Aktionswochen gegen Antiziganismus: Veranstaltungen in Heidelberg
Unter dem Motto „Upre Kethane!“ finden 2026 erstmals bundesweit die Aktionswochen gegen Antiziganismus und für das Leben der Sinti und Roma statt. Seit 5. Oktober machen Veranstaltungen und Projekte in ganz Deutschland die vielfältigen Lebensrealitäten, Geschichten und Perspektiven von Sinti und Roma sichtbar. Zugleich schaffen sie Räume für Begegnung, Austausch und die Auseinandersetzung mit Antiziganismus.
Auch in Heidelberg beteiligen sich im Rahmen des Runden Tischs gegen Rassismus, Antisemitismus und Antiziganismus Einrichtungen mit einem eigenen Programm. Das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma und die Forschungsstelle Antiziganismus an der Universität Heidelberg laden mit zwei Film- und Diskussionsabenden sowie einer Buchvorstellung dazu ein, sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit Geschichte und Gegenwart von Sinti und Roma auseinanderzusetzen und miteinander ins Gespräch zu kommen.
Veranstaltungen in Heidelberg
- Montag, 12. Oktober 2026, 20 Uhr, Gloria-Kino, Hauptstraße 146, Eintritt frei: „Tom Medina“ – Filmvorführung mit Gespräch
Der Spielfilm von Regisseur Tony Gatlif (Originalfassung mit Untertiteln) orientiert sich an dessen eigener Biografie und erzählt von Tom Medina, der in der Camargue versucht, seinem Leben eine neue Richtung zu geben. - Freitag, 6. November 2026, 18 Uhr, Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, Bremeneckgasse 2, Eintritt frei: „Lackenbach: Das größte Zwangsarbeitslager für Sinti und Roma im Deutschen Reich“ – Buchvorstellung mit Autorengespräch
Der österreichische Historiker Dr. Herbert Brettl stellt seine Forschungen zum Lager Lackenbach vor, das 1940 im Burgenland eingerichtet wurde und zugleich als Durchgangslager für Deportationen in Konzentrations- und Vernichtungslager diente. - Dienstag, 10. November 2026, 19 Uhr, Gloria-Kino, Hauptstraße 146, Eintritt frei: „Unbroken – The Song of Survivors“ – Filmvorführung mit anschließender Einordnung und Diskussion
Das Anime-Musical erzählt anhand der Biografien von fünf Menschen von der Verfolgung der Sinti und Roma im Nationalsozialismus und deren Folgen in der Nachkriegszeit.
Heidelberg verfügt mit dem Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma und der Forschungsstelle Antiziganismus über zwei bundesweit einzigartige Einrichtungen, die Erinnerung, Forschung und die Auseinandersetzung mit Antiziganismus miteinander verbinden. Die Stadt setzt sich gemeinsam mit der Zivilgesellschaft für ein vielfältiges und diskriminierungsfreies Zusammenleben ein. Mit dem Runden Tisch gegen Rassismus, Antisemitismus und Antiziganismus hat sie hierfür ein dauerhaftes Austausch- und Arbeitsforum geschaffen.
