Heidelberger ECCAR-Geschäftsführerin Ivie Obulor erhält Thomas Mann Fellowship

Forschungsaufenthalt in Los Angeles: Wie Städte mit Krisen umgehen und Zusammenhalt stärken können

Ivie Obulor, Geschäftsführerin der Europäischen Städtekoalition gegen Rassismus (ECCAR), erhält das renommierte Thomas Mann Fellowship 2026. Von Oktober bis Dezember 2026 forscht sie am Thomas Mann House in Los Angeles dazu, wie gesellschaftliche Verluste gemeinsam verarbeitet werden können und wie daraus neue Formen des Zusammenhalts entstehen. Die Geschäftsstelle von ECCAR ist beim Amt für Chancengleichheit der Stadt Heidelberg angesiedelt.

Portrait von Ivie Obulor.
Ivie Obulor erhält das renommierte Thomas Mann Fellowship 2026. (Foto: Marvin Pötter)

Unter dem Titel „Grieving cities? Why we need cities as places of collective mourning“ untersucht Obulor, wie Städte Räume schaffen können, in denen Menschen gemeinsame Verluste verarbeiten und neue Perspektiven entwickeln. Dabei geht es unter anderem um die Folgen von Rassismus, sozialer Ungleichheit, Vertreibung und Klimawandel sowie um die Frage, wessen Verluste öffentlich wahrgenommen werden. Im Austausch mit zivilgesellschaftlichen Initiativen, Fachleuten und kommunalen Akteurinnen und Akteuren in Los Angeles sowie im transatlantischen Dialog möchte sie Impulse für die kommunale Praxis gewinnen. Auch der Austausch mit Menschenrechts- und Antidiskriminierungsstellen in Städten wie Chicago und San Francisco ist Teil ihrer Vorhaben.
 
„Städte sind Orte, an denen gesellschaftliche Krisen unmittelbar spürbar werden. Sie sind aber auch Orte, an denen Veränderung beginnen kann. Mich interessiert, wie Kommunen Menschen dabei unterstützen können, mit Verlusten und gesellschaftlichen Umbrüchen umzugehen, und wie daraus neue Solidarität und Zusammenhalt entstehen können“, sagt Ivie Obulor.
 
Das Thomas Mann House in Los Angeles ist ein transatlantischer Ort des Dialogs, an dem sich Wissenschaft, Politik, Kultur und Zivilgesellschaft mit zentralen Fragen der Gegenwart und Zukunft auseinandersetzen. Die Fellowships bringen Menschen aus unterschiedlichen Disziplinen zusammen und fördern den intellektuellen Austausch zwischen Deutschland und den USA. Das Programm steht in der Tradition des Schriftstellers Thomas Mann, der sich während seines Exils in den Vereinigten Staaten unter anderem mit Demokratie, Freiheit, Migration und den Wurzeln des Faschismus beschäftigte.
 
Weitere Informationen zum Fellowship und zum Forschungsprojekt gibt es online unter www.vatmh.org/de/stipendiaten/details/ivie-obulor.html.

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