Mehr Mitsprache für Menschen mit Rassismuserfahrungen

Runder Tisch gegen Rassismus entwickelt neue Beteiligungsstrategien

Wie können Menschen mit Rassismuserfahrungen kommunale Antidiskriminierungsmaßnahmen stärker mitgestalten? Mit dieser Frage befassten sich Anfang Juli 2026 im Heidelberger Rathaus mehr als 25 (post-)migrantische Selbstorganisationen, religiöse Gemeinden, Fachstellen und zivilgesellschaftliche Initiativen. Im Workshop des Runden Tisches gegen Rassismus und des Heidelberger Migrationsbeirats konkretisierten sie die Ergebnisse eines ersten Strategieworkshops vom Mai und entwickelten daraus Maßnahmen für die kommenden Monate. Organisiert wurde die Workshopreihe vom Amt für Chancengleichheit der Stadt Heidelberg.

„Menschen, die von Rassismus betroffen sind, verfügen über unverzichtbare Erfahrungen und Expertise. Diese Perspektiven müssen systematisch in die Entwicklung kommunaler Strategien einfließen. Der Runde Tisch soll dafür ein wirksames Instrument sein“, betont Bürgermeisterin Stefanie Jansen.

Mitglieder des Rundn Tisches gegen Rassismus stehen gemeinsam auf einer Treppe im Heidelberger Rathaus.
Wollen mehr Mitsprache für Menschen mit Rassismuserfahrungen: Mitglieder des Runden Tischs gegen Rassismus im Heidelberger Rathaus. (Joe Pohl)

Eva Paula Mendes de Oliveira Gomes, Vorsitzende des Heidelberger Migrationsbeirats, führt weiter aus: „Der Runde Tisch schafft einen Raum, in dem die Perspektiven von Menschen mit Rassismuserfahrungen gemeinsam in kommunales Handeln übersetzt werden können. Wenn Verwaltung, Politik und Zivilgesellschaft gemeinsam Strategien entwickeln, entstehen nachhaltige Lösungen für eine vielfältige Stadtgesellschaft.“

Die Beteiligten verständigten sich vor dem Hintergrund einer Zunahme extremistischer Haltungen auf ein gemeinsames Zukunftsbild und eine Roadmap für die weitere Zusammenarbeit. Vorgesehen sind Maßnahmen mit breiter gesellschaftlicher Reichweite, darunter Projekte für Jugendliche und Schulen, Initiativen in den Bereichen Sport und Gesundheit sowie Programme zum Abbau institutioneller Diskriminierung. Ergänzt werden sollen diese durch Aktionen im öffentlichen Raum und gemeinsame digitale Kommunikationskampagnen. Damit wollen die Beteiligten demokratische Werte stärken und die Vielfalt der Stadtgesellschaft stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken.

Der Runde Tisch gegen Rassismus wurde 2024 von der Stadt Heidelberg und dem Migrationsbeirat gegründet. Heute vereint er mehr als 30 Organisationen aus der Stadtgesellschaft sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Verwaltung und Kommunalpolitik. Als gemeinsames Forum entwickelt er Empfehlungen gegen Rassismus und Diskriminierung, initiiert Arbeitsgruppen und begleitet Projekte zur Stärkung gesellschaftlicher Teilhabe.

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