesetipps für ähnlich düstere Zukunftsvorstellungen, aber leider ist das Wordbuilding des Romans selbst sehr vage gehalten und es fehlen Informationen, um das ganze Gesellschaftssystem zu verstehen.
Insgesamt hat mir der Roman trotz einiger Kritikpunkte wegen seiner Atmosphäre des Aufbruchs und der Veränderung sowie der starken Protagonistin gefallen, aber ich hätte die Geschichte als Reihe besser gefunden, sodass man die einzelnen Charaktere besser hätte kennenlernen können.
Das Buch:
Stefanie Höfler
Bis der Regen Feuer fängt
Beltz & Gelberg 2026
ab 14 Jahren
ISBN 9783407790415
